2008.07.25 Neuss : VW feiert Doppel-Jubiläum auf dem Nürburgring

Volkswagen hat auf dem Nürburgring gleich zwei Gründe zum Feiern: Das Fünf-Jahres-Jubiläum von Motorsportdirektor Kris Nissen und die Rückkehr in die Formel 3 vor genau einem Jahr.

hsc
Edoardo Mortara ist der große Formel-3-Hoffnungsträger von VW

Fünf Jahre mit Motorsportdirektor Kris Nissen und seit einem Jahr zurück in der Formel 3: Der Wolfsburger Automobilhersteller Volkswagen feiert am Wochenende auf dem Nürburgring gleich zwei Jubiläen.

Egal, ob Rallye, 24-Stunden-Rennen oder die Formel-3-Euroserie - VW fährt von Erfolg zu Erfolg. Kein Wunder, dass der Ex-DTM-Pilot Nissen im Rückblick auf "fünf schöne stressige" Jahre ein positives Zwischenfazit zieht.

"Wenn man in einer so tollen Truppe arbeitet und sich wie wir in den allermeisten Bereichen nach vorne entwickelt hat, dann war der Spaßfaktor wesentlich höher als der Frust", sagt der 48 Jahre alte Däne im Interview mit dem Sport-Informations-Dienstes (sid).

Positive Entwicklung in der Formel 3

Vor allem die Entwicklung in der Formel-3-Euroserie macht Nissen Freude, wohl auch, weil er selbst 1986 mit einem VW-Motor im Heck wie später auch Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher, DTM-Rekordchampion Bernd Schneider oder Le-Mans-Rekordsieger Tom Kristensen deutscher Formel-3-Meister geworden war.

Im vorigen Jahr brachte Nissen Volkswagen nach fast 13 Jahren Abstinenz zurück in die wichtigste Nachwuchsserie der Welt. 2008 starteten die "Wölfe" durch, holten den ersten Sieg, acht weitere Podiumsplätze und stellen vor der Rückkehr in die Eifel (Samstag, 11.50 Uhr, und Sonntag, 10.55 Uhr/live bei Premiere) im Italiener Edoardo Mortara sogar den Spitzenreiter.

Die Tabellenführung sei zwar ganz nett, meint Nissen, aber man müsse fair und ehrlich sein: "Fakt ist, die drei besten Fahrer im Feld, ohne Reihenfolge, sind Mika Mäki, Nico Hülkenberg und Eduardo Mortara. Das schnellste Paket hatte an jedem Wochenende eigentlich Hülkenberg mit seinem Mercedes-Motor, erst danach kam Mortara und dann Mäki."

Dakar-Sieg als Ziel

Haupt-Betätigungsfeld der Wolfsburger, die auch mit dem neuen Scirocco beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring den Klassensieg gefeiert hatten, ist weiter das Dakar-Projekt. Nach der Absage der 30. Auflage zu Beginn dieses Jahres wegen Terrordrohungen steht im Januar 2009 ein kompletter Neuanfang in Argentinien und Chile auf dem Programm.

"Die Teilnahme an der Dakar 2009 hatten alle im Team natürlich in der ganzen Zeit im Hinterkopf. Aber darauf konnte man erst zielorientiert hinarbeiten, als man wusste, dass und wie sie wirklich stattfindet", meint Nissen, der im Wechsel nach Südamerika fast nur Vorteile sieht.

"Das Gelände ist sehr gut, es wird spannend und schwierig. Es gibt harten Untergrund, unebenen Untergrund, echte Offroad-Gebiete und vor allem in Chile genau so viel Sand und so hohe Dünen wie in Afrika", sagt Nissen. Das VW-Ziel ist nicht erst seit dem souveränen Sieg bei der Zentral-Europa-Rallye im April, der ersten Station der neu geschaffenen Dakar-Serie, klar.

"Ich bin überzeugt, das Team ist in allen Bereichen gut aufgestellt. Angesichts der Erfolge der letzten 18 Monate kann ich sagen, dass das Auto, die Fahrer und die Beifahrer gut sind, sonst hätten wir diese Ergebnisse nicht erzielen können", meint Nissen, der mit einem guten Gefühl in die Generalprobe im September in Portugal und die neue Dakar geht: "Wir sind gut vorbereitet und werden sicher eine gute Rolle spielen, hoffentlich bis zum Schluss. Es wäre schön, wenn unser lang ersehnter Dakar-Sieg kommt."