2008.08.16 Neuss : Diskussionen um Elfmeter beim Saisonauftakt

Beim Bundesliga-Eröffnungsspiel zwischen dem FC Bayern und dem HSV gab Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer zwei Elfmeter. Bei Spielern und Trainern sorgte er damit für Diskussionen.

jas
Jürgen Klinsmann macht dem Schiedsrichter keinen Vorwurf

Mit zwei Elfmeter-Entscheidungen wegen Haltens hat Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer gleich beim Auftakt der 46. Bundesliga-Saison ein Zeichen gesetzt - und nach dem 2:2 (2:1) zwischen Bayern München und dem Hamburger SV für Diskussionen gesorgt. Hamburgs Trainer Martin Jol ("Das waren keine Elfmeter") befürchtet bereits eine regelrechte Strafstoß-Inflation, sollten die Unparteiischen die Vorgaben der Deutschen Fußball Liga (DFL) weiterhin so konsequent umsetzen.

Der neue Bayern-Coach Jürgen Klinsmann wollte Kinhöfer dagegen keinen Vorwurf machen. "Das muss man so nehmen, wie es jetzt ist. Es ist Vorgabe der Liga an die Schiedsrichter, rigoroser zu Werke zu gehen. Das hat Thorsten Kinhöfer gemacht, das ist vollkommen in Ordnung", meinte der ehemalige Bundestrainer.

"Reine Erziehungssache"

Auch für Kinhöfer waren die beiden Szenen "ganz klar". "Die Spieler werden sich daran gewöhnen. Das ist eine reine Erziehungssache", meinte der Referee aus Herne, der überzeugt ist, "dass es in den Strafräumen nach vier, fünf Spielen nicht mehr wie beim Griechisch-Römisch zugehen wird".

In der 16. Minute hatte Kinhöfer nach einem Klammergriff des Hamburger Joris Mathijsen gegen Bastian Schweinsteiger auf Strafstoß für die Münchner entschieden. In der 57. Minute pfiff er nach einer Attacke von Christian Lell, der HSV-Stürmer Ivica Olic mit dem Ellbogen nach unten gedrückt hatte, einen Elfmeter.

Die Schiedsrichter waren vor der Saison angewiesen worden, besonders auf Halten und Stoßen im Strafraum sowie auf den Einsatz des Ellbogens bei Kopfbällen zu achten. Die Vereine und Spieler wurden darüber informiert. "Wir wussten, dass so gepfiffen wird", sagte Bayern Münchens Nationalspieler Philipp Lahm.