2008.08.10 Neuss : Volleyballer zum Auftakt ohne Glück

Im ersten Spiel des olympischen Turniers kassierten Deutschlands Volleyballer eine 0:3-Niederlage gegen Polen. In Satz zwei vergab das Team dabei vier Satzbälle.

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Niederlage für die deutschen Volleyballer

Mit zitternden Händen ist Deutschlands Volleyballern das Olympia-Comeback nach 36 Jahren missglückt. Vor 5000 Zuschauern im Capital Gymnasium von Peking blieb das nervöse deutsche Team weit unter seinen Möglichkeiten und unterlag gegen Vize-Weltmeister Polen 0:3 (17:25, 31:33, 20:25). Knackpunkt des Spiels war der zweite Durchgang, in dem gleich vier Satzbälle vergeben wurden.

"Das war der erste Schlag in den Nacken, aber der wirft uns nicht um", meinte Routinier Ralph Bergmann: "Das sind unsere ersten Olympischen Spiele seit Jahrzehnten. Wir sind halt nicht so cool wie die anderen." Das gesteckte Ziel Viertelfinale sei noch erreichbar - allerdings wartet am Dienstag (10.00 Uhr Ortszeit/4.00 Uhr MESZ) im EM-Zweiten Russland ein weiterer schwerer Brocken.

Moculescu kritisierte, dass die Mannschaft zu viele Chancen vergeben und Fehler gemacht habe: "Aber wir können ja jetzt nicht heimfliegen. Vielleicht haben sich die Jungs zu viel ausgerechnet - wenn man zu träumen anfängt, verliert man den Boden unter den Füßen." Der enttäuschte Verbandschef Werner von Moltke meinte jedoch, dass "man die Mannschaft jetzt nicht verdammen darf".

Das letzte Spiel deutscher Volleyballer im Zeichen der fünf Ringe hatte es am 9. September 1972 in München gegeben, als die DDR im Olympia-Finale 1:3 gegen Japan verloren hatte. Bei der Rückkehr auf die große Bühne machte Italien-Legionär Marcus Popp den historischen ersten Punkt zum 1:0. Danach lief trotz der Vorbereitung des Psychologen Wolfgang Glöckner fast gar nichts mehr zusammen.

Hübner: "Jetzt müssen wir halt einen der schweren Brocken knacken"

In der Annahme gab es anfängerhafte Fehler, der sonst so starke Block wurde von den leicht favorisierten Polen oft ausmanövriert. Zuspieler Frank Dehne wirkte genau wie Hauptangreifer Jochen Schöps völlig indisponiert. Ein wenig Hoffnung keimte nur im zweiten Durchgang auf, als der verärgerte Moculescu bis auf den mit 11 Zählern punktbesten Routinier Stefan Hübner die komplette Stammannschaft auswechselte.

Die "zweite Garnitur" wehrte zunächst vier Satzbälle ab, hatte dann selbst vier, vergab sie alle und resignierte schließlich nach dem Satzverlust. "Wir hatten uns so viel vorgenommen, aber das ist jetzt voll nach hinten losgegangen", sagte Hübner: "Wir sind mit dem falschen Bein ins Turnier gestartet, jetzt müssen wir halt einen der schweren Brocken knacken."

Der nächste deutsche Gegner Russland setzte sich zum Auftakt gegen den Weltliga-Zweiten Serbien 3:1 durch. Weltmeister Brasilien ließ Außenseiter Ägypten beim 3:0 keine Chance.

Die besten vier Mannschaften der Gruppe qualifizieren sich fürs Viertelfinale, das ist auch das Mindestziel des deutschen Teams. Dafür sind mindestens zwei Siege Pflicht.

Vor dem Spiel hatte sich das Team für ein historisches Foto zum Olympia-Comeback versammelt. Nur Moculescu hatte 1972 Olympia-Erfahrung gesammelt, als er für Rumänien in München dabei war. Für ihn schließt sich in Peking der Kreis, für sein Team begann eine neue Ära mit einer bitteren Pleite.