2008.07.05 Neuss : Zwei Bronzemedaillen beim EM-Auftakt

Mit zwei Bronzemedaillen für Nicolas Limbach (Dormagen) und Carolin Golubytskyi (Tauberbischofsheim) sind die deutschen Fechter stark in die EM in Kiew gestartet.

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Gelungener EM-Auftakt

Zum Auftakt der Fecht-Europameisterschaften in Kiew haben Nicolas Limbach (Dormagen) und Carolin Golubytskyi (Tauberbischofsheim) die Bronzemedaille erfochten und sich für die Olympischen Spiele eine gute Ausgangsposition verschafft. Beide schoben sich in der Weltrangliste und der olympischen Setzliste weiter nach vorn.

Sportdirektor Janka nicht unzufrieden

"Das i-Tüpfelchen fehlte zwar jeweils, aber das war schon alles in Ordnung", sagte Sportdirektor Claus Janka vom Deutschen Fechter-Bund (DFeB) betont sachlich. Den Titel bei den Männern sicherte sich der Weißrusse Alexander Bujikewitsch durch ein 15:11 gegen Alexej Jakimenko (Russland), bei den Frauen setzte sich Adeline Wuilleme (Frankreich) im Finale 14:9 gegen die Italienerin Margherita Granbassi durch.

Der WM-Dritte Limbach hatte im Halbfinale gegen den späteren Titelträger 8:15 verloren, Carolin Golubytskyi war an Granbassi mit 7:15 gescheitert. Die Bronzemedaille bedeutete für die Juniorenweltmeisterin von 2004 dennoch den größten Einzelerfolg ihrer Karriere.

Durch den Sprung aufs Treppchen in der ukrainischen Hauptstadt Kiew wird sich Limbach in der Weltrangliste voraussichtlich von Position drei auf eins verbessern. Da nach der EM keine Turniere mehr in die Wertung eingehen, startet der 22-Jährige in Peking damit von der bestmöglichen Ausgangsposition.

"Nicolas zählt sicherlich zu den Favoriten, trotz seines jungen Alters. Dafür ist er schon sehr konstant und gefestigt", sagte Janka. Erstaunlich ist der zweifache Medaillengewinn der Deutschen vor allem angesichts der derzeit laufenden intensiven Vorbereitung auf die Sommerspiele. Viele internationale Topfechter hatten den harten Trainingseinheiten bei der EM Tribut zollen müssen und waren frühzeitig gescheitert.

Besonders bemerkenswert war der Gewinn von Edelmetall bei der ebenfalls erst 22 Jahre alten Golubytskyi. Die von ihrem Ehemann Sergej trainierte Athletin hatte während des Wettkampftages mit Magen-Darm-Beschwerden zu kämpfen, zu allem Überfluss musste sie in der Anfangsphase ihres Viertelfinal-Duells mit der Russin Aida Schanajewa einen schmerzhaften Hieb an den Hals einstecken und behandelt werden.

Grandiose Aufholjagd von Golubytskyi

Vater und Mutter Golubytskyi erlebten danach von der Tribüne aus eine grandiose Aufholjagd, während der ihre Tochter Rückstande von 5:11 und 11:14 wettmachte und wenige Sekunden vor dem Ende des Gefechts den entscheidenden Treffer zum 15:14 setzte.

Die übrigen deutschen Athleten kamen maximal bis ins Achtelfinale. Als letzter des Trios Benedikt Beisheim, Max Hartung (beide Dormagen) und Björn Hübner (Tauberbischofsheim) war Hübner in der Runde der letzten 16 an Bujikewitsch mit 12:15 gescheitert und belegte Platz 15. Beisheim wurde 19., Hartung kam auf Rang 36.

Ähnlich sah es bei den Frauen aus. Anja Schache, Katja Wächter und Melanie Wolgast (alle Tauberbischofsheim) verpassten allerdings den Einzug ins Achtelfinale und belegten die Plätze 14, 18 und 25.