2008.08.08 Neuss : Hertha startet Mission "Endspiel im Wohnzimmer"

Mit sechs Spielen wird heute die erste DFB-Pokal-Runde fortgesetzt. Hertha BSC startet bei Eintracht Trier ins Unternehmen "Heim-Endspiel", Preußen Münster empfängt den VfL Bochum.

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Hertha BSC will ins Endspiel nach Berlin

Hertha BSC Berlin träumt vom Erreichen des "Heim-Endspiels" im Olympiastadion, der VfL Bochum sucht den kürzesten Weg ins internationale Geschäft: Sowohl der Hauptstadtverein als auch der Revierklub starten heute mit großen Ambitionen in den DFB-Pokal, obwohl sich beide Bundesligisten in den vergangenen Jahren im Cup-Wettbewerb nicht gerade mit Ruhm bekleckerten. Im reizvollen Duell "David gegen Goliath" könnten diesmal zwei Regionalligisten in der ersten Hauptrunde zum Stolperstein werden: Der VfL gastiert bei Preußen Münster, die Berliner treten bei Eintracht Trier (jeweils 20.30 Uhr/live bei Premiere) an.

Hoeneß: "Unser Ziel ist das Finale"

"Wir haben im Pokal zuletzt keine Bäume ausgerissen. In Trier wollen wir weiterkommen. Unser Ziel ist das Finale in Berlin", sagte Hertha-Manager Dieter Hoeneß dem kicker. Und Trainer Lucien Favre gibt für das Spiel beim Viertligisten die Marschroute vor: "Wir müssen konzentriert auftreten und schnell den Klassenunterschied aufzeigen."

Vergangene Saison waren die Berliner allerdings in der zweiten Pokal-Runde beim Wuppertaler SV (0:2) ausgeschieden. Es war bereits das vierte frühzeitige Scheitern an einem Regionalligisten in den letzten sechs Jahren. Zudem sah Innenverteidiger Josip Simunic die Rote Karte und wurde für vier Cup-Spiele gesperrt, sodass der Kroate gegen Trier ebenso zuschauen muss wie der verletzte Pal Dardai (Muskelfaserriss) und Kapitän Arne Friedrich (Probleme im Lendenwirbelbereich). Neuzugang Mohamed Amine Chermiti soll, falls die Spielberechtigung rechtzeitig eintrifft, zunächst auf der Ersatzbank sitzen.

Beim Gegner Trier sind die Hoffnungen auf eine Sensation eher gering. Zu groß ist die Erinnerung an die herbe Erstrunden-Niederlage (0:9) im letzten Jahr gegen Schalke 04. "Wir sind krasser Außenseiter", erklärt Eintracht-Trainer Werner Weiss, der möglichst lange ein 0:0 halten möchte. "Je länger uns das gelingt, umso größer wäre die Chance auf eine Überraschung."

Die Trierer Fans scheinen nicht so recht an einen Sieg des Underdog, im Jahr 1998 nach Siegen gegen Schalke und Dortmund sogar Halbfinalist, zu glauben: Im Moselstadion werden gegen Hertha nur 4000 bis 5000 Zuschauer erwartet. Immerhin sind der Eintracht, wie allen anderen Teilnehmern, in der ersten Pokalrunde TV-Gelder in Höhe von 97.942 Euro sicher.

In Münster ist dagegen ein wahres Pokalfieber entbrannt: Das 15.050 Zuschauer fassende Preußenstadion ist seit Tagen ausverkauft und Teammanager Carsten Gockel kann den Anstoß kaum erwarten: "Es ist sowieso schon etwas Besonderes, nach elf Jahren zum ersten Mal wieder im DFB-Pokal zu spielen. Aber das erste Saisonspiel direkt vor ausverkauftem Haus gegen einen Bundesligisten zu haben, ist natürlich ein Traum." Er hoffe, das dass geordnete Chaos gut über die Bühne gebracht und ein Fußball-Fest gefeiert werde.

Unterhaching empfängt Freiburg

Die Bochumer zeigen sich von der Euphorie beim Bundesliga-Gründungsmitglied wenig beeindruckt und geben sich trotz einer mageren Cup-Bilanz kämpferisch: "Der Pokal bleibt der kürzeste Weg ins internationale Geschäft. Für den VfL ist es zudem die realistischste Möglichkeit, einen Titel zu erringen", erklärte Bochum-Coach Marcel Koller, dessen Team im vergangenen Jahr in der zweiten Runde an Alemannia Aachen (2:3) scheiterte.

In der Vorbereitung blieb der VfL in sieben Spielen zuletzt jedoch sieglos. Zudem fehlen dem Schweizer Coach die Mittelfeldspieler Christoph Dabrowski und Joel Epalle (jeweils Gelb-Rot-Sperre) sowie Rückkehrer Paul Freier (Reha nach Knochenabsplitterung).

Zu einem Duell zweier ehemaliger Bundesligisten kommt es bei der Partie zwischen SpVgg Unterhaching (3. Liga) und dem SC Freiburg (2. Liga). Abgerundet wird der Pokal-Freitag durch zwei weitere Vergleiche zwischen der dritt- und zweithöchsten deutschen Spielklasse: Erzgebirge Aue empfängt den FC St.Pauli, und Kickers Offenbach trifft auf die SpVgg Greuther Fürth.