2008.08.20 Neuss : Hockey-Frauen scheitern an China

Der Traum vom erneuten Olympiasieg ist für die deutschen Hockey-Frauen beendet. Die Athen-Siegerinnen unterlagen im Halbfinale Gastgeber China mit 2:3 (1:1).

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Marion Rodewald setzt sich durch

Die deutschen Hockeydamen haben das Endspiel bei den Olympischen Spielen in Peking verpasst. Der Europameister musste sich im Halbfinale trotz zweimaliger Führung den wie entfesselt aufspielenden Gastgeberinnen aus China 2:3 (1:1) geschlagen geben. Natascha Keller (4.) und Janine Beermann (36.) trafen zwar für Deutschland, trotz einer Weltklasseleistung von Torfrau Kristina Reynolds waren für China aber Lihua Gao (31.), Yibo Ma (40.) und Yudiao Zhao (58.) zum verdienten Sieg erfolgreich.

Das deutsche Team verpasste die Gelegenheit, als erste deutsche Ballsportmannschaft einen Olympiasieg innerhalb von vier Jahren zu wiederholen. Stattdessen geht es gegen Argentinien (18.00 Uhr/12.00 MESZ) "nur" um die Bronzemedaille. "Da haben wir nach dem 0:4 in der Vorrunde noch eine Rechnung offen", erklärte Mannschaftskapitän Marion Rodewald später gefasst und schon wieder angriffslustig. Im Endspiel trifft China auf Weltmeister Niederlande, der Argentinien im zweiten Semifinale mit 5:2 (3:0) auseinandernahm.

Reynolds verhindert Schlimmeres

Zur Halbzeit war es allein Kristina Reynolds zu verdanken, dass die deutsche Mannschaft nicht schon fast aussichtslos zurücklag, sondern mit einem 1:1 in die Kabine ging. Die Hamburgerin zeigte eine Weltklasseleistung und vereitelte mit zahlreichen Paraden weitere Gegentore. Den Treffer von Gao nach einer erstklassigen Kombination aus kurzer Distanz konnte sie allerdings auch nicht verhindern.

Dabei hatte die Partie für die Olympiasiegerinnen von 2004 optimal begonnen. Hatte Janine Beermann in der ersten Minute noch Pech, als ihr Schuss nur am Pfosten landete, war Keller anschließend umso glücklicher. Nachdem Torfrau Yimeng Zhang einen Schuss von Fanny Rinne noch parieren konnte, schlug die Berlinerin zunächst über den Ball, konnte einen zweiten Versuch aber im langen Eck versenken.

Unruhe trotz früher Führung

In Deutschland wäre die Aktion wahrscheinlich als gefährliches Spiel abgepfiffen worden. Die Proteste der Chinesinnen waren deshalb verständlich. Die frühe Führung brachte allerdings keine Ruhe in die Aktionen der Europameisterinnen. China erhöhte kontinuierlich den Druck aus dem Mittelfeld und störte das deutsche Spiel schon im Aufbau. Es gab kaum noch Befreiung, die Aktionen wurden immer zerfahrener.

In der 20. und 22. Minute klärte Reynolds schon zwei Strafecken von Yibo Ma. Die chinesische Mannschaftsführerin durfte kurzfristig doch spielen, ihre Sperre vom Vortag wurde nach einem Protest wieder aufgehoben. Kurz vor der Pause verhinderte Reynolds mit zwei tollen Paraden den Rückstand.

Ma entscheidet das Spiel

Auch im zweiten Durchgang brachte die erneut frühe Führung durch Beermann kein anderes Bild. China drängte, Deutschland verteidigte so gut es ging und hatte in Reynolds einen starken Rückhalt. Doch dann musste sie doch den erneuten Ausgleich hinnehmen, als Ma erfolgreich war.

Zwölf Minuten vor dem Ende konnte Reynolds auch den Treffer von Zhao nicht mehr verhindern. Nachdem die anschließenden verzweifelten Angriffsversuche der Deutschen erfolglos blieben, war der Traum vom zweiten Gold geplatzt.