2008.07.19 Neuss : Hamilton am Hockenheimring auf der Pole

Lewis Hamilton hat sich im Qualifying zum Großen Preis von Deutschland die Pole Position geschnappt. Sebastian Vettel landete als bester Deutscher auf Platz neun.

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Lewis Hamilton fährt Bestzeit

Lewis Hamilton hat beim Heimspiel der "Silberpfeile" die Generalprobe bestanden und startet bei seiner Hockenheim-Premiere von der Pole Position. Der Vizeweltmeister aus Großbritannien raste in letzter Sekunde mit seinem McLaren-Mercedes beim Qualifying zum Großen Preis von Deutschland am Sonntag (14.00 Uhr/live bei Premiere und RTL) in 1:15,666 Minuten auf den ersten Startplatz und sorgte für funkelnde Augen bei Mercedes-Sportchef Norbert Haug.

"Was für ein Thriller. Lewis hat es wieder im allerletzten Moment geregelt - große Klasse, beim Mercedes-Heim-Grand-Prix von Position eins und drei zu starten", sagte Haug. Der Finne Heikki Kovalainen im zweiten "Silberpfeil" musste nur dem Brasilianer Felipe Massa im Ferrari den Vortritt lassen, der eine silberne erste Startreihe zunichte machte. Weltmeister Kimi Räikkönen kam mit dem anderen Ferrari nicht über Startposition sechs hinaus.

"Entspannt und glücklich"

Hamilton träumte bereits von einen Doppelsieg in Silber. "Ich fühle mich sehr entspannt und glücklich über das, was ich geleistet habe. Aber dafür gibt es keine Punkte. Heikki und ich werden alles geben, um einen Doppelsieg herauszufahren", versprach der 23-Jährige.

Für das deutsche Fahrer-Quintett verlief das Qualifying dagegen mit einer Ausnahme alles andere als erfreulich. Einzig Sebastian Vettel überzeugte im Toro Rosso. Der Heppenheimer startet beim Heimspiel auf dem nur rund 40 Kilometer von seinem Geburtsort entfernten Hockenheimring vom neunten Rang.

Timo Glock (Wersau) verpasste im Toyota als Elfter dagegen knapp den Sprung in die Top Ten, direkt dahinter folgten Nick Heidfeld (Mönchengladbach) im BMW-Sauber und Williams-Pilot Nico Rosberg (Wiesbaden) auf den Plätzen 12 und 13.

"Ich will hier um Punkte kämpfen"

Vor allem für Heidfeld war das verlorene Qualifying-Duell gegen Teamkollege Robert Kubica ein herber Rückschlag. Zuletzt hatte der 31-Jährige mit Platz zwei in Silverstone überrascht, die lang anhaltende Krise schien überwunden. "Natürlich bin ich enttäuscht über Platz zwölf", sagte Heidfeld geknickt, der sich für sein Heimrennen viel mehr erhofft hatte.

Im zweiten Durchgang unterlief ihm ein Fahrfehler vor der Haarnadelkurve, beim Anbremsen blockierten die Hinterräder - der Sprung in die Top Ten war verpasst. Heidfeld gestand seinen Fehler ein und reagierte angriffslustig: "Ich will hier um Punkte kämpfen, das ist das Minimalziel. Hier in Hockenheim kann man überholen."

"Wir hatten uns mehr versprochen"

Auch Dr. Mario Theissen war bedient, zumal der Pole Kubica im anderen BMW-Sauber nicht über Platz sieben hinaus kam. "Wir hatten uns mehr versprochen. Von diesen Startpositionen wird das Rennen für uns nicht einfach", sagte der BMW-Motorsportdirektor und richtete seinen Blick gen Himmel: "In dieser Situation würde uns ein Regenrennen helfen."

Adrian Sutil (Gräfelfing) gewann im Force India derweil erneut das teaminterne Duell gegen den erfahrenen Italiener Giancarlo Fisichella, mehr als der 19. und vorletzte Rang sprang dennoch nicht heraus.

Drei Fahrer gemeinsam an der Spitze

In der WM-Wertung liegen drei Fahrer gleichauf an der Spitze: Hamilton, Massa und Räikkönen haben vor dem 10. von 18. WM-Läufen jeweils 48 Punkte auf dem Konto. Mit zwei Zählern weniger folgt Kubica auf Rang vier (46) vor seinem Teamkollegen Heidfeld (36).

Unterdessen reifen offenbar die Bestrebungen von Mercedes, die Mehrheit an McLaren zu übernehmen. "Das ist ein interessantes Thema und ein Dilemma, mit dem es die Anteilseigner und zu einem gewissen Grad auch das Management zu tun bekommen", sagte Martin Whitmarsh gegenüber der Herald Tribune.

Der McLaren-Geschäftsführer begrüßt die offenbar immer konkreter werdenden Pläne der Stuttgarter, die derzeit 40 Prozent halten: "Sie haben bereits viel in das Formel-1-Abenteuer investiert und die Tatsache, dass sie die Kontrolle übernehmen wollen, ist eine gesunde Ambition." Haug hatte zuvor erklärt, man habe sich zuletzt erneut Gedanken über ein Übernahme der Mehrheit gemacht. Derzeit gebe es zwar keine Gespräche zu diesem Thema, sie könnten aber eines Tages wieder aufgenommen werden.