2008.07.03 Neuss : Deutsche Springreiter feiern Triumph beim CHIO

Die deutschen Springreiter haben nach dem Triumph der Dressur-Equipe beim CHIO in Aachen den deutschen Doppelsieg perfekt gemacht. Zweiter wurden die Niederlande.

nka
Isabell Werth war Garant des Erfolgs für die Dressur-Equipe

Goldener Tag für deutsche Reiter in der Soers: Beim CHIO in Aachen setzten sich nach der Dressur-Equipe auch die Springreiter der Gastgeber im Nationenpreis durch und machten den schwarz-rot-goldenen Doppelsieg perfekt. Das Team mit Meredith Michaels-Beerbaum (Thedinghausen) auf Shutterfly, Ludger Beerbaum (Riesenbeck) mit All Inclusive, Christian Ahlmann (Marl) mit Cöster und Marco Kutscher (Hörstel) mit Montender kam in zwei Umläufen auf 16 Strafpunkte und gewann den letzten wichtigen Test vor dem olympischen Reitturnier in Hongkong (9. bis 21. August). Der Sieg stand vorzeitig fest, Schlussreiterin Meredith Michaels-Beerbaum brauchte im zweiten Umlauf nicht mehr in den Parcous.

Vor 40.000 Zuschauern belegten die Niederlande (20 Punkte) den zweiten Rang, Platz drei ging an die USA und Großbritannien (21 Punkte). Für die Gastgeber war es bereits der 26. Sieg in der Geschichte des traditionsreichen Team-Wettbewerbs. Erstmals wurde das Mannschaftsspringen beim CHIO im Jahr 1929 ausgetragen. Bereits zum dritten Mal in Folge gab es in der Soers einen deutschen Doppelsieg im Nationenpreis.

Souveräner erster Umlauf

Bereits im ersten Umlauf unterstrichen die Gastgeber ihre Siegambition und setzten sich nach nur zwei Zeitfehlern durch Michaels-Beerbaum und ihrem Schwager Ludger Beerbaum in Front. Im zweiten Umlauf hätte Beerbaum den Sieg schon vorzeitig sichern können, doch der Routinier leistete sich zwei Zeitfehlerpunkte. "Das war Taktik. Wichtig war, dass ich den Vorsprung vor den US-Amerikanern halten konnte", so Beerbaum.

Nicht zufrieden war Gravemeier mit der Leistung von Ahlmann, der sich im zweiten Umlauf einen Abwurf erlaubte: "Das war ein klarer Reiterfehler. Sein Pferd hat zwei Super-Runden hingelegt." Auch Kutscher, der sich in beiden Umläufen jeweils acht Strafpunkte erlaubte, geriet in die Kritik: "Die Fehler müssen wir noch genau analysieren", so Gravemeier.

31. Sieg der Dressur-Equipe im Nationenpreis

Wenige Stunden zuvor hatte bereits die deutsche Dressur-Equipe ihren 31. Sieg im Nationenpreis von Aachen perfekt gemacht. Garant des Erfolges war einmal mehr Isabell Werth. Die viermalige Olympiasiegerin aus Rheinberg erzielte mit ihrem Top-Pferd Satchmo im Grand Prix mit 76,917 Punkten das beste Einzelergebnis und schraubte die Gesamtbilanz der Gastgeber auf 220,959 Zähler. Zweiter wurde die Niederlande mit 207,708 Punkten, Platz drei ging an Dänemark (205,833).

"Ich bin super, super, super zufrieden. Das war eine der besten Vorstellungen von Satchmo überhaupt. Er hatte genau das richtige Maß aus Gelassenheit und Power. Alles war wunderbar", schwärmte Werth nach ihrem Ritt.

Newcomer Matthias Alexander Rath mit schwächerer Leistung

Neben Werth lieferten Team-Olympiasiegerin Heike Kemmer (Winsen/Aller) mit Bonaparte (72,250 Punkte) und die ehemalige Doppel-Weltmeisterin Nadine Capellmann (Würselen) mit Elvis (71, 792) solide Leistungen und dürften damit einer Teilnahme in Hongkong einen großen Schritt näher gekommen sein. Kemmer liegt auf Rang drei der Einzelwertung, Capellmann auf Platz vier.

Für Newcomer Matthias Alexander Rath wird es dagegen eng. Der 23 Jahre alte Wirtschaftsstudent hatte am ersten Tag mit seinem Pferd Sterntaler bei nur 66,750 Punkten einen Einbruch erlitten: "Ich stelle mich darauf ein, dass ich eher auf dem fünften Platz lande und nicht mitfahre", sagte der Student. Der fünfte Platz wäre das Aus, für Hongkong werden drei Reiter und ein Ersatzmann nominiert.