2008.08.16 Neuss : DBB-Auswahl verspielt Chance auf das Viertelfinale

Die deutschen Basketballer sind bereits in der Vorrunde des olympischen Turniers gescheitert. Im entscheidenden Vorrundenspiel unterlagen Nowitzki und Co. China mit 55:59.

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Die beiden besten Werfer unter sich: Dirk Nowitzki (li.) und Yao Ming

Nach einer schwachen Vorstellung ist die "Mission Olympia" für die deutschen Basketballer bereits nach der Vorrunde des Turniers in Peking beendet. Die Mannschaft um NBA-Star Dirk Nowitzki verlor das Gruppen-"Endspiel" gegen den direkten Konkurrenten China 55:59 (31:27) und kann nach verpasstem Viertelfinale die Koffer packen.

Nowitzki kündigt Rücktritt an

Nowitzki deutete unmittelbar nach dem Aus sogar seinen Abschied von der Nationalmannschaft an - zumindest für 2009. "Wenn man hier hinter der deutschen Fahne ins Stadion einmarschiert, dann ist es nur schwer vorstellbar, im kommenden Jahr wieder eine EM zu spielen", sagte der gebürtige Würzburger.

Für ihn sei in Peking ein Traum in Erfüllung gegangen, meinte Nowitzki: "Mehr war nicht drin. Die Chance war zwar da, aber auch ich habe die verschossen, die ich sonst reinmache."

Auch Bundestrainer Dirk Bauermann sah eine realistische Chance zum Sieg: "Aber wenn in der Schlussphase ein Schrittfehler und ein Offensivfoul gegen Dirk Nowitzki gepfiffen werden, wird es schwer." Chinas 2,29m langer Hüne Yao Ming freute sich derweil über einen "großen Tag für China".

In ihrem Abschiedsspiel trifft die DBB-Auswahl am Montag (20. 00 Uhr Ortszeit/14.00 Uhr MESZ) auf die NBA-Stars der USA. Die Amerikaner haben sich ebenso für die Runde der letzten Acht qualifiziert wie Weltmeister Spanien, Griechenland und China.

Minimalziel verpasst

Damit haben die deutschen Korbjäger das Minimalziel bei ihrer ersten Olympia-Teilnahme seit 1992 in Barcelona (Platz acht) nach nur einem Sieg gegen Afrikameister und Außenseiter Angola verpasst. Tief enttäuscht und frustriert schlichen Nowitzki und Co. nach der Schlusssirene vom Parkett.

In einer spannenden Schlussphase hatte die deutsche Mannschaft sogar den Sieg in der Hand. 18 Sekunden vor dem Ende schaute beim Stand von 55:58 ein Drei-Punkte-Wurf von Nowitzki schon in den Korb, sprang dann aber wieder hinaus. Auf der Gegenseite machten die Gastgeber alles klar.

Bauermann wollte seinen Spielern keinen Vorwurf machen. "Wenn es um den Einzug in ein Viertelfinale geht, ist es immer ein Kampf auf Biegen und Brechen. Da ist das Händchen nicht mehr so locker", meinte der Bundestrainer. Die Mannschaft habe dennoch eine tolle Leistung gezeigt, gekämpft und immer an sich geglaubt.

DBB-Team mit schlechtem Start

In der mit rund 16.000 Zuschauern überraschenderweise nicht ausverkauften Arena erwischte das DBB-Team einen schlechten Start gegen die aggressiv auftretenden Chinesen. Die Gastgeber punkteten hauptsächlich mit ihren Distanzschützen, während die deutschen "Riesen" selbst einfachste Körbe ausließen. Mit sieben der neun Punkte im ersten Viertel (9:19) hielt zumindest Nowitzki die deutsche Mannschaft im Spiel.

Angetrieben vom Frankfurter Guard Pascal Roller und einer starken Verteidigung konnte die DBB-Auswahl zum 25:25 (19.) ausgleichen, weil es unter anderem abwechselnd dem starken Patrick Femerling und auch Chris Kaman gelang, Yao Ming lange Zeit in Schach zu halten. Nur acht Punkte der Chinesen ließ die deutsche Mannschaft im zweiten Spielabschnitt zu und ging in Führung.

Nach dem Wechsel benötigte das DBB-Team fünf Minuten für den ersten Korb und verhalf China nicht zuletzt durch eine äußerst schwache Trefferquote im dritten Viertel zur 47:37-Führung. In den abschließenden zehn Minuten wehrte sich die deutsche Mannschaft gegen das drohende Olympia-Aus, doch es fehlte auch das nötige Glück.

Beste Werfer für Deutschland waren Nowitzki (24 Punkte) und Roller (13). Bei China erzielte Yao Ming 25 Zähler.