2008.08.17 Neuss : Bradl: "Das war ein ganz spezieller Moment"

Auf die Fahne für die Ehrenrunde wartete er zwar vergeblich, sich feiern lassen durfte Stefan Bradl dennoch. "Das war unglaublich", schilderte der 18-Jährige seinen ersten Sieg.

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Stefan Bradl (r.) und Mike De Meglio auf dem Treppchen

Erst 18 Jahre alt, und doch schon ganz oben: Motorradfahrer Stefan Bradl hat in Brünn den ersten Grand-Prix-Sieg seiner Karriere eingefahren. "Nun gibt es zwei GP-Sieger in meiner Familie", jubelte der Shootingstar im Interview mit dem Sport-Informations-Dienst (sid).

sid: "Herr Bradl, Ihren zweiten Platz auf dem Sachsenring haben Sie ausgelassen gefeiert, beim ersten Sieg am Sonntag in Brünn wirkten Sie verglichen damit eher in sich gekehrt..."

Stefan Bradl: "Das war ein ganz spezieller Moment, extrem unglaublich. Da musste ich erst einmal zu mir kommen. Ich habe auf eine Fahne für die Ehrenrunde gewartet, aber es kam keine. Doch das war okay. So konnte ich alles ganz in Ruhe genießen."

sid: "Sie haben das Rennen sehr souverän nach Hause gefahren und dabei WM-Spitzenreiter Mike di Meglio souverän in Schach gehalten. Wann wurde Ihnen klar, dass der erste Sieg heute wirklich möglich ist?"

Bradl: "In den letzten Runden hat der Kopf nicht mehr gemacht, was ich wollte. Da bin ich in Gedanken schon die Sieger-Interviews durchgegangen. Mir haben schon einige anderer Fahrer gesagt, dass das beim ersten Sieg so passieren wird. Es war trotzdem ein Fehler. Aber ich habe es ja noch gut hinbekommen. Vor Jahren hat hier mein Vater gewonnen, nun gibt es zwei GP-Sieger in meiner Familie."

sid: "In der WM-Wertung sind Sie auf Rang drei vorgerückt. Träumen Sie noch vom Titel?"

Bradl: "Nein. Der Titel ist weg. 60 Punkte bei sechs Rennen sind zu viel. Aber in diesem Jahr bleibt das Ziel, in jedem Rennen aufs Podium zu fahren. Und nächstes Jahr wollen wir in der WM unter die ersten drei und vielleicht sogar Weltmeister werden."

sid: "Haben Sie schon eine Ahnung, wie Team, Familie oder Freunde diesen Sieg mit Ihnen feiern werden?"

Bradl: "Das lasse ich ganz auf mich zukommen. Ich bin sicher, sie werden sich was einfallen lassen. Aber das ist zum Glück nicht mein Job."