2008.08.08 Neuss : Hertha kommt mit blauem Auge davon

Hertha BSC Berlin hat mit viel Mühe die zweite Runde im DFB-Pokal erreicht. Bei Eintracht Trier gewann der Bundesligist durch Tore von Pantelic, Lustenberger und Ebert 3:1 (1:1).

jdr
Marko Pantelic trifft zum zwischenzeitlichen 1:0 gegen Trier

Nur mit großer Mühe hat Bundesligist Hertha BSC die erste Pokalhürde übersprungen und eine neuerliche Blamage im Cup-Wettbewerb abwenden können. Erst Treffer der Youngster Fabian Lustenberger (60.) und Patrick Ebert (81.) erlösten das hochfavorisierte Team von Trainer Lucien Favre und sorgten für das schmeichelhafte 3:1 (1:1) beim Regionalligisten Eintracht Trier.

Die frühe Führung der Hertha durch Stürmer Marko Pantelic (8.) hatte Kevin Lacroix (26.) für die wacker kämpfenden Lokalmatadoren per Kopf ausgeglichen. Vor sechs Jahren war die Hertha zuletzt in der ersten Runde gescheitert, im Vorjahr hatte sie sich aber eine Runde später beim Regionalligisten Wuppertaler SV blamiert.

Vor 5830 Zuschauern im Moselstadion zeigten die mit drei Neuzugängen angetretenen Gäste ohne ihren verletzten Kapitän und Nationalspieler Arne Friedrich (Rückenbeschwerden) besonders in der Abwehr eine schwache Leistung. Sechs Tage vor dem Zweitrunden-Hinspiel der UEFA-Cup-Qualifikation bei NK Ljubljana/Slowenien und eine gute Woche vor dem Bundesligastart am 17. August bei Eintracht Frankfurt ließ sich das Favre-Team besonders in der ersten Halbzeit den Schneid abkaufen und enttäuschte.

Dabei hatte Torjäger Pantelic die Berliner, bei denen der 2, 2-Millionen-Neuzugang Amine Chermiti nur in den letzten sieben Minuten zum Einsatz kam, nach Pass des brasilianischen Neuzugangs Cicero mit einem 15-Meter-Flachschuss früh in Führung gebracht. Doch in der Folge forcierten dann überraschenderweise die viertklassigen Trierer das Tempo und deckten die Schwächen in der Hertha-Abwehr, die neben Friedrich auch Josip Simunic (Rotsperre) ersetzen musste, schonungslos auf.

Zunächst verzog der emsige Lacroix einen Schuss noch knapp (21. ). Doch fünf Minuten später machte es der Abwehrspieler besser, als er eine Ecke von Eintracht-Kapitän Thorsten Wittek einköpfte. Da wurden Erinnerungen wach an die Saison 1997/98, als sich die Trierer zum Pokalschreck gemausert hatten. Damals war der zweimalige Amateurmeister nach Überraschungssiegen gegen die Bundesligisten Borussia Dortmund (2:1) und Schalke 04 (1:0) erst in einem dramatischen Halbfinale am MSV Duisburg (9:10 n.E.) gescheitert.

Nach dem Wechsel entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, bei dem kein Klassenunterschied mehr auszumachen war. Der besonders bei Flanken unsicher wirkende Hertha-Keeper Jaroslav Drobny bewahrte seine Elf mit einer Parade gegen Gustav Schulz sogar vor einem Rückstand (53.).