2008.07.06 Neuss : Isabell Werth gewinnt beim CHIO in Aachen

Dressurreiterin Isabell Werth hat zum zehnten Mal den Großen Preis beim CHIO in Aachen gewonnen. Die viermalige Olympiasiegerin setzte sich auf Satchmo gegen die Konkurrenz durch.

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Isabell Werth gewinnt auf Satchmo in Aachen

Dressurreiterin Isabell Werth hat mit einer Weltklasse-Leistung ihre Ambitionen auf Gold bei den Olympischen Reiterspielen in Hongkong (9. bis 21. August) eindrucksvoll unterstrichen. Die viermalige Olympiasiegerin gewann mit ihrem 14 Jahre alten Wallach Satchmo beim CHIO in Aachen mit 80,150 Prozentpunkten die Kür und sicherte sich zum zehnten Mal in ihrer Karriere den Großen Dressur-Preis. Insgesamt war es ihr fünfter Sieg beim fünften Start während des diesjährigen CHIO.

Dieses Jahr soll erneut Olympia-Gold her

"Ich bin super zufrieden", sagte Werth. Bei ihrem ersten Auftritt zur Musik von Vangelis, die durch einen Filmmusiker neu arrangiert wurde, gab es noch leichte Unsicherheiten. "Das ist ganz normal. Die Schwierigkeitsgrade sind enorm. Da gibt es keine Luft mehr nach oben", sagte die Weltmeisterin aus Rheinberg. Bis Hongkong soll an der Kür gefeilt werden, damit das Einzel-Gold bei Olympia im Duell mit Dauerrivalin Anky van Grunsven (Niederlande) gewonnen wird.

Die übrigen deutschen Starterinnen hinterließen bei Bundestrainer Holger Schmezer hingegen tiefe Sorgenfalten auf der Stirn. Die Mission Team-Gold für Hongkong erscheint in Gefahr, weil hinter Werth eine große Lücke klafft. Nadine Capellmann (Würselen) kam mit Elvis (73,050) auf den siebten Rang, Heike Kemmer (Winsen) belegte mit Bonaparte (70,500) Platz elf.

Noch fehlt die mannschaftliche Geschlossenheit

"Im Team gibt es noch Reserven", meinte Schmezer. Doch die mäßigen Platzierungen enttäuschten umso mehr, weil die Top-Mannschaft des großen Rivalen aus den Niederlanden um van Grunsven in Aachen gar nicht am Start war. Aber selbst die zweite Garnitur war besser. Adelinde Cornelissen belegte mit ihrem Pferd Parzival (77,500) Platz zwei und ließ die beiden deutschen Reiterinnen hinter sich. Dritte wurde die Schweizerin Silvia Ikle mit Salieri (77,350).

Nicht für die Kür qualifizieren konnte sich Newcomer Matthias Alexander Rath. Der 23 Jahre alte deutsche Meister verbesserte sich nach seinem Einbruch im Grand Prix zwar am Samstag im Special, doch den Sprung in die Kür schaffte er nicht. Dort dürfen nur die drei besten deutschen Paare starten. Der Blondschopf aus Kronberg hatte sein Pferd Sterntaler erst im April von seiner Stiefmutter Ann Kathrin Linsenhoff übernommen und ritt mit dem Vierbeiner in der Soers erst sein fünftes Turnier.