2008.07.30 Neuss : Weltmeisterinnen heben ab zur "Mission Gold"

Die DFB-Frauen haben sich mit ehrgeizigen Zielen auf den Weg nach China begeben. "Wir wollen eine Medaille - am liebsten natürlich die goldene", sagte DFB-Trainerin Silvia Neid.

jla
Silvia Neid geht selbstbewusst ins Olympische Turnier

Als DFB-Trainerin Silvia Neid mit den deutschen Frauenfußball-Weltmeisterinnen zur "Mission Olympia-Gold" nach Shenjang aufbrach, war die vor einer Woche verpatzte Generalprobe gegen Norwegen (0:2) längst kein Thema mehr.

"Wir wollen eine Medaille - am liebsten natürlich die goldene. Wir sind amtierender Welt- und Europameister, von daher ist es ganz normal, dass wir zum Favoritenkreis gezählt werden. Aber das ist kein Problem für uns. Das deckt sich mit unseren Erwartungen", sagte Neid kurz vor der Abreise nach China im Interview mit dfb.de.

In der Vorrunde warten drei Hammer-Gegner

Dass mit den Spielen gegen Vizeweltmeister Brasilien (6. August), Nigeria (9. August) und Nordkorea (12. August) gleich in der Vorrunde drei Hammer-Gegner auf die DFB-Frauen warten, ist trotz der Hoffnung auf den dritten Sieg bei einem großen Turnier in Folge allerdings auch Rekordnationalspielerin Birgit Prinz bewusst.

"Das wird ein ganz schweres Turnier. Wir müssen gleich zum Auftakt am 6. August bei der Neuauflage des WM-Endspiels gegen Brasilien voll da sein - und das Niveau dann möglichst bis zum Finale halten", meinte die Angreiferin von Triple-Gewinner 1. FFC Frankfurt.

Während die deutschen Frauen die letzte WM- und EM-Endrunde dominierten, reichte es bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney und 2004 in Athen jeweils nur zu Bronze. Gerade für die älteren Spielerinnen wie Prinz oder Renate Lingor könnte es die letzte Chance sein, bei Olympia Gold zu holen.

Fitness als Schlüssel zum Erfolg

Um das große Ziel zu erreichen, legte Neid in der Vorbereitung einmal mehr ein Hauptaugenmerk auf die Fitness. Bei der Niederlage gegen Norwegen kamen die DFB-Frauen direkt aus den kräftezehrenden Trainingseinheiten. Deshalb fuhr Neid auch die Intensität der Einheiten in den vergangenen Tagen zurück, damit ihr 18-köpfiger Kader topfit in die WM-Neuauflage gegen Brasilien geht.

"Wir müssen in China im Drei-Tages-Rhythmus spielen, da bleibt von vornherein wenig Zeit zur Regeneration. Dazu finden unsere Partien am späten Nachmittag statt, wenn die Temperaturen immer noch sehr hoch sind. Und außerdem haben die Teams mit einem 18er-Kader eine ziemlich dünne Personaldecke, da muss man schon hoffen, dass sich niemand verletzt oder gesperrt wird", meinte Neid.