2008.08.17 Neuss : Steffen holt zweites Gold - Phelps knackt Rekord

Britta Steffen hat in Peking ihre zweite Goldmedaille gewonnen. US-Superstar Michael Phelps knackte den Olympia-Rekord von Mark Spitz und holte sein achtes Gold in China.

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Zweites Gold für Britta Steffen

Britta Steffen hat bei den Olympischen Spielen in Peking ihre zweite Goldmedaille gewonnen. Zwei Tage nach ihrem Triumph über 100m Freistil siegte die Berlinerin auch über die halbe Distanz. In 24,06 Sekunden unterbot sie dabei den Europarekord der Niederländerin Marleen Veldhuis um drei Hundertstel. Zweite wurde die 41 Jahre alte US-Amerikanerin Dara Torres in 24,07. Bronze ging in 24,16 an Cate Campbell aus Australien.

Phelps knackt Spitz-Rekord

Superstar Michael Phelps knackte unterdessen den Rekord seines US-Landsmannes Mark Spitz und gewann als erster Sportler achtmal Gold bei denselben Olympischen Spielen. Gemeinsam mit Aaron Peirsol, Brendan Hansen und Jason Lezak siegte Phelps in der 4x100-m-Lagenstaffel zum Abschluss der Becken-Wettbewerbe von Peking. In 3:29,34 Minuten stellten die US-Boys auch einen Weltrekord auf. Nach seinen sechs Triumphen von Athen 2004 hat Phelps nun insgesamt 14-mal Gold geholt und seine Führung in der Rangliste der erfolgreichster Olympioniken überhaupt weiter ausgebaut. Silber ging in 3:30,04 an Australien vor Japan in 3:31,18.

Silber für Chusovitina, Blech für Hambüchen

Europameisterin Oksana Chusovitina gewann überraschenden die olympische Silbermedaille beim Sprung. Die 33 Jahre alte Kunstturnerin aus Köln sammelte 15,575 Punkte und lag damit nur 0,75 hinter Hong Un Jong, die das zehnte Olympia-Gold für Nordkorea in der Geschichte gewann. Bronze holte sich Weltmeisterin Cheng Wei aus China.

Fabian Hambüchen belegte dagegen zum Auftakt der Einzel-Finals den undankbaren vierten Platz am Boden. Dem Reck-Weltmeister aus Niedergirmes fehlten am Ende 0,75 Zähler zum drittplatzierten Russen Anton Golozuzkow. Gold holte sich Mannschafts-Olympiasieger Zou Kai aus China vor dem Spanier Gervasio Deferr. Xiao Qin aus China hat derweil die Goldmedaille am Seitpferd gewonnen.

Jamaikas Sprinterinnen haben im 100-m-Endlauf bei den Olympischen Spielen einen Dreifach-Triumph gefeiert. Shelly-Ann Fraser spurtete in 10,78 Sekunden überlegen zur Goldmedaille, ihre beiden Mannschaftskolleginnen Sherone Simpson und Kerron Stewart belegten zeitgleich in 10,98 Sekunden Rang zwei. Es war das erste Sprint-Gold für Jamaikas Frauen und der erste Dreifach-Triumph für eine Nation auf der 100-m-Distanz, seit 1912 drei Amerikaner Gold, Silber und Bronze gewonnen hatten.

Die deutschen Hockey-Herren haben ihre Chance auf das Erreichen des Halbfinals bei den Olympischen Spielen in Peking gewahrt. Die Auswahl von Bundestrainer Markus Weise bezwang in ihrem vierten Vorrundenspiel die bis dahin ungeschlagenen Spanier mit 1:0 und kann mit einem weiteren Sieg in der abschließenden Partie gegen Neuseeland am Dienstag die Vorschlussrunde erreichen.

Weltrekordler Kenenisa Bekele aus Äthiopien hat in Peking über 10.000m seinen Olympiasieg von Athen wiederholt. Der Weltmeister verwies in 27:01,17 Minuten seinen Landsmann Sileshi Sihine und Micah Kogo aus Kenia auf die Plätze zwei und drei. Damit ging zum vierten Mal in Folge der 10.000-m-Olympia nach Äthiopien. Bekeles Landsmann Haile Gebrselassie, Sieger von 1996 und 2000, wurde Sechster.

Peckolt-Brüder segeln zu Bronze

Auf dem olympischen Segelrevier in Qingdao bescherten die Brüder Jan-Peter und Hannes Peckolt dem DSV in einem packenden Medaillenrennen mit zahlreichen Kenterungen und Materialschäden das erste Edelmetall seit acht Jahren. Bei starkem Wind und rauer See gewann das 49er-Duo Bronze. Gold ging an die Dänen Jonas Warrer und Martin Ibsen. Silber sicherten sich Iker Martinez und Xabier Fernandez aus Spanien.

Zuvor hatte die Britin Sarah Ayton und ihre Yngling-Crew die erste Goldmedaille der Segelwettbewerbe geholt. Die Welt- und Europameisterinnen verwiesen die Niederländerinnen um Mandy Mulder und Griechenland um Sofia Bekatorou auf die Plätze zwei und drei. Die Berlinerin Ulrike Schümann und ihre Crew beendeten die Regattaserie auf Rang vier.

"Nur" Bronze für den Doppelvierer um Kathrin Boron

Ruderin Kathrin Boron verpasste dagegen im Doppelvierer ihre fünfte Goldmedaille verpasst und bestätigte nach dem vierten Platz ihr zuvor angekündigtes Karriereende. Das erste olympische Ruder-Gold überhaupt durfte Gastgeber China bejubeln, der sich vor Weltmeister Großbritannien durchsetzte. Um vier Hundertstelsekunden verfehlten Berit Carow aus Hamburg und die Rostockerin Marie-Louise Dräger im Doppelzweier Bronze. Die Goldmedaille holten Kirsten van der Kolk und Marit van Eupen aus den Niederlanden. Nur den sechsten und letzten Platz belegte der deutsche Doppel-Vierer. Gold gewann Weltmeister Polen vor Italien und dem WM-Zweiten Frankreich. Zum Abschluss der Ruder-Wettbewerbe gewann anschließend Topfavorit Kanada die Goldmedaille im Achter.

Beim Tennisturnier der Männer krönte der neue Weltranglisten-Erste Rafael Nadal seinen Aufstieg mit dem Olympiasieg. Der 22-Jährige bezwang im Finale den Chilenen Fernando Gonzalez mit 6:3, 7:6 und 6:3. Gonzalez hat derweil seinen Medaillensatz vervollständigt. Nach Gold im Doppel und Bronze im Einzel bei den Spielen 2004 kam nun die Silbermedaille dazu.

Bei den Frauen avancierte Jelena Dementjewa zur neuen Olympiasieger. Die 26-Jährige bezwang im rein russischen Finale Dinara Safina 4:6, 7:5, 6:3. Auch Bronze ging an eine Russin. Wera Swonarewa setzte sich gegen die Chinesin Na Li 6: 0, 7:5 durch. Es ist der erste Dreifach-Triumph eines Landes bei einem olympischen Tennisturnier nach der Wiederaufnahme ins Programm im Jahr 1988.

Im Doppel ging Gold an die Schwestern Venus und Serena Williams. Das Duo aus den USA setzte sich im Endspiel in nur 1:06 Stunden gegen die Spanierinnen Anabel Medina Garrigues und Virginia Ruano Pascual mit 6:2, 6:0 durch. Bronze ging an die Chinesinnen Zi Yan und Jie Zheng, die die ukrainischen Schwestern Aljona und Katerina Bondarenko 6:2, 6:2 bezwangen.

Rebecca Romero radelt zu Gold

Bei den Bahnrad-Wettbewerben gewann Rebecca Romero aus Großbritannien die 3000-m-Einerverfolgung der Frauen. Die Weltmeisterin besiegte ihre Teamkollegin Wendy Houvenaghel. Das Rennen um Platz drei gewann Lesja Kalitowska aus der Ukraine.

Der Chinese Qiu Jian gewann die Königsdisziplin der olympischen Schießwettbewerbe. Im Dreistellungskampf setzte sich der 33-Jährige mit nur einem Zehntelpunkt Vorsprung vor dem Ukrainer Juri Suchorukow durch. Bronze ging an den Slowenen Rajmond Debevec. Die beiden deutschen Teilnehmer Maik Eckhardt und Michael Winter hatten den Sprung ins Finale der besten Acht verpasst.

Die japanische Freistil-Ringerin Kaori Icho wiederholte derweil ihren Olympiasieg von Athen 2004. Die Weltmeisterin setzte sich im Finale der Klasse bis 63 kg gegen Europameisterin Alena Kartaschowa aus Russland durch. Deutsche Ringerinnen waren in dieser Gewichtsklasse nicht am Start.

Grant Hackett über 1500m Freistil geschlagen

Bereits am Morgen hatte der Australier Grant Hackett den olympischen Gold-Hattrick über 1500m Freistil verpasst. Im Finale der Sommerspiele von Peking musste sich der Olympiasieger von Sydney 2000 und Athen 2004 in 14:41,53 Minuten mit Silber zufriedengeben. Gold sicherte sich der Tunesier Oussama Mellouli in 14:40,84. Bronze ging an Ryan Cochrane aus Kanada in 14:42,69 Minuten.

Australien gewann die Lagenstaffel der Frauen über 4x100 m. Emily Seebohm, Leisel Jones, Jessicah Schipper und Lisbeth Trickett schlugen in 3: 52,69 Minuten an und blieben damit drei Sekunden und fünf Hundertstelsekunden unter ihrem eigenen Weltrekord. Platz zwei sicherten sich die USA in 3:53,30 vor Gastgeber China in 3:56,11.

Die rumänische Marathonläuferin Constantina Tomescu holte die dritte Goldmedaille für ihr Heimatland.. Die 38 Jahre alte ehemalige Halbmarathon-Weltmeisterin setzte sich auf der 42,195-km-Distanz in 2:26:44 Stunden durch und verwies die kenianische Ex-Weltmeisterin Catherine Ndereba sowie Chinas WM-Zweite Zhou Chunxiu auf die Plätze. Beste aus einem deutschen Duo war Frankfurt-Marathonsiegerin Melanie Kraus aus Leverkusen in 2:35:17 auf Platz 38. Die deutsche Meisterin Susanne Hahn aus Saarbrücken belegte in 2:38:31 Rang 52.

Hammerwerfer Primoz Kosmus sicherte die erste Goldmedaille für Slowenien. Der WM-Zweite holte mit einer Weite von 82,02m auch den ersten Leichtathletik-Olympiasieg überhaupt für sein Land. Rang zwei und drei ging an die Weißrussen Wadim Dewjatowski und Iwan Tichon. Markus Esser aus Leverkusen wurde mit bescheidenen 77,10m Neunter.

Die deutschen Handballerinnen haben schon vor ihrem abschließenden Gruppenspiel am Sonntag gegen Weltmeister Russland den Einzug ins Viertelfinale beim olympischen Turnier verpasst. Im ersten Spiel des Tages der Gruppe B bezwang Schweden die Brasilianerinnen 25:22 und ist nicht mehr von Platz vier, der zum Einzug ins Viertelfinale ausreicht, zu verdrängen.

Frankreichs Säbel-Fechter gewannen Mannschafts-Gold und wiederholten damit den Triumph von Athen 2004. Das Team um Nicolas Lopez, Silbermedaillen-Gewinner im Einzel, bezwang in der letzten olympischen Fecht-Entscheidung der laufenden Spiele am Sonntag die USA 45:37. Bronze ging an Italien durch ein 45:44 gegen Russland. Eine deutsche Mannschaft hatte sich nicht für Olympia qualifiziert.

Überraschend Gold holte Südkorea im Badminton-Mixed. Lee Hyo Jung und Lee Yong Dae besiegten das topgesetzte indonesische Duo Liliyana und Nova Widianti 21:11, 21:17. Bronze ging an China.