2008.07.02 Neuss : Fluminense und Quito wollen Geschichte schreiben

Fluminense-Coach Renato Gaucho, 1983 als Spieler selbst Sieger der Copa Libertadores, greift mit seinem Team gegen LDU Quito nach der Krone des südamerikanischen Vereinsfußballs.

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Trotz Hinspielniederlage optimistisch: Fluminenses Trainer Renato Gaucho

In der Nacht auf Donnerstag (ab 2:50 MESZ) greift ein "Schreckgespenst" des Bundesligisten Hamburger SV nach dem Titel in der Copa Libertadores. Renato Gaucho schoss die Hanseaten 1983 im Weltpokalfinale beim 2:1-Erfolg von Gremio Porto Alegre mit seinen zwei Toren im Alleingang ab. Nun will der 45-Jährige im Final-Rückspiel gegen LDU Quito als Coach von Fluminense Rio de Janeiro erneut Geschichte schreiben und als erster Brasilianer auch den Titel als Trainer im südamerikanischen Gegenstück zur Champions League gewinnen.

Allerdings ist die Ausgangslage für den Erstligisten vom Zuckerhut, der in der Serie A nur Tabellenletzter ist, vor der Partie im ausverkauften Maracana-Stadion denkbar schlecht, denn nach dem 2:4 im Hinspiel in der Höhe von Quito liegen alle Trümpfe bei den Ecuadorianern. Da die Auswärtstorregel im Finale nicht gilt, muss für den ersten Libertadores-Cup-Triumph in der Vereinsgeschichte ein Sieg mit drei Toren her. Liegen die Brasilianer, die wie Quito Finalneuling sind, am Ende der 90 Minuten mit zwei Toren in Front, gäbe es eine Verlängerung und eventuell ein Elfmeterschießen.

Ecuador in der Copa Libertadores noch ohne Titel

Den Siegerpokal als Spieler und Trainer nahmen bisher der Argentinier Nery Pumpido (1986 mit River Plate Buenos Aires - 2002 mit Olimpia Asuncion), dessen Landsmann Humberto Maschio (1967 mit Racing Club Avellaneda - 1973 mit Independiente Avellaneda) sowie der Uruguayer Luis Cubilla (1960, 1961 mit Penarol Montevideo und 1971 mit Nacional Montevideo - 1979 und 1990 mit Olimpia Asuncion) entgegen.

Bei der 49. Auflage der Copa Libertadores wird kurioserweise erstmals in der Pokalgeschichte ein Sieger im Maracana-Stadion gekrönt, der dann im Dezember an der Klub-WM in Japan teilnimmt. Während schon acht brasilianische Klubs den prestigeträchtigen Titel gewannen, steht Ecuador nach den Finalniederlagen von Quitos Rivalen Barcelona Guayaquil 1990 und 1998 noch mit leeren Händen da.