2008.08.06 Neuss : Neuauflage des WM-Finals gleich zu Beginn

Zum Auftakt des Olympischen Frauenfußball-Turniers wartet heute mit Brasilien ein Goldkandidat auf die deutsche Elf. Die Selecao Feminina will dabei Revanche für das WM-Finale.

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Will Druck von der Mannschaft nehmen und tritt auf die Euphoriebremse: Silvia Neid

Für die deutschen Fußball-Frauen beginnt heute die "Operation Gold" mit einem vorgezogenen Endspiel: Mit dem WM-Zweiten Brasilien wartet gleich zum Auftakt des olympischen Turniers in Shenyang ein Mitfavorit auf die deutschen Weltmeisterinnen. Doch der deutschen Mannschaft um Kapitänin Brigit Prinz ist trotz Weltfußballerin Marta vor der Neuauflage des WM-Finales 2007 nicht bange. "Mir ist es wurscht, dass wir gegen Brasilien spielen. Unser Ziel ist die Goldmedaille, dafür müssen wir jedes Spiel gewinnen - auch gegen die", sagte die Torjägerin.

Respekt ja, Angst nein - so lautet das Motto auf dem Weg zum einzigen Turniersieg, der dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) in seiner umfangreichen Sammlung noch fehlt. "Wir wollen diesen Titel, das ist ganz klar", hatte Neid zuletzt immer wieder betont. An ihrer Vorgabe hat sich seit der Ankunft im Reich der Mitte nichts geändert.

Neid prophezeit "ganz enges Spiel"

Doch Neid ist vorsichtiger geworden. Sie weiß um die Stärke des Gegners, der in Shenyang im gleichen Hotel wohnt. "Das wird ein ganz enges Spiel, die Tagesform entscheidet. Wir müssen hellwach sein", sagte sie. Angesichts der weiteren Gegner Nigeria (9. August) und Nordkorea (12.) meinte DFB-Präsident Theo Zwanziger: "Es wird ganz schwer, sich den großen Traum von Gold zu erfüllen."

Neid hat ihren Spielerinnen vor dem Wiedersehen mit Brasilien (11.00 Uhr) das Träumen verboten. "Wir wollen zunächst einmal ins Viertelfinale kommen", sagte sie. Um das große Ziel und den hohen Erwartungsdruck für kurze Zeit zu vergessen, gab sie Dienstagvormittag frei. Die Spielerinnen entspannten sich im kaiserlichen Palast oder beim Einkaufen in der Millionen-Metropole.

Statistik spricht für, Klima gegen die deutsche Elf

Neben den Brasilianerinnen, gegen die Deutschland von bislang sechs Duellen keines verloren hat, werden die Hitze und der Rasen heute wohl die größten Probleme für die DFB-Elf sein. Seit Tagen wird es in Shenyang wärmer und wärmer, bei hoher Luftfeuchtigkeit werden um 17.00 Uhr Ortszeit 32 Grad erwartet. Das Grün im 60.000 Zuschauer fassenden Olympiastadion bezeichnete Neid beim Training als "total hoppelig". Die Organisatoren gelobten indes Besserung.

Der mögliche Ausfall von Stürmerin Conny Pohlers (Kniereizung) macht Neid indes ebensowenig Sorgen wie die verpatzte Generalprobe beim 0:2 in Norwegen. Im Vergleich zur WM 2007 sei ihre Mannschaft "fitter und besser drauf", sagte sie. 16 Weltmeisterinnen stehen im 18-köpfigen Kader, Torfrau Nadine Angerer im Fokus: 2007 hatte sie die Brasilianerinnen mit ihren Paraden zum Verzweifeln gebracht.

Verlorenes WM-Finale als zusätzliche Motivation

Die Selecao Feminina sinnt auf Rache für das 0:2 von Shanghai. "Wir sind jetzt definitiv stärker als damals. Diese Mannschaft hat genug Talent, um Gold zu gewinnen", tönte Marta. Vor vier Jahren in Athen gewannen sie immerhin Silber. "Wir werden gegen die Deutschen spielen als wäre es ein Finale", verspricht Daniela.