2008.08.16 Neuss : Duell der Diesel-Giganten auf dem Nürburgring

Beim traditionsreichen 1000-km-Rennen auf dem Nürburgring will Audi im vierten Lauf der europäischen LMS endlich den ersten Sieg erringen. Bisher dominiert Peugeot das Geschehen.

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Audi präsentiert den Fans erstmals in Deutschland den R10 TDI

Ein Hauch von Le Mans weht durch die Eifel, wenn es am Sonntag zum Zweikampf zwischen den Diesel-Giganten Audi und Peugeot kommt. Beim traditionsreichen 1000-km-Rennen auf dem Nürburgring will Audi wie beim Saisonhöhepunkt an der Sarthe die Franzosen ausbremsen und beim vierten Lauf der europäischen Le Mans Serie (LMS) den ersten Sieg einfahren. Beim einzigen Auftritt der LMS auf deutschem Boden feiert zudem der Audi R10 TDI nach drei Le-Mans-Siegen in Folge (12.05 Uhr/live in Eurosport 2) sein Renndebüt auf heimischem Boden. "Es ist toll, dass es am Nürburgring quasi eine Fortsetzung des 24-Stunden-Rennens von Le Mans gibt", sagt Audi-Sportchef Wolfgang Ullrich.

Natürlich sei das Rennen für Audi etwas Besonderes, meinte Ullrich: "Wir haben die Möglichkeit, den deutschen Fans unseren R10 TDI zu präsentieren und ganz nah am Geschehen zu sein. Außerdem haben wir hier bereits 2004 mit dem R8 am Ring gesiegt. Das möchten wir natürlich gerne wiederholen und freuen uns auf ein spannendes Rennen."

Peugeot dominieren mit neun Siegen hintereinander

Bislang gab in der LMS allerdings Peugeot den Ton an. Die Franzosen sind seit dem Saisonstart 2007 ungeschlagen und haben seither neun Rennen in Serie und dabei auch in diesem Jahr die bisher ausgetragenen drei 1000-km-Rennen für sich entschieden. "Natürlich wissen wir, dass Peugeot zurzeit das neuere und schnellere Auto hat. Aber bei einem 1000-km-Rennen kommt es nicht nur auf Schnelligkeit, sondern auch auf Zuverlässigkeit, Konstanz und die richtige Taktik an", meinte Ullrich.

In der Fahrerwertung hat das Peugeot-Duo Marc Gene/Nicolas Minassian (Spanien/Frankreich), das in Barcelona und Spa triumphierte, mit 24 Zählern die Nase vorn. Allerdings haben die Audi-Werksfahrer Mike Rockenfeller aus Neuwied und der Franzose Alexandre Premat nach drei zweiten Plätzen ebenfalls 24 Punkte gesammelt und müssen sich nur aufgrund der schlechteren Einzelresultaten mit Gesamtrang zwei begnügen.

Rockenfeller: "Sieg wäre schön, Punktesammeln hat aber Priorität"

"Wir versuchen bei jedem Sportwagen-Rennen zu gewinnen - beim Heimspiel am Nürburgring wäre das aber natürlich besonders schön", sagte Rockenfeller: "Am Ende wollen wir in der LMS aber vor allem den Meistertitel - und da hat das Punktesammeln Priorität. Deshalb kann es sinnvoller sein, hier nicht mit allerletztem Einsatz zu fahren und die Punkte mit nach Hause zu nehmen."

Im ungünstigsten Fall könnte es aber schon eine Titel-Entscheidung gegen das Audi-Duo geben. Sollten Rockenfeller und Premat keine Punkte holen, könnten Gene/Minassian mit einem weiteren Sieg bereits vor dem Saisonfinale am 14. September in Silverstone die erfolgreiche Titelverteidigung perfekt machen.

"König" Ludwig steigt noch mal ins Cockpit

Seit 1953 werden in der Eifel 1000-km-Rennen ausgetragen. Sechs Jahre später war der dreimalige Le-Mans-Sieger und Tourenwagen-König Klaus Ludwig mit seinem Vater als Zuschauer dabei und jubelte Graf Berghe von Trips zu, als der auf der Heimfahrt einfach auf der Gegenfahrbahn am Stau vorbeibrauste. Heute steigt der 58-Jährige noch einmal ins Cockpit einer Corvette, mit der er bei einem ersten Gastspiel im Rahmen der GT Masters auf dem Norisring in Nürnberg sogar den Sieg holte. "Für den Nürburgring sieht es allerdings nicht so gut aus", sagte Ludwig angesichts von 40 Kilogramm Zusatzgewicht für Gaststarter.