2008.07.13 Neuss : Kein zweiter WM-Lauf für den Hockenheimring

Hermann Tomczyk hat die Hoffnungen Hockenheims auf einen zweiten deutschen Motorrad-Grand-Prix zerschlagen. Der ADAC-Motorsportpräsident fürchtet Konkurrenz für den Sachsenring.

hsc
Hermann Tomczyk erteilt dem Hockenheimring eine Absage

ADAC-Motorsportpräsident Hermann Tomczyk hat dem Hockenheimring bei dessen Bemühungen um die Ausrichtung eines zweiten deutschen Motorrad-Grand-Prix eine klare Absage erteilt. "Wir haben eine Option auf einen zweiten WM-Lauf. Aber wir bleiben weiter auf dem Standpunkt, dass es im Moment nicht sinnvoll wäre, diese zu ziehen", sagte Tomczyk am Rande des derzeit einzigen deutschen WM-Laufs auf dem Sachsenring: "Der Sachsenring ist eines der Highlights im WM-Kalender, und wir müssen alles tun, um dieses nicht zu schädigen."

Zwar weilten der Geschäftsführer der Hockenheim GmbH, Georg Seiler, und Streckenchef Klaus Schwenninger, am Freitag zu informativen Gesprächen mit dem Weltverband FIM und dem WM-Vermarkter Dorna am Sachsenring, doch Tomczyk stellte klar, "dass wir uns die alleinige Entscheidungsgewalt in dieser Frage vertraglich haben zusichern lassen". Dorna-Chef Carmelo Ezpeleta könne deshalb "nur mit uns reden. Punkt."

Streckenchef Schwenninger relativierte jedoch den Besuch in Sachsen. "Es geht nicht darum, dem Sachsenring etwas wegzunehmen", sagte er dem sid: "Aber wenn sich die Frage eines zweiten deutschen Grand Prix stellt, wollen wir gewappnet sein."

Deshalb habe man sich unter anderem mit dem FIM-Sicherheitsbeauftragten Claude Denise getroffen, um in Erfahrung zu bringen, welche streckentechnischen Aspekte verbessert werden müssen. "Es sind nur zwei oder drei kleine Dinge, die wir zielstrebig angehen wollen", erklärte Schwenninger, der die Meinung vertritt, dass "Deutschland spätestens dann einen zweiten Grand Prix vertragen könnte, wenn Stefan Bradl sich in der Spitzengruppe etabliert".