2008.07.16 Neuss : Arvesen erbeutet zweiten Sieg für Norwegen

Kurt-Asle Arvesen hat den zweiten norwegischen Sieg bei der Tour de France eingefahren. Arvesen sicherte sich den Etappensieg im Schlussspurt vor dem Schweizer Martin Elmiger.

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Kurt-Asle Arvesen feiert seinen Etappensieg

Der zweite Dopingfall hat das "Bergfest" zur Halbzeit der 95. Tour de France überschattet und das sportliche Geschehen einmal mehr in den Hintergrund gedrängt. Nachdem am Morgen vor dem Start der 11. Etappe der Spanier Moises Duenas Nevado vom Team Barloworld wegen eines positiven EPO-Tests aus dem Rennen genommen wurde, gönnte sich ein Großteil des Pelotons eine Verlängerung des vorangegangenen Ruhetags. Auf dem 167,5km langen Teilstück von Lannemezan nach Foix "bummelte" das Fahrerfeld über die letzten Berge der Pyrenäen und überließ einer zwölfköpfigen Ausreißergruppe den Kampf um den Tagessieg.

Den Sieg sicherte sich der Norweger Kurt-Asle Arvesen (CSC), der sich mit drei weiteren Fahrern in der Schlussphase des Rennens von den Mitausreißern gelöst hatte. Zweiter wurde der Schweizer Martin Elmiger (AG2R), Platz drei belegte der Italiener Alessandro Ballan (Lampre). Als einziger Deutscher in der Spitzengruppe wurde Gerolsteiner-Fahrer Fabian Wegmann (Freiburg) mit 12 Sekunden Rückstand auf Arvesen Tages-Neunter. Das Feld mit allen Favoriten erreichte 14:50 Minuten nach dem Sieger das Ziel.

Keine Veränderungen an der Spitze der Gesamtwertung

An der Spitze der Gesamtwertung gab es damit keine Veränderungen. Das Gelbe Trikot trägt weiter der Australier Cadel Evans (Lotto), der eine Sekunde Vorsprung auf den zweitplatzierten Luxemburger Frank Schleck (CSC) aufweist. Dritter bleibt der US-Amerikaner Christian Vandevelde (Garmin/38 Sekunden zurück) vor Gerolsteiner-Fahrer Bernhard Kohl aus Österreich (46 Sekunden). Als bester Deutscher des Gesamtklassements fiel Kohls Teamkollege Stefan Schumacher (Nürtingen) um einen Platz auf Rang 19 (6:11 Minuten) zurück.

Im Kampf um den Etappensieg hatte sich die Spitzengruppe 45km nach dem Start am Larrieu-Pass formiert. Während das Hauptfeld keine Anstalten machte, die Ausreißer ernsthaft zu verfolgen, bauten diese ihren Vorsprung kontinuierlich aus und lagen 20km vor dem Ziel sogar 16:30 Minuten vor dem Rest. Erst in der Schlussphase konnte das Peloton den Rückstand etwas verkürzen.

Botscharow verbessert sich auf Rang 18

Als bestplatzierter Fahrer der Fluchtgruppe konnte der Russe Alexander Botscharow (Credit Agricole) einen Sprung vom 35. auf den 18. Platz der Gesamtwertung machen. Dagegen liegt Wegmann wie alle übrigen Ausreißer im Klassement weiter abgeschlagen zurück.

Entscheidende Veränderungen an der Spitze sind auch am Donnerstag nicht zu erwarten. Auf der 168,5km langen Etappe von Lavelanet nach Narbonne steht nur eine Bergwertung der 4. Kategorie auf dem Programm. Zwar verläuft das Teilstück auch gegen Ende noch wellig, bietet den Sprinter-Mannschaften jedoch alle Möglichkeiten für eine Massenankunft zu sorgen.