2008.08.15 Neuss : Deutsche Handballerinnen mit dem Rücken zur Wand

Die deutschen Handballerinnen haben im vierten Gruppenspiel beim 26:27 gegen Schweden die nächste Niederlage kassiert und stehen damit vor dem Olympia-Aus.

dap
Unter Druck: Nadine Härdter (r.)

Nur noch ein kleines Wunder kann die deutschen Handballerinnen bei den Olympischen Spielen vor dem Vorrunden-Aus retten. Das Team von Bundestrainer Armin Emrich verlor beim bitteren 26:27 (13:13) in einem Krimi gegen Schweden sein drittes Spiel in Folge und ist acht Monate nach dem Bronze-Gewinn bei der WM in Frankreich bei Olympia so gut wie ausgeschieden.

Im letzten Gruppenspiel am Sonntag (19.00 Uhr Ortszeit/13.00 Uhr MESZ) muss Deutschland Weltmeister Russland schlagen, um die Chance auf das Erreichen des Minimalziels Viertelfinale zu wahren. Im Frühspiel (9.00/3.00) müssen sich zudem Schweden und Brasilien unentschieden trennen - bei allen anderen Konstellationen wäre das Emrich-Team ausgeschieden.

Deutschland nur noch auf Rang fünf

Die Brasilianerinnen verdrängten Deutschland am Freitag durch einen überraschenden 33:32 (17:12)-Sieg gegen Südkorea auf den fünften Platz. Nur die jeweils besten vier Teams aus beiden Sechser-Gruppen erreichen das Viertelfinale.

Beste deutsche Werferinnen gegen Schweden waren Nina Wörz und Anja Althaus mit je fünf Toren. Doch auch starke Leistungen der Torfrauen Sabine Englert und Clara Woltering reichten nicht zum Sieg. Bei den Schwedinnen, die nach dem ersten Sieg im vierten Spiel wieder im Rennen um das Viertelfinale sind, ragte Johanna Ahlm (7) heraus.

Erneut viele unnötige Fehler

Wie schon bei den Niederlagen gegen Südkorea (20:30) und vor allem Ungarn (24:25) bekamen Grit Jurack, Nadine Krause und Co. ihre Nerven nicht in den Griff. Das Team leistete sich im Spielaufbau und in der Defensive zahlreiche Fehler und musste zunächst ständig einem Rückstand hinterherlaufen. Zudem brachte Schwedens Torfrau Therese Bengtsson, die vor der Pause Siebenmeter von Jurack, Krause und Anna Loerper parierte, den WM-Dritten phasenweise zur Verzweiflung.

Doch wie schon bei der Olympia-Qualifikation Ende März in Leipzig, als die Auswahl des Deutschen Handball Bundes (DHB) mit einem 27:26-Sieg gegen die Schwedinnen den Grundstein für die Peking-Teilnahme gelegt hatte, hielt zumindest Deutschland kämpferisch dagegen. In der 27. Minute gelang Anja Althaus die erste Führung (12:11), die zudem nur durch zahlreiche gute Paraden von Torfrau Sabine Englert möglich geworden war.

Nach der Pause kam die DHB-Auswahl dann besser ins Spiel, doch auch eine 17:14 (37.) brachte aber nicht die nötige Ruhe. Schweden glich in der 42. Minute zum 18:18 aus, danach entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, bei dem sich kein Team mehr absetzen konnte. Der entscheidende Treffer für Schweden gelang Teresa Utkovic.