2008.08.14 Neuss : Bronze im Stechen für Skeet-Schützin Brinker

Die zweite Medaille für die deutschen Schützen hat Christine Brinker im Skeet geholt. Im Stechen der drei Besten reichte es für die Weltmeisterin allerdings "nur" zu Bronze.

jt
Zeigt stolz ihre Bronzemedaille: Christine Brinker

Weltmeisterin Christine Brinker hat im Skeet die zweite Medaille für die deutschen Schützen bei den Olympischen Spielen in Peking geholt. Die 27-Jährige aus Ibbenbüren musste sich im Stechen bei strömendem Regen Olympiasiegerin Chiara Cainero aus Italien und Kimberly Rhode aus den USA geschlagen geben und gewann Bronze. Vor Brinker hatte die Schweinfurterin Munkhbayar Dorjsuren am Mittwoch mit der Sportpistole ebenfalls Bronze geholt.

"Ich war so aufgeregt"

Die 27-Jährige hüpfte nach dem Medaillengewinn glücklich mit der schwarz-rot-goldenen Fahne durch den Regen, auch wenn ihr letztlich nur eine Scheibe zum goldenen Schuss gefehlt hat. "Mir ging es die letzten beiden Tage nicht so gut, ich war so aufgeregt", sagte Olympia-Neuling Brinker, immerhin Weltmeisterin in dieser Disziplin. Dass sie im entscheidenden Moment ruhig geblieben sei, habe sie nicht überrascht: "Ich arbeite seit einiger Zeit mit einem Psychologen zusammen."

Es hätte auch Gold im Skeet sein können, denn die 27-Jährige hatte im Stechen eines Trios die Chance auf den ersten Olympiasieg für die deutschen Wurfscheibenschützen seit Axel Wegners Erfolg vor 20 Jahren. Als Brinker aber gleich die zweite Scheibe verfehlte, feierte die Italienerin Chiara Cainero ihren Olympiasieg. Trotzdem schwenkte Bundestrainer Wilhelm Metelmann jubelnd einen Regenschirm und reichte Brinker nach der ersten Olympia-Medaille in seiner Abteilung seit Susanne Kiermayers Silber 1996 in Atlanta die Deutschland-Fahne.

"Bronze gewonnen und nicht Gold verloren"

"Ich habe Bronze gewonnen und nicht Gold verloren", meinte Brinker: "Ich wusste vor dem Stechen, dass ich die Medaille sicher habe. Dann waren die beiden anderen halt besser." Nach diesen Worten küsste sie ihren Freund Tino Wenzel, der am Wochenende um Skeet-Gold bei den Männern kämpft, und wollte einfach nur noch ins Trockene: "Das waren extreme Bedingungen, ich hatte pitschnasse Füße, aber habe auch im Regen und Gewitter die Nerven behalten."