2008.08.10 Neuss : Phelps holt Gold - Deutsche Staffel ohne Medaille

Der US-Schwimmer Michael Phelps hat die Goldmedaille über 400 Meter Lagen in Weltrekordzeit gewonnen. Dagegen ging die deutsche Damenstaffel über 4x100 Meter Freistil leer aus.

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Neuer Weltrekord über 400m Lagen für Michael Phelps

US-Superstar Michael Phelps hat in der ersten Entscheidung der olympischen Schwimm-Wettbewerbe von Peking mit einem Weltrekord seine insgesamt siebte Goldmedaille gewonnen. Nach sechs Triumphen in Athen schlug der 23-Jährige im Finale über 400m Lagen nach 4:03,84 Minuten an und verbesserte damit seine eigene Bestmarke vom 29. Juni dieses Jahres in Omaha um 1,41 Sekunden. Für die deutsche Frauenstaffel sprang über 4x100-m-Freistil nach einem starken Start am Ende ein guter fünfter Platz heraus.

Silber ging an den Ungarn Laszlo Cseh, der seinen eigenen Europarekord auf 4:06,16 Minuten schraubte. Bronze holte sich Ryan Lochte aus den USA in 4:08,09. Deutsche Teilnehmer waren nicht am Start.

Michael Phelps tritt in Peking achtmal an und will als erster Schwimmer überhaupt achtmal Gold bei einer olympischen Veranstaltung gewinnen. Sollte der US-Schwimmer in der chinesischen Metropole viermal Gold gewinnen, wäre er der erfolgreichste Olympia-Teilnehmer aller Zeiten.

Prominenter Besuch im Aquatic Center

Phelps bekam bei seinem ersten Finale prominente Unterstützung. US-Präsident George W. Bush verfolgte mit seiner Frau Laura sowie seinem Vater im Aquatic Center den Endlauf über 400m Lagen. Bush, der etwa 10 Minuten vor dem Start die Halle betrat, fieberte mit einer Fahne in der Hand auf der Tribüne mit. "Nach dem Rennen habe ich gesehen, wie der Präsident mit der Fahne geschwenkt und mir den Daumen nach oben gezeigt hat. Das war ein großer und bewegender Moment", schwärmte Phelps. Über seine Paradestrecke ist er aber wohl zum letzten Mal angetreten: "Ich habe meinem Coach gesagt, dass ich über diese Distanz nicht mehr schwimmen mag."

Deutsche Frauenstaffel nur auf Platz fünf

Das 4x100-m-Freistil-Quartett der Frauen um Britta Steffen hat die erste deutsche Medaille bei den Olympischen Spielen in Peking verpasst. Nach Platz zwei in den Vorläufen belegten die Berlinerin sowie ihre Kolleginnen Meike Freitag, Daniela Götz und Antje Buschschulte in 3:36,85 Minuten nur den fünften Platz. "Dieser Platz war in etwa realistisch. Trotzdem sind wir traurig, dass es nicht zu mehr gereicht hat", erklärte die 24-jährige Steffen, die in dieser Verfassung auch um eine Medaille bei ihrem Einzelstart zittern muss. "Britta hat die nötige Lockerheit gefehlt", sagte DSV-Sportdirektor Örjan Madsen über Steffen, die sich in den letzten Tagen konsequent abgeschottet hatte.

Gold ging erstmals seit 72 Jahren wieder an die Niederlande, die in 3:33,76 Minuten ihren eigenen Weltrekord nur um 14 Hundertstelsekunden verpassten. Platz belegten die USA in 3:34,33, Bronze holte sich Athen-Sieger Australien in 3:35,03.

Taehwan Park holt Gold über 400m Freistil

Weltmeister Taehwan Park aus Südkorea hat in den olympischen Schwimm-Konkurrenzen in Peking die Goldmedaille über 400m Freistil gewonnen. In 3:41,86 Minuten siegte der 18-Jährige vor dem Chinesen Lin Zhang (3:42,44) und dem Vorlaufschnellsten Larsen Jensen aus den USA (3:42,78). Beide deutschen Starter waren in den Vorläufen gescheitert. Paul Biedermann aus Halle/Saale landete nach dem missglückten Warm-up für seine Paradestrecke 200m Freistil auf Rang 18, Christian Kubusch aus Magdeburg belegte Rang 29.

Auch Rice mit Weltrekord zu Gold

Die australische Schwimmerin Stephanie Rice hat sich mit einem Weltrekord die Goldmedaille über 400m Lagen gesichert. Die 20 Jahre alte WM-Dritte aus Brisbane unterbot in 4:29,45 Minuten die alte Bestmarke der drittplatzierten US-Amerikanerin Katie Hoff um 1,67 Sekunden. Silber ging in 4:29,89 Minuten an Kirsty Coventry aus Simbabwe, die vier Jahre zuvor in Athen über 200m Rücken triumphiert hatte. Die favorisierte Katie Hoff musste sich in 4:31,71 mit Bronze begnügen.

Im Vorlauf ausgeschieden war Katharina Schiller. Die "Ersatzstarterin", die für die verletzte Nicole Hetzer (Burghausen) nachgenannt worden war, belegte nur Rang 33 (4:51,52).

Dale mit Europarekord ins Finale

Der Norweger Alexander Dale Oen hat über 100m Brust seinen zweiten Europarekord innerhalb von 14 Stunden aufgestellt. Dale Oen blieb im Halbfinale in 59,16 Sekunden 25 Hundertstel unter seiner Marke vom Vorlauf und verfehlte den Weltrekord von Brendan Hansen aus den USA nur um drei Hundertstelsekunden.