2008.08.15 Neuss : Einmal Gold und einmal Bronze für Deutschland

Schwimmerin Britta Steffen un die deutschen Bahnrad-Teamsprinter haben dem deutschen Team Gold und Bronze bei den Olympischen Spielen in Peking beschert.

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Britta Steffen freut sich über Gold

Europameisterin Britta Steffen hat die erste deutsche Schwimm-Goldmedaille seit 16 Jahren gewonnen. Die WM-Ditte aus Berlin gewann das Finale über 100m Freistil in der Europarekordzeit von 53,12 Sekunden vor Weltrekordlerin und Weltmeisterin Lisbeth Trickett aus Australien, die in 53,16 gestoppt wurde. Bronze holte sich die US-Amerikanerin Natalie Coughlin in 53,39 Sekunden. Das letzte deutsche Schwimm-Gold bei Olympia hatte 1992 in Barcelona Dagmar Hase über 400m Freistil gewonnen.

Die deutschen Teamsprinter haben bei den olympischen Bahnrad-Wettbewerben die Bronzemedaille gewonnen. Rene Enders aus Erfurt, Maximilian Levy aus Cottbus und der Schweriner Stefan Nimke besiegten im "kleinen Finale" die australische Mannschaft um acht Hundertstelsekunden und bescherten damit dem Bund Deutscher Radfahrer die erste Medaille bei den Sommerspielen in Peking. Gold ging an Großbritannien vor Frankreich.

Die deutschen Fußball-Frauen sind ins Halbfinale eingezogen. Gegen Schweden kam die deutsche Mannschaft zu einem 2.0 (0:0,0:0)-Sieg nach Verlängerung. Kerstin Garefrekes (104.) und Simone Laudehr (115.) erzielten die erlösenden Treffer für die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). In der Vorschlussrunde wartet nun Brasilien auf die deutschen Weltmeisterinnen.

US-Star Michael Phelps hat bei den olympischen Schwimm-Wettbewerben über 200m Lagen in der Weltrekordzeit von 1:54,23 Minuten seinen sechsten Sieg gefeiert und seine Goldausbeute von Athen 2004 wiederholt. Der erfolgreichste Olympionike aller Zeiten benötigt bei seinen beiden weiteren Starts noch einen Triumph, um den olympischen Rekord seines Landsmannes Mark Spitz einzustellen. Spitz hatte bei den Spielen 1972 in München sieben Goldmedaillen gewonnen. Im Lagen-Finale verbesserte Phelps seine eigene Bestmarke um 57 Hundertstelsekunden. Der Ungar Laszlo Cseh schwamm in 1:56,52 Minuten einen Europarekord und wurde Zweiter. Bronze gewann der US-Amerikaner Ryan Lochte in 1:56,53.

Ryan Lochte aus den USA hat das Weltrekordfestival in den olympischen Schwimm-Wettbewerben fortgesetzt. Der Olympiasieger mit der 4x200-m-Freistilstaffel triumphierte im Finale über 200m Rücken in 1:53,94 Minuten und blieb damit 38 Hundertstel unter der alten Bestmarke, die er gemeinsam mit seinem Landsmann Aaron Peirsol gehalten hatte. Peirsol verpasste als Zweiter in 1:54,33 Minuten sein insgesamt fünftes Olympiagold. Bronze ging an den Russen Arkadi Wjattschanin in der Europarekordzeit von 1:54,93 Minuten.

Die US-Amerikanerin Rebeca Soni hat bei den Olympischen Spielen in Peking in der Weltrekordzeit von 2:20,22 Minuten die Schwimm-Goldmedaille über 200m Brust gewonnen. Sie unterbot damit die alte Bestmarke der Australierin Leisel Jones um 32 Hundertstelsekunden. Jones belegte in 2:22,05 Platz zwei vor der Norwegerin Sara Nordenstam, die in 2:23,02 Minuten einen Europarekord aufstellte.

Kugelstoßer Sack scheitert in der Qualifikation

Zum Auftakt der olympischen Leichtathletik in Peking scheiterte Kugelstoßer Peter Sack als erster Deutscher. Um einen Zentimeter verpasste der Leipziger mit 20,01m in der Qualifikation das Finale am Freitagabend. Erstmals in der Olympia-Geschichte reichten in Peking 20 Meter nicht zum Vorstoß in den Endkampf. Der polnische Außenseiter Tomasz Majewski hat derweil die erste Goldmedaille der olympischen Leichtathletik im Vogelnest von Peking gewonnen. Mit der Steigerung auf 21,51 m schlug der 2,04 m lange WM-Fünfte von Osaka 2007 die internationale Elite und avancierte 36 Jahre nach dem Triumph von Wladyslaw Komar 1972 in München zum zweiten polnischen Olympiasieger in dieser Disziplin.

Die deutschen Springreiter haben beim olympischen Reitturnier in Hongkong einen schlechten Aufakt erwischt. In der ersten Qualifikation für die Einzelwertung blieb kein Reiter aus dem deutschen Quartett fehlerfrei.

Gewehrschütze Artur Aiwasijan hat die zweite Goldmedaille für die Ukraine bei den Olympischen Spielen in Peking gewonnen. Der 35 Jahre alte EM-Dritte setzte sich im Finale des Kleinkaliber-Liegendkampfes mit einem Zähler Vorsprung vor Athen-Sieger Matthew Emmons aus den USA durch. Bronze ging an den Australier Warren Potent. Die beiden deutschen Starter Maik Eckhadt (Dortmund) und Michael Winter (Kirchseeon) waren bereits im Vorkampf ausgeschieden.

Nastia Liukin aus den USA hat die olympische Goldmedaille im Mehrkampf der Kunstturnerinnen gewonnen. Die Weltmeisterin vom Schwebebalken setzte sich nach vier Geräten souverän mit 63,325 Punkten durch. Für einen US-Doppelsieg sorgte Weltmeisterin Shawn Johnson mit 62,725 Zählern vor der Chinesin Yang Yilin, die 62,650 Zähler sammelte. Die einzige deutsche Teilnehmerin, Oksana Chusovitina aus Köln, belegte mit 60,125 Punkten den neunten Platz.

Bei den Olympischen Spielen in Peking gibt es zwei weitere Dopingfälle: Bei dem nordkoreanischen Pistolenschützen und zweifachen Medaillengewinner Kim Jong-Su wurde der Betablocker Propranolol festgestellt. Kim wurde von den Spielen ausgeschlossen und muss seine Medaillen zurückgeben. Er hatte den zweiten Platz in der Disziplin Freie Pistole und Rang drei mit der Luftpistole belegt. Zudem wurde die vietnamesische Kunstturnerin Do Thi Ngan Thuong positiv getestet und gleichfalls ausgeschlossen. Neuer Silbermedaillengewinner mit der Freien Pistole ist der Chinese Tan Zongliang, Bronze erhält der Russe Wladimir Issakow. In der Luftpistolen-Wertung rückt der US-Amerikaner Jason Turner auf den Bronzerang vor.

Der dreimalige Olympiasieger Ralf Schumann aus Stockheim liegt bei Halbzeit des Vorkampfes mit der Schnellfeuerpistole nur auf Platz sieben. Der Goldfavorit schaffte 288 Ringe und liegt damit drei hinter dem russischen Spitzenreiter Leonid Jekimow. Weltrekordler Christian Reitz aus Kriftel liegt mit 289 Ringen auf Position vier, allerdings ringgleich mit dem Zweiten. Am Samstag stehen die restlichen 30 Schüsse des Vorkampfes auf dem Programm, danach folgt das Finale.

Die deutschen Handballerinnen haben im vierten Gruppenspiel des olympischen Turniers die dritte Niederlage kassiert und haben kaum noch Chancen auf ihr Minimalziel Viertelfinale. Gegen Schweden unterlag die Mannschaft von Bundestrainer Armin Emrich 26:27. Um das Weiterkommen doch noch perfekt zu machen, benötigen die deutschen Frauen nun allerdings im letzten Gruppenspiel gegen Weltmeister Russland einen Sieg. Zudem müsste die Partie Brasilien gegen Schweden Unentschieden ausgehen.

Siebenkämpferin Schwarzkopf darf noch hoffen

Medaillenhoffnung Lilli Schwarzkopf hat nach dem ersten Tag des olympischen Siebenkampfes noch eine kleine Chance auf Bronze, muss aber hart kämpfen und auf Patzer der Konkurrenz hoffen. Nach schwachem Start holte die Paderbornerin im Kugelstoßen mit 14,61m auf, geht aber trotzdem nur als 14. mit 3694 Punkten in die letzten drei Disziplinen. Die 24-Jährige ist eine hervorragende Speerwerferin und baut vor allem auf diese Disziplin. Beste Deutsche ist derzeit die EM-Vierte Jennifer Oeser (Leverkusen) als Zwölfte (3704). Sie ist aber schon 67 Zähler hinter ihrem Durchgangswert bei der Bestleistung von 6436 Punkten im Juni in Ratingen. Schwarzkopf fehlen nur zwölf Zähler im Vergleich zu den 6536 Punkten, die sie vor zwei Monaten erzielte. Auf Rang 17 liegt Sonja Kesselschläger aus Neubrandenburg, vor vier Jahren in Athen noch Sechste war. Sie hat 3648 Punkte auf dem Konto.

Hammerwerfer Markus Esser hat am ersten Tag der Leichtathletik-Wettbewerbe in Peking das Finale erreicht. Mit 77,60m erzielte der Leverkusener WM-Achte die insgesamt sechstbeste Weite des Tages und ist unter den Zwölf, die am Sonntag um die Medaillen kämpfen. Als Tagesbester kam der ungarische WM- und Olympia-Fünfte Krisztian Pars 80,07m weiter.

Tirunesh Dibaba hat bei den Olympischen Spielen in Peking die erste Goldmedaille für Äthiopien gewonnen. Die 23-Jährige gewann im Nationalstadion die 10.000m in 29:54,66 Minuten vor der gebürtigen Äthiopierin Elvan Abeylegesse, die in 29:56,34 die erste Medaille in der Leichtathletik für die Türkei gewann. Rang drei belegte Shalane Flanagan aus den USA in 30:22,22 Minuten. Sabrina Mockenhaupt aus Köln belegte in der persönlichen Bestleistung von 31:14,21 Minuten den 13. Platz.

Die Zweier-Canadier Felix Michel und Sebastian Piersig haben im olympischen Finale in Peking die bereitliegende Medaille bei den Slalom-Kanuten verpasst. Das Duo aus Spremberg fiel als Spitzenreiter vor dem Finale mit einem desolaten Rennen auf den sechsten Platz zurück. Gold holten sich zum dritten Mal in Folge die slowakischen Zwillinge Pavol und Peter Hochschorner vor den Tschechen Jaroslav Volf und Ondrej Stepanek sowie den Russen Michail Kusnezow und Dimitri Larijonow.

Bongardt verpasst Tore und Finale

Doppel-Weltmeisterin Jennifer Bongardt aus Köln hat im Einerkajak-Rennen nach zwei verpassten Toren das Finale nicht erreicht. Die 25-Jährige kassierte im Halbfinale 100 Strafsekunden und schied damit als Zwölfte aus. Gold ging im Finaldurchgang wie vier Jahre zuvor in Athen an die 36 Jahre alte Slowakin Elena Kaliska, die vor der Australierin Jacqueline Lawrence und der Österreicherin Violetta Oblinger-Peters triumphierte.

Schwergewichtler Andreas Tölzer ist als letzter deutscher Judoka aus dem olympischen Turnier in Peking ausgeschieden. Der Ex-Europameister aus Mönchengladbach unterlag im letzten und entscheidenden Kampf der Trostrunde gegen Frankreichs Weltmeister Teddy Riner mit einem Yuko Rückstand.

Die Wasserspringerinnen Katja Dieckow und Ditte Kotzian haben in der Qualifikation vom 3-m-Brett das Halbfinale am Samstag erreicht. Die Hallenserin Dieckow belegte mit 302,70 Punkten Platz neun, die Berlinerin Kotzian erreichte als 16. mit 282.80 Zählern das Semifinale mit den besten 18.

Weltmeisterin Cao Lei hat die chinesische Dominanz in den Gewichtheber-Wettbewerben der Olympischen Spiele von Peking fortgesetzt. In der Klasse bis 75kg gewann Cao Lei mit 282kg Gold vor der Kasachin Alla Waschnenina mit 266kg und der Russin Nadesda Jewstjachina mit 264kg. Das siebte Heber-Gold für China bedeutet zugleich das 23. Gold für den Gastgeber insgesamt.

Hockeyherren erneut nur mit Remis

Die deutschen Hockeyherren haben im Kampf um das Halbfinale bei den Olympischen Spielen in Peking erneut wichtige Punkte verloren. Zwei Tage nach dem 1:1 gegen Belgien kam der Weltmeister auch gegen Asien-Champion Südkorea nicht über ein 3:3 (1:1) hinaus. Deutschland belegt damit in der Vorrundengruppe A nach drei Spieltagen mit fünf Punkten nur Platz drei hinter dem dreimal siegreichen Topfavoriten Spanien (9) und Neuseeland (6).

Die deutschen Beach-Medaillenhoffnungen Sara Goller/Laura Ludwig und Stephanie Pohl/Okka Rau sind bereits im olympischen Achtelfinale gescheitert. Die Olympiafünften von Athen verloren unter den Augen von Basketball-Star Dirk Nowitzki gegen die Brasilianerinnen Ana Paula/Larissa mit 0:2 (18:21, 14:21). Zuvor hatten die Europameisterinnen Goller/Ludwig einen Matchball vergeben und gegen die österreichischen Schwestern Doris und Stefanie Schwaiger 1:2 (21:23, 21:11, 16:18) verloren.