2008.08.07 Neuss : Auch Rogge appelliert an die Klubs

Nach Joseph Blatter hat sich auch Jacques Rogge für einen Verbleib von Diego und Co. in Peking ausgesprochen. "Lasst die Spieler ihren Traum leben", sagte der IOC-Präsident.

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Jacques Rogge (r.) im Gespräch mit Joseph S. Blatter

Nach FIFA-Boss Joseph S. Blatter hat auch IOC-Präsident Jacques Rogge im Streit um die Olympia-Abstellung von Fußball-Profis die Klubs zum Einlenken aufgefordert. Der 65 Jahre alte Belgier appellierte an die Vereine, trotz deren Sieges gegen den Fußball-Weltverband vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS die Spieler nicht vom olympischen Turnier abzuziehen.

"Lasst die Spieler ihren Traum leben. Ich appelliere an die Klubs, den olympischen Geist bis zum Ende der Spiele zu achten", sagte Rogge. Er sei "besorgt", erklärte er: "Diese Situation muss ein Ende haben." Nach den Spielen in Peking will Rogge gemeinsam mit Blatter, der tags zuvor einen ähnlichen Appell an die Klubs gerichtet hatte, nach einer Lösung für künftige olympische Turniere suchen.

Rummenigge will vermitteln

Karl-Heinz Rummenigge bot derweil in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der Europäischen Klubvereinigung (ECA) an, bei der Entscheidungsfindung zu helfen. Die FIFA, die Europäische Fußball-Union (UEFA) und die ECA sollten sich "im Licht des eindeutigen CAS-Urteils nach den Olympischen Spielen in Peking zusammensetzen, um sicherzustellen, dass wir in Zukunft solche Konflikte vermeiden", sagte der Vorstandsvorsitzende des deutschen Meisters Bayern München. Den CAS-Spruch begrüßte er ausdrücklich.

Am Mittwoch hatte der Internationale Sportgerichtshof in Peking verkündet, dass für die U23-Spieler keine Abstellungspflicht seitens der Klubs bestehe. Neben den Bundesligisten Werder Bremen (wegen Diego) und Schalke 04 (Rafinha) war auch der spanische Topklub FC Barcelona (Lionel Messi) wegen der von der FIFA verfügten Abstellungspflicht vor den CAS gezogen. Andere Vereine können sich nun mit einem Widerspruch anschließen und ihre U23-Spieler zur Rückkehr zwingen.

Schalke und Bremen stellen Bedingungen

Schalke und Bremen wollen dies nicht tun, solange der brasilianische Verband drei Bedingungen erfüllt: Der Verband soll für die Zeit der Abstellung die Gehälter der Spieler übernehmen, eine zusätzliche Abstellungsgebühr in nicht genannter Höhe entrichten und zudem eine Unfallversicherung für die Profis abschließen. Hertha BSC Berlin, das durch den Serben Gojko Kacar betroffen ist, schloss sich den Forderungen an.

Barcelonas Cheftrainer Josep Guardiola will zunächst das Gespräch mit Starspieler Messi suchen, ehe er eine Entscheidung über einen eventuellen Verbleib des argentinischen Nationalspielers im olympischen Fußballturnier bekanntgibt.