2008.07.09 Neuss : NADA registriert 72 positive Dopingfälle

Die Nationale Anti-Doping-Agentur NADA hat 2007 mit 72 Dopingfällen zehn mehr registriert als noch 2006. Die Anzahl der Kontrollen soll 2008 auf 9000 nahezu verdoppelt werden.

nka
Die Dopingkontrollen sollen verdoppelt werden

Mit einer Verdopplung der Trainingskontrollen will die NADA den Dopingsündern das Leben noch schwerer machen. Wie die Nationale Anti-Doping-Agentur auf ihrer Jahrespressekonferenz in Bonn ankündigte, soll die Anzahl der Kontrollen außerhalb des Wettkampfes von 4871 im Jahr 2007 auf bis zu 9000 in diesem Jahr steigen. Im vergangenen Jahr registrierte die Agentur 72 positive Dopingfälle und damit zehn mehr als noch im Jahr 2006.

"Die Erhöhung der Trainingskontrollen war absolut notwendig und nun durch die Erhöhung des Budgets auch möglich. Jetzt ist es eine gute Zahl", sagte Ulrike Spitz, stellvertretende Geschäftsführerin der NADA. Die meisten Tests werden dabei in dem 1500 Athleten umfassenden "nationalen Pool" durchgeführt sowie in den gefährdeten Sportarten.

Abschreckung statt Überführung

Die um mehr als zehn Prozent höhere Zahl der positiven Tests sei zwar womöglich ein Verdienst des intelligenteren Kontrollsystems, diesem aber bei weitem nicht allein zuzuschreiben. "Intelligente Kontrollen sollen ja den Sportler eher abhalten. Sie zu überführen, ist nicht Sinn der Sache", erklärte Spitz.

Außerdem gab es 92 Verwarnungen aufgrund von Verstößen gegen die Meldepflicht. Allerdings werde das Meldesystem von den Athleten immer mehr akzeptiert. Künftig soll es weiter vereinfacht werden, im Idealfall soll der Sportler über eine einzige Plattform über seinen Aufenthaltsort Auskunft geben.

Deutliche Erhöhung des Budgets

Um künftig noch gezielter zu kontrollieren, wurde das Budget der NADA erneut kräftig erhöht. Die Agentur selbst bekommt 2008 3,9 Millionen Euro und damit 900.000 Euro mehr als im Vorjahr. Hinzu kommen weitere 1,6 Millionen, die den IOC-Labors in Köln und Kreischa zur Verfügung gestellt werden. Für die beiden Labors bedeutet dies eine Budgeterhöhung um 800.000 Euro.

Die Bonner Agentur stellte zudem Göttrik Wewer als neuen Geschäftsführer offiziell vor. Der ehemalige Staatsrat des Bremer Senators für Inneres und Sport löst Christoph Niessen ab, der zum Landessportbund Nordrhein-Westfalen gewechselt war. Zuletzt hatte Pressechefin Spitz die NADA kommissarisch geleitet, sie wird nun Wewers Stellvertreterin.

Neue "Ein-Stunden-Regelung"

Neu eingeführt wird zudem die strittige Ein-Stunden-Regelung, die bereits in dem ab 2009 gültigen neuen WADA-Code verankert ist. Sie besagt, dass der Athlet ein Vierteljahr im voraus angeben muss, zu welcher Stunde des Tages er für eine Kontrolle zur Verfügung steht. Sowohl NADA als auch BMI hatten sich dagegen gewehrt, nun aber unter Vorgabe akzeptiert, dass der Sportler auch außerhalb der angegebenen Stunde getestet werden darf.

Einen Teil ihres Budgets hat die NADA zudem in die Prävention investiert und sich stärker mit anderen Institutionen vernetzt. Vor allem der Nachwuchs der Leistungssportler sowie deren Trainer und Eltern bilden die Zielgruppe der Agentur. Dazu wurde bereits Mitte Juli ein Trainerportal auf der Internetseite der NADA eröffnet.