2008.08.16 Neuss : Huth und Thiele verlieren Gold im Foto-Finish

Die Ruderinnen Christiane Huth und Ann-Katrin Thiele haben im Doppelzweier die Silbermedaille geholt. Das deutsche Boot verlor den Sieg in einem dramatischen Finish an Neuseeland.

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Christiane Huth und Ann-Katrin Thiele holen Silber

Das deutsche Ruder-Duo Ann-Katrin Thiele aus Leipzig und Christiane Huth aus Potsdam hat im olympischen Finale im Doppelzweier nach einem Herzschlagfinale die Silbermedaille gewonnen. Thiele/Huth lagen nach 2000 Metern nur eine Hundertstelsekunde hinter den siegreichen Athen-Olympiasiegerinnen Georgina und Caroline Evers-Swindell aus Neusseland. Die Entscheidung fiel per Zielfotoentscheid. Bronze holten sich die Britinnen Elise Laverick und Anna Bebington.

"Die Freude über Silber überwiegt"

Noch Minuten nach dem Rennen hockten die deutschen Ruderinnen völlig erschöpft im Boot und wussten nicht, ob ihr Goldtraum in Erfüllung gegangen war. Viel zu knapp war das Duell ausgegangen, ein Sieger war mit bloßem Auge nicht zu erkennen. Das Zielfoto musste entscheiden, und da fehlte dem Duo aus Leipzig und Potsdam gerade mal eine Hundertstelsekunde zum Olympiasieg im Doppelzweier - das entspricht umgerechnet der Winzigkeit von 4, 68 Zentimetern.

"Natürlich ist es etwas ärgerlich, wenn man Gold so knapp verpasst. Aber die Freude über Silber überwiegt", sagte die ehemalige WM-Dritte Huth. Die Rivalinnen aus Neuseeland wiederholten damit vier Jahre nach Athen ihren Olympiasieg.

Lenka Wech und Maren Derlien sind im Finale im Zweier ohne Steuerfrau dagegen um knapp drei Sekunden an einer Medaille vorbeigefahren. Die Europameisterinnen aus Saarbrücken und Hamburg lagen lange auf Bronzekurs, brachen gegen Rennende jedoch ein. Gold ging an die Athen-Olympiasiegerinnen Georgeta Andrunache/Viorica Susanu aus Rumänien vor den Chinesinnen Wu You/Gao Yulan. Bronze holten sich die Weltmeisterinnen Julia Bitschyk und Natalia Helach aus Weißrussland.

Das junge deutsche Ruder-Duo Tom Lehmann und Felix Drahotta hat im olympischen Zweier-ohne-Finale den hervorragenden vierten Platz belegt. Die 19 und 20 Jahre alten Rostocker, die überraschend in den Endlauf eingezogen waren, lagen über drei Sekunden hinter einem Medaillenrang zurück. Gold ging an die australischen Weltmeister Drew Ginn und Duncan Free. David Calder/Scott Frandsen aus Kanada sicherten sich Silber vor den Vizeweltmeistern Nathan Twaddle und George Bridgewater aus Neuseeland.

Deutscher Vierer bei Briten-Triumph Letzter

Beim olympischen Ruder-Hattrick von Großbritannien hat der deutsche Vierer ohne der Männer im Finale in Peking den sechsten und damit letzten Platz belegt. Das Quartett mit Jochen Urban aus Krefeld, Richard Schmidt aus Trier, dem Ulmer Urs Käufer und Gregor Hauffe aus Leverkusen hatte im Ziel mehr als 13 Sekunden Rückstand auf die siegreichen Briten, die sich zum dritten Mal in Folge Olympiagold sicherten. Silber ging an Australien vor Frankreich.

Der Deutschland-Achter hat derweil auch das B-Finale gegen den einzigen Gegner China verloren. Damit landete die Crew um Schlagmann Andreas Penkner (Radolfzell) auf dem achten und somit letzten Platz. Das erst 65 Tage vor Beginn der Sommerspiele neu formierte Flaggschiff des Deutschen Ruderverbandes (DRV) hatte nach dem letzten Rang im Hoffnungslauf das A-Finale mit sechs Großbooten am Sonntag verpasst.