2008.07.19 Neuss : DHB-Frauen noch nicht in Medaillenform

Die deutschen Handballerinnen mussten sich in einem Testspiel gegen Schweden mit einem 21:21 begnügen. Dabei bewahrte Nadine Krause das schwächelnde DHB-Team vor einer Niederlage.

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Armin Emrich konnte mit der Leistung seines Teams nicht zufrieden sein

Knapp drei Wochen vor Beginn der Olympischen Spiele in Peking sind die Frauen des Deutschen Handball Bundes (DHB) noch nicht in Topform. Zum Auftakt eines Doppeltests gegen Schweden musste sich der WM-Dritte mit einem 21:21 (12:9) begnügen. Im Duell mit dem olympischen Gruppengegner offenbarte das Team von Bundestrainer Armin Emrich in Mannheim vor allen Dingen noch deutliche Schwächen in Chancenverwertung. Eine Niederlage verhinderte Welthandballerin Nadine Krause (Kopenhagen), die 18 Sekunden vor dem Schlusspfiff den Ausgleich erzielte.

Vor 5500 Zuschauern in der Mannheimer Arena war neben Krause (5/2 Tore) Grit Jurack (5/Viborg) die beste deutsche Werferin. Am Sonntag (12.45 Uhr) steht in Stuttgart ein zweites Länderspiel gegen die Schwedinnen an.

Die Strapazen der Lehrgänge in Brixen/Südtirol und Nürtingen war der mit sechs Dänemark-Legionärinnen gespickten deutschen Mannschaft über weite Strecken deutlich anzumerken. Obwohl Emrich seine vermeindliche Stammformation lange Zeit durchspielen ließ, konnten sich die Gastgeberinnen im ersten Abschnitt nicht absetzen. Auch Leistungsträgerinnen wie Jurack und Krause hatten Probleme im Abschluss.

Emrich-Auswahl konnte nicht überzeugen

Allerdings geriet das DHB-Team auch nie in Rückstand, weil sich zumindest Torhüterin Clara Woltering (elf Paraden/Leverkusen) schon in ansprechender Form präsentierte. Trotz eines zwischenzeitlichen Fünf-Tore-Vorsprungs (15:10/34.) und guter Szenen konnte die Emrich-Sieben letztlich noch nicht überzeugen. Bis Sonntagabend muss Emrich sein 15-köpfiges Olympaaufgebot benennen, bis dahin muss er noch drei Spielerinnen aus dem aktuellen Kader streichen.

"Unheimlich motivierendes Klima"

Emrich zeigte sich indes mit den Leistungen in den vorangegangenen beiden Trainingslagern zufrieden. "Es herrschte ein unheimlich motivierendes Klima. Wir hatten ein abwechslungsreiches Programm mit Fechten, Aerobik und Leichtathletik. Es gab nie einen Durchhänger", berichtete der Pädagoge, will sich aber dennoch nicht auf ein Olympiaziel festlegen: "Das Wort Medaille nehm ich ungern in den Mund, obwohl die Mannschaft davon träumt."

In Peking trifft der WM-Bronzemedaillengewinner, der zuletzt 1996 in Atlanta an Sommerspielen teilgenommen hatte, zunächst in den Gruppenspielen auf Weltmeister Russland, Schweden, Brasilien, Ungarn und Südkorea. Vor dem Abflug nach China stehen am kommenden Wochenende noch zwei Länderspiele gegen Angola in Köln (26. Juli) und in Halle/Westfalen (27. Juli) an.