2008.07.25 Neuss : Hoeneß wettert gegen das Bundeskartellamt

Bayern-Manager Uli Hoeneß hat den Beschluss des Kartellsamtes zur TV-Vermarktung der Bundesliga harsch kritisiert: "Da haben wir ein schönes Kuckucksei ins Nest gelegt bekommen."

jla
Uli Hoeneß beklagt sich über die Entscheidung des Bundeskartellamtes

Manager Uli Hoeneß vom deutschen Meister Bayern München hat das Bundeskartellamt nach dessen Entscheidung zur TV-Vermarktung der Liga heftig kritisiert. "Ich wusste nicht, dass das Kartellamt direkt bei der Regierung und den öffentlich-rechtlichen Sendern unter Vertrag steht. Diese Entscheidung hat gravierende Konsequenzen für die gesamte Liga und vor allem für die kleinen Vereine - da haben wir ein schönes Kuckucksei ins Nest gelegt bekommen", sagte Hoeneß in einem Interview auf der Bayern-Homepage.

Die Bonner Behörde fordert eine zusammenfassende Berichterstattung von den Samstagsspielen der Bundesliga im Free-TV vor 20 Uhr. Die Liga befürchtet finanzielle Einbußen und Nachteile im internationalen Wettbewerb.

Die Aussage, dass sich die Fans über eine Zusammenfassung vor 20 Uhr freuen könnten, impliziere laut Hoeneß, dass es keine Highlightverwertung vor 20 Uhr mehr gegeben hätte. Das sei jedoch überhaupt nicht klar gewesen.

"Die ARD lacht sich ins Fäustchen"

"Aber jetzt ist der Wettbewerb abgeschafft, die ARD lacht sich ins Fäustchen. Ich war immer der Meinung, das Kartellamt muss für Wettbewerb sorgen - hier hat es das Gegenteil getan. Die sollten mal in ihren Statuten nachschauen, wofür sie eigentlich da sind", erklärte Hoeneß.

Wenn das Kartellamt gegen die zentrale Vermarkung sei, so Hoeneß, dann soll es das sagen und die zentrale Vermarktung verbieten: "Aber zu sagen, eigentlich sind wir gegen die zentrale Vermarktung, aber wir sind dafür, wenn ihr vor 20 Uhr für die ARD ein schönes Ostergeschenk mitbringt, das kann es nicht sein."