2008.08.13 Neuss : DFL-Geschäftsführer Seifert auf Konfrontationskurs

Im Streit mit dem Bundeskartellamt um die Vergabe der Bundesliga-Rechte ist DFL-Geschäftsführer Christian Seifert mit der Politik hart ins Gericht gegangen.

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DFL-Geschäftsführer Seifert attackiert die Politik

Angesichts von Werbeverboten und ihrem Streit mit dem Bundeskartellamt um die Vergabe der Bundesliga-Rechte hat die Deutsche Fußball Liga (DFL) gegenüber der Politik den Konfrontationskurs eingeschlagen. "Aus der Bündelung der Themen ergibt sich ein dicker Stock, den man uns in die Speichen hält", sagte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert der Tageszeitung Welt (Donnerstag-Ausgabe).

Seifert warf den Entscheidungsträgern Unwissenheit und eine Blockadepolitik vor. "Würden sich alle Politiker, die sich so gern auf den Tribünen und im Umfeld der Bundesliga zeigen, nur mal eine Stunde intensiv mit der Materie beschäftigen, würden sie dies auch erkennen", so Seifert weiter. Ein Wirtschaftszweig, der fast 35.000 Arbeitsplätze schaffe, werde "in seiner positiven Entwicklung behindert".

Im Disput um die Ausschreibung der TV-Rechte ab 2009 laufe der Liga die Zeit davon: "Natürlich sind die Folgen dieser Hängepartie nicht besonders schön. Irgendwann müssen die Klubs wissen, wie sie planen können. Die Rechte sollten noch in diesem Jahr vergeben sein. Das ist unser Ziel."

Minisportschau als Alternative gehandelt

Um dies gewährleisten zu können, denke die DFL auch über Alternativen zur Sportschau nach. "Eine Art Minisportschau könnte unter den jetzigen Vorgaben eine Alternative sein." Diese könnte ab 19.30 Uhr in einer Kurzfassung alle Tore zeigen, die vom Kartellamt geforderte zeitnahe Ausstrahlung der Bundesliga-Highlights wäre somit gewährleistet. Die Zusammenarbeit mit der Behörde sei nicht einfach: "Leider waren die Unterlagen, die der Presse zur Verfügung gestellt wurden, viermal so umfangreich wie die Unterlagen, die wir bekommen haben."

In der Diskussion um die internationale Konkurrenzfähigkeit der Bundesliga-Vereine richtete er einen Appell an die Europäische Fußball-Union UEFA. "Wenn man gegen Mannschaften antritt, denen es egal sein kann, ob sie 100 oder 200 Millionen Euro Verlust im Jahr machen, ist man machtlos. Die UEFA ist gefordert, ein einheitliches Prinzip zu schaffen."