2008.07.17 Neuss : Hertha mit Selbstbewusstsein gegen Otaci

Hertha BSC Berlin trifft in der ersten UEFA-Cup-Qualifikationsrunde auf Nistru Otaci aus Moldawien (20.15 Uhr). "Wir sind klarer Favorit", stellte Hertha-Coach Lucien Favre klar.

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Hertha-Coach Lucien Favre

Bundesligist Hertha BSC Berlin steht im ersten Pflichtspiel der Saison gleich eine Pflichtaufgabe bevor. Im Hinspiel der ersten UEFA-Cup-Qualifikationsrunde (20.15 Uhr) gegen Nistru Otaci aus Moldawien zählt nur ein Sieg.

Darum ist die Zielstellung für Trainer Lucien Favre eindeutig: "Wir wollen die Gruppenphase im UEFA-Cup erreichen." Und auch Manager Dieter Hoeneß äußerte sich am Mittwoch nach der Rückkehr aus dem Trainingslager in Österreich klar: "Wir wollen in die Hauptrunde, dann geht es erst richtig los." Der erste Quali-Gegner Otaci, nach zwei Spieltagen in der moldawischen Liga noch punktlos, dürfte sich 29 Tage vor dem Bundesliga-Auftakt kaum als Stolperstein entpuppen. "Sie spielen auswärts nur auf Konter, darauf müssen wir uns einstellen und Druck ausüben. Wir sind klarer Favorit", erklärte Favre, der von seiner Mannschaft "Geduld und Intelligenz" verlangt.

Sand im Berliner Getriebe

Allerdings läuft auch bei den Berlinern, die sich nur dank der gewonnenen Fair-Play-Wertung das Startrecht in der Qualifikation gesichert hatten, nicht alles rund. In zwei Testspielen gegen den FC Kopenhagen und Hapoel Tel Aviv gab es lediglich zwei Nullnummern. Zwar stand die Defensive recht ordentlich, doch im Mittelfeld war der Mangel an Kreativität wie schon in der Vorsaison eklatant.

Manager Dieter Hoeneß weilte in den vergangenen Tagen in Südamerika, um das Problem mit frischem Personal zu lösen. Am Donnerstag soll das Ausleihgeschäft mit dem Brasilianer Cicero (Fluminense Rio de Janeiro) perfekt gemacht werden. Zudem ist Hertha nach wie vor am Chilenen Jorge Valdivia interessiert, dessen Ablöse sich jedoch auf etwa sieben Millionen Euro beläuft. Bislang wurden Marc Stein, Kaka, Maximilian Nicu und Rodnei für insgesamt rund 2,5 Millionen Euro verpflichtet.

Die Investitionen erhöhen den Druck auf Trainer Favre, dessen Schonfrist nach dem enttäuschenden zehnten Platz in der Vorsaison vorbei ist. "Er weiß, dass die Erwartung an ihn und seine Mannschaft nun eine andere ist. Die Öffentlichkeit hat ein Übergangsjahr akzeptiert, doch dieses ist nun vorüber", sagt Manager Hoeneß.

Favre bleibt gelassen

Favre sieht der gestiegenen Erwartungshaltung gelassen entgegen: "Druck ist immer da. Ich habe Vertrauen in mich und mein Umfeld." Zudem habe er ein viel besseres Gefühl als noch vor einem Jahr. "Aber ich bin nicht dumm. Ich weiß, wie das Trainergeschäft funktioniert", so der 50 Jahre alte frühere Meistercoach des FC Zürich.

Der Trainer muss zum Pflichtspielauftakt gegen Otaci auf die angeschlagenen Josip Simunic (Sehnenreizung) und Nicu (Achillessehnenentzündung) verzichten. Zudem befindet sich Kapitän und Nationalspieler Arne Friedrich noch bis Montag im Urlaub. Dagegen meldete sich Top-Stürmer Marko Pantelic nach seinen Wadenproblemen rechtzeitig fit.

Nur wenige Fans werden erwartet

Dem Klub droht im ersten Pflichtspiel der Saison jedoch eine traurige Kulisse. Im Hinspiel der ersten UEFA-Cup-Qualifikationsrunde werden im Jahnsportpark kaum mehr als 10.000 Fans erwartet. Den Verantwortlichen ist klar: bis zu rauschenden Europapokal-Abenden und lukrativen Einnahmen ist es noch ein weiter Weg.