2008.07.14 Neuss : Für Dietzsch bleibt Hintertürchen für Peking offen

Trotz ihrer Verletzungssorgen hat Franka Dietzsch die Olympischen Spiele noch nicht abgeschrieben. DLV-Cheftrainer Jürgen Mallow macht der Diskuswerferin wieder neue Hoffnung.

usc1
Franka Dietzsch könnte doch noch mit nach Peking fahren

Die dreimalige Diskus-Weltmeisterin Franka Dietzsch sieht ihre Peking-Chance noch immer bei "50:50" und wird vorerst nicht auf den Olympiastart (8.-24. August) verzichten. Dies erklärte die Neubrandenburgerin am Tag vor Bekanntgabe der deutschen Olympiamannschaft am Dienstag durch den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB).

Dietzsch meinte: "Ich finde es gut, dass man mir offen gelassen hat, mich zu entscheiden. Ich will nach wie vor nach Peking. Es ist in diesem Jahr in der Welt keine Weite geworfen worden, die ich nicht auch werfen kann, wenn ich fit bin." Dietzsch weiter: "Es sind noch fünf Wochen bis zu meinem Start und das ist für mich eine halbe Ewigkeit. Vielleicht kann ich nicht mit Gold nach Hause kommen, aber mit einer vorderen Platzierung. Aber ich habe lange keinen Wurf mehr mit Drehung gemacht und habe keinen Plan, wie weit ich werfen kann."

Die 40-Jährige zeigte sich nach dem Gespräch mit Cheftrainer Jürgen Mallow vom Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) in der Sportschule Kienbaum optimistischer als am Vortag Trainer Dieter Kollark. Dieser hatte die Chancen nur noch 10:90 eingestuft und einen vorzeitigen Peking-Verzicht von Franka Dietzsch am Montag nicht ausgeschlossen.

Mallow meinte: "Wir sind so verblieben, dass sie dann, wenn es im Training gut geht, am 1. August bei der Leichtathletik-Gala in Wattenscheid startet."

Franka Dietzsch, die den Frühsommer mit Bluthochdruck kämpfte und nur einen Wettkampf bestritt (59,47m), hat seit zwei Wochen nun Probleme mit dem linken Fuß. Kollark sah zuletzt die Zeit weglaufen: "Sie müsste jetzt schon werfen können. Wir konnten vergangene Woche nicht viel trainieren, es waren nur einige Standwürfe möglich. Wenn es in einer Woche nicht besser wird, kann sie Olympia vergessen."