2008.08.21 Neuss : BMW versorgt Konkurrenz mit Testergebnissen

Die Erkenntnisse der Untersuchungen eines Unfalls mit dem Energie-Rückgewinnungssystem KERS sollen der ganzen Formel 1 helfen. BMW legt die Ergebnisse für die Konkurrenz offen.

usc1
BMW engagiert sich in Sachen Sicherheit

BMW-Sauber stellt die Sicherheit der Formel 1 über eigene mögliche Wettbewerbsvorteile. Die Münchner haben die Erkenntnisse aus einer dreiwöchigen Untersuchung eines Testunfalls mit dem neuen Energie-Rückgewinnungssystem KERS dem Automobil-Weltverband FIA und den anderen Formel-1-Rennställen zur Verfügung gestellt.

"Wir glauben, dass KERS nicht nur für BMW gut ist, sondern für die Formel 1, und dass alles, was man bezüglich Sicherheit lernt, allgemein umgesetzt werden sollte", erklärte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen im Vorfeld des Großen Preises von Europa in Valencia (Sonntag, 14.00 Uhr).

"Werden nicht gesamtes KERS-Konzept offenlegen"

"Wir werden ja nicht unser gesamtes KERS-Konzept offenlegen, sondern nur alle sicherheitsrelevanten Erkenntnisse, die dann auch bei anderen einfließen sollten, deren Systeme wir gar nicht kennen", sagte Theissen. Den Zweiflern an der neuen Technik, die ab 2009 zum Einsatz kommen soll, würden Erkenntnisse zur Verfügung gestellt, "die ihnen helfen sollten, ihr eigenes System voranzubringen".

Mit KERS werden Systeme bezeichnet, die entweder elektrisch oder mechanisch Bremsenergie speichern und damit später kurzfristig für einige Sekunden pro Runde die Leistung des Autos um bis zu 70 PS steigern können. Bei Testfahrten in Jerez war allerdings ein BMW-Sauber-Mechaniker durch einen Stromschlag verletzt worden, woraufhin das Team drei Wochen lang in einer Halle in München mit aufwändigen Versuchen das Problem untersucht und den Fehler gefunden hatte.

Die Erkenntnisse seien nicht nur wertvoll für die Formel 1, sondern auch für künftige Hybrid-Serienautos, meinte Theissen, der weitere Testfahrten mit dem System bis zur Lösung des Problems ausgesetzt hatte. Noch vor Saisonende soll der BMW-Sauber mit KERS wieder auf die Strecke gehen.