2008.07.04 Neuss : Heiner Brand spricht sich für Deutschen-Quote aus

Bundestrainer Heiner Brand plädiert für eine Deutschen-Quote und kritisiert die Nachwuchsarbeit in der Bundesliga. Im dieser Hinsicht könne man viel von den Fußballern lernen.

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Heiner Brand übt Kritik an der Nachwuchsförderung

Handball-Bundestrainer Heiner Brand hat die Arbeit im Nachwuchsbereich in den Bundesliga-Vereinen kritisiert und die Fußball-Nationalmannschaft zum Vorbild erhoben. Der Handball habe ein Nachwuchsproblem, da "zu viele ausländische Spieler in der Bundesliga eingesetzt werden. Da bleiben nicht mehr viele übrig, die ich zur Nationalmannschaft holen kann", sagte Brand im Interview mit dem Mannheimer Morgen.

Brand für die sogenannte 6+5-Regel

Bis die Talente aus den Junioren-Nationalmannschaften in der Bundesliga angekommen seien, dauere es "meistens viel zu lange. Und dann ist es zu spät für eine gute Entwicklung." In dieser Beziehung machten es die Fußballer den Handballern vor: "Philipp Lahm, Per Mertesacker, Mario Gomez. Das sind alles junge Spieler, die in Spitzenklubs zum Stammpersonal gehören."

Klubs müssen über den eigenen Tellerrand hinausschauen

Brand spricht sich daher dafür aus, im Handball über eine Mindestquote einheimischer Spieler nach Vorbild der von der FIFA angestrebten 6+5-Regel nachzudenken. Dies widerspricht allerdings derzeit noch europäischem Recht. "Auch die Europäische Union wird irgendwann erkennen, dass der Sport und die normale Arbeitswelt nicht miteinander vergleichbar sind", sagte Brand.

Viele Klubs dächten nur an ihre eigenen Interessen, anstatt sich zu überlegen, worüber die Popularität einer Sportart definiert werde: "Das ist im Handball zu einem großen Teil die Nationalmannschaft."