2008.08.02 Neuss : Hamilton erobert Pole in Ungarn, Glock überzeugt

Lewis Hamilton geht vor seinem McLaren-Teamkollegen Heikki Kovalainen in den Großen Preis von Ungarn in Budapest. Toyota-Pilot Timo Glock startet von Platz fünf.

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Lewis Hamilton überzeugt in Ungarn

Lewis Hamilton und Timo Glock strahlten in Budapest um die Wette: Während der britische WM-Spitzenreiter in 1:20,899 Minuten souverän die Pole Position für den Großen Preis von Ungarn holte und von dort am Sonntag (14.00 Uhr/live bei Premiere und RTL) als erster Formel-1-Pilot seit Rekordweltmeister Michael Schumacher im Sommer 2006 drei Siege in Folge feiern könnte, hatte auch der Toyota-Pilot aus Wersau eine echte Sternstunde. Als Fünfter fuhr er die mit Abstand beste Startposition seiner Formel-1-Karriere heraus.

"Platz fünf und den Teamkollegen geschlagen, das ist schon ganz in Ordnung", sagte Glock, der im ersten Moment sogar noch ein bisschen geknickt war. "Ich hatte eigentlich sogar ein bisschen mehr erhofft", meinte der 26 Jahre alte Hesse, der in der zweiten Qualifikations-Runde sogar Zweiter hinter Ferrari-Pilot Felipe Massa (Brasilien) war. Kaum zu glauben, dass Glock noch vor knapp zwei Wochen beim Heimspiel in Hockenheim nach einem schweren Unfall noch eine Nacht im Krankenhaus verbracht hatte. Nachwirkungen spürt er aber keine mehr.

"Bis jetzt ein sehr gutes Wochenende"

Hamilton war unterdessen sehr zufrieden. "Das war bis jetzt ein sehr gutes Wochenende. Mein Team hat einen sehr guten Job gemacht. Das ist eine gute Ausgangsposition, aber es wird dennoch ein schweres Rennen", meinte der Vize-Weltmeister nach seiner vierten Pole Position in dieser Saison und Nummer zehn insgesamt. Nach den Triumphen in Silverstone und Hockenheim könnte er mit einem weiteren Erfolg seine Führung in der Gesamtwertung (58 Punkte) vor Massa (Brasilien/54) und dessen Ferrari-Kollegen Kimi Räikkönen (Finnland/51) weiter ausbauen könnte.

Massa (1:21,191) landete hinter Heikki Kovalainen im zweiten McLaren-Mercedes (Finnland/1:21,140) auf Startposition drei, Weltmeister Räikkönen (1:21,516) sogar noch hinter dem Polen Robert Kubica im BMW-Sauber (1:21,861) und Glock (1:21,326) nur auf Rang sechs. "Eine großartige Leistung von Lewis, Heikki und dem Team - ein Traum und unsere dritte Pole in Folge. Ich hoffe, wir können morgen diesen Startplatz auch in den dritten Sieg in Folge umsetzen", meinte Mercedes-Sportchef Norbert Haug.

Pech für Heidfeld, Vettel und Rosberg

Ein Tag zum Vergessen war es dagegen für BMW-Sauber-Pilot Nick Heidfeld. Der Mönchengladbacher hatte auf seinen schnellen Runden zu viel Verkehr und blieb nach zuletzt deutlich aufsteigender Form und den meisten Punkten aller Fahrer in den letzten vier Rennen diesmal als 16. bereits in der ersten Qualifikationsrunde hängen. Dass Toro-Rosso-Pilot Sebastien Bourdais (Frankreich) für seine Behinderung fünf Startplätze nach hinten gesetzt wurde und Heidfeld dadurch einen Platz auf Position 15 vorrückte, war nur ein kleiner Trost.

"Ich bin total enttäuscht. Auf meiner letzten Runde waren mir gleich vier Autos im Weg. Die meisten haben wenigstens versucht, Platz zu machen, aber Bourdais stand mir am Ende komplett im Weg. Ich hatte gehofft, dass das so offensichtlich war, dass er sofort bestraft würde und ich damit noch in Q2 gekommen wäre. Er hat sich später zwar entschuldigt, aber das hat wohl mein Rennen kaputt gemacht", meinte Heidfeld. "Wir können froh sein, wenn Nick von dort im Rennen noch in die Punkte fahren könnte", erklärte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen.

Pech hatten neben Heidfeld auch Sebastian Vettel (Heppenheim), der im Toro-Rosso-Ferrari die Top 10 nur um 13 Tausendstelsekunden verpasste und im Rennen auf Startplatz 11 steht, und Nico Rosberg. Der in Wiesbaden geborere Sohn des ehemaligen Weltmeisters Keke Rosberg konnte wegen Hydraulikproblemen an seinem Williams-Toyota in der zweiten Qualifikationsrunde nicht fahren und steht nun am Sonntag unmittelbar vor Heidfeld auf Platz 14. Adrian Sutil (Gräfelfing) wurde im Force-India-Ferrari 20. und damit Letzter.