2008.07.06 Neuss : Hushovd hat im Schlussspurt die Nase vorn

Thor Hushovd vom Team Credit Agricole hat die zweite Etappe der Tour de France gewonnen. Der Norweger gewann im Schlusssprint vor Kim Kirchen und Gerald Ciolek (beide Columbia).

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Zweiter Tagessieger bei der 95. Tour de France: Thor Hushovd

Top-Favorit Alejandro Valverde (Spanien) und Sprint-Ass Thor Hushovd haben das erste Wochenende der 95. Tour de France dominiert. Einen Tag nach dem Auftaktsieg des zweimaligen Vize-Weltmeisters vom Team Caisse d'Epargne auf der Etappe von Brest nach Plumelec holte sich der Norweger Hushovd auf dem Weg von Auray nach St. Brieuc (164,5km) seinen insgesamt sechsten Tagessieg bei der Frankreich-Rundfahrt. Valverde behauptete als 12. der zweiten Etappe das tags zuvor eroberte Gelbe Trikot.

Hinter dem Etappensieger vom französischen Rennstall Credit Agricole kamen der Luxemburger Kim Kirchen und der ehemalige U23-Weltmeister Gerald Ciolek aus Köln-Pulheim auf die Plätze zwei und drei. Die beiden Fahrer vom US-Team Columbia mussten sich Hushovd dabei nur knapp geschlagen geben. Milram-Kapitän Erik Zabel landete indes auf dem fünften Rang.

In der Gesamtwertung behauptete Valverde seinen Vorsprung von einer Sekunde auf den zweitplatzierten Kirchen. Gesamtdritter ist in dem dreimaligen Weltmeister Oscar Freire (Rabobank) ein weiterer Spanier.

Schumacher gehört zu den Geschlagenen

Valverde hatte bei seinem Triumph auf der ersten Etappe zunächst die Attacken der Gegner am 1,7km langen Schlussanstieg in Plumelec abgewartet, ehe er mit seinem Antritt 300m vor dem Ziel an der Konkurrenz vorbeizog. Zu den Geschlagenen gehörte auch Gerolsteiner-Fahrer Stefan Schumacher, der am letzten Kilometer attackiert hatte, seinen Vorsprung aber nicht ins Ziel retten konnte. 500m vor Schluss war der WM-Dritte aus Nürtingen gleich von mehreren Kontrahenten überspurtet worden und musste sich als bester Deutscher letztlich mit Platz 20 zufrieden geben.

"Ich musste es einfach früh probieren, leider hat es nicht ganz gereicht", sagte Schumacher. Die Enttäuschung des 26-Jährigen hielt sich allerdings in Grenzen: "Immerhin habe ich gesehen, dass die Form da ist." Überglücklich war unterdessen Valverde: "Es ist unglaublich, gleich die erste Etappe gewonnen zu haben, und sofort in Gelb zu fahren. Aber mein Ziel ist es, dieses Trikot am Ende in Paris zu tragen."

Fothen erleidet Reifenpanne

Sein wohl größter Kontrahent im Kampf um den Gesamtsieg, der letztjährige Tour-Zweite Cadel Evans (Australien), musste sich indes mit Platz sechs begnügen. Pech hatte derweil Schumachers Teamkollege Markus Fothen, den zwei Kilometer vor dem Ziel eine Reifenpanne ereilte, sodass er fast zwei Minuten auf die Spitze verlor. Die Rennjury wertete ihn angesichts des späten Missgeschicks allerdings nur mit 52 Sekunden Rückstand auf Valverde, sodass er in Reichweite des angestrebten Top-10-Platzes blieb.

Etwas unglücklich verlief das Etappenende auch für den Berliner Björn Schröder vom Team Milram. Der 27-Jährige hatte sich in einer Ausreißergruppe mit dem Franzosen Thomas Voeckler einen harten Kampf um das rot gepunktete Trikot des Führenden in der Bergpreiswertung geliefert, um am Ende mit acht Zählern gleichauf mit dem Fahrer vom Team Bouygues Telecom zu liegen. Dank der besseren Platzierung im Ziel ging das Bergtrikot jedoch an Voeckler, der das Jersey auch auf der zweiten Etappe verteidigen konnte.

Bergwertungspunkte gibt es auf der dritten Etappe am Montag nicht zu holen, stattdessen schlägt erneut die Stunde der Sprinter. Über 208km führt das Teilstück von St. Malo nach Nantes, wobei kaum einmal größere Erhebungen zu überwinden sind. Am Dienstag folgt dann der erste Höhepunkt für die Klassementfahrer, wenn das erste Einzelzeitfahren in Cholet (29,5km) auf dem Programm steht.