2008.08.06 Neuss : Audi-Sportchef: "Es wird fast ständig überholt"

Wenige Tage vor dem 1000-km-Rennen auf dem Nürburgring spricht Audi-Sportchef Wolfgang Ullrich im sid-Gespräch über die Besonderheiten des Rennens: "Es wird fast ständig überholt."

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Audi-Sportchef Wolfgang Ullrich

Am 17. August macht die Le Mans Series Halt auf dem Nürbugring. Als Audi-Sportchef und Lokalmatador spricht Wolfgang Ullrich mit dem Sport-Informations-Dienst (sid) über die bisherige Saison und erklärt, wieso sich die Fans auf das Langstreckenrennen freuen dürfen.

sid: "Das 1000-km-Rennen lebt am 17. August auf dem Nürburgring wieder auf. Ist das Heimspiel auch für Audi etwas Besonderes?"

Wolfgang Ullrich: "Selbstverständlich ist das 1000-km-Rennen auf dem Nürburgring für Audi etwas Besonderes. Im Rahmen der LMS ist es unser Heimrennen. Wir haben die Möglichkeit, den deutschen Fans unseren R10 TDI zu präsentieren und ganz nah am Geschehen zu sein. Der R10 startet erstmals in Deutschland. Außerdem haben wir hier bereits 2004 mit dem R8 am Ring gesiegt. Das möchten wir natürlich gerne wiederholen und freuen uns auf ein spannendes Rennen."

sid: "Wie hat sich das Team in der Zeit nach Le Mans auf dieses Rennen vorbereitet?"

Ullrich: "Die Wochen seit Le Mans haben wir genutzt, um einige Tests zu absolvieren, aber auch die Fahrzeuge bis ins letzte Detail zu überprüfen und wieder für das nächste Rennen auf Vordermann zu bringen. Außerdem gab es ein bisschen Urlaubszeit und damit die Möglichkeit, ein wenig die Batterien aufzuladen."

sid: "In den bisherigen drei Saisonrennen hat der große Rivale Peugeot gewonnen. Es wird also Zeit für einen Audi-Sieg ..."

Ullrich: "Bisher ist das so. Wir setzen alles daran, dies zu ändern. Le Mans hat gezeigt, dass die Konkurrenz weiterhin mit uns rechnen muss. Die Mannschaft ist stark und nach dem erneuten Erfolg beim schwersten Rennen der Welt hoch motiviert."

sid: "Es muss nicht immer Formel 1 sein. Dürfen sich die Fans auf dem Nürburgring auf ein besonderes Sportwagen-Spektakel freuen?"

Ullrich: "Auf jeden Fall dürfen sich die Fans freuen. In einem Langstreckenrennen, wie wir es betreiben, wird dem Zuschauer sehr viel geboten: Vor allem viele Fahrzeuge unterschiedlicher Klassen und Hersteller auf höchstem Niveau und viele Überholvorgänge. Es wird fast ständig überholt und pausenlos Action geboten. Durch die Dauer des Rennens von rund fünf Stunden ist das Motorsportereignis 1000-km-Rennen schon ein ganz Spezielles."

sid: "Neben der American Le Mans Serie und dem 24-Stunden-Klassiker in Le Mans ist Audi mit dem R10 TDI jetzt in der LMS am Start. Hat die europäische Le Mans Serie eine große Zukunft?"

Ullrich: "Die Akzeptanz der American Le Mans Serie und der 24 Stunden von Le Mans zeigt das Interesse an diesem Sport. Der Faktor Zeit spielt eine ganz andere Rolle als bei einem Sprintrennen. Speed und Zuverlässigkeit sind die höchsten Gebote in einem so langen Rennen. Wir wollen aktiv mitarbeiten und helfen, dass diese Serie den Stellenwert und die Akzeptanz bekommt, die sie verdient hat."

sid: "Was macht den Reiz der Le Mans Serie aus?"

Ullrich: "Der Reiz der Le Mans Serie liegt natürlich darin, dass es eine europäische Serie ist. Aber auch die Tatsache, dass Sie noch relativ in den Kinderschuhen steckt. Sie hat unheimliches Potenzial, den Langstreckensport auch in Europa noch populärer zu machen. Zudem ist es für Audi selbstverständlich eine sehr gute Präsentations-Plattform."

sid: "Wie fällt Ihr Fazit mit den Sportwagen aus, der Le-Mans-Sieg überstrahlt in diesem Jahr doch wieder alles, oder?"

Ullrich: "Natürlich ist Le Mans immer das Highlight des Jahres. Durch unseren dritten TDI-Sieg in Folge gewinnt dieses Rennen auch für die Diesel-Technologie einen besonderen Wert. Nicht weniger sind die Erfolge in der American Le Mans Serie, aber auch in der LMS zu bewerten. Derzeit befinden wir uns in der LMS-Fahrerwertung mit dem Fahrzeug von Mike Rockenfeller und Alexandre Premat auf gleicher Ebene mit dem besten Peugeot. Es ist also noch alles offen."