2008.08.21 Neuss : Claudia Bokel neu im IOC

Degenfechterin Claudia Bokel hat überraschend den Einzug ins IOC geschafft. Bei der Wahl zur Athletenkommission wurde sie mit den drittmeisten Stimmen auf acht Jahre gewählt.

pk
Claudia Bokel

Degenfechterin Claudia Bokel hat bei den Olympischen Spielen in Peking überraschend den Einzug ins Internationale Olympische Komitee (IOC) geschafft. Bei der Wahl zur Athletenkommission wurde die Tauberbischofsheimerin mit den drittmeisten Stimmen (1836) auf acht Jahre gewählt.

Damit erhöht sich die Anzahl der deutschen IOC-Mitglieder auf drei. Außerdem gehören dem Gremium Vizepräsident Thomas Bach und der frühere NOK-Präsident Walther Tröger an, der allerdings 2009 wegen Erreichen der Altersgrenze (80) ausscheiden muss.

29 Kandidaten waren zur Abstimmung über die Athletenvertreter angetreten. Die meiste Unterstützung bei den über 11.000 wahlberechtigten Sportlern der Sommerspiele erhielt der südkoreanische Taekwondo-Olympiasieger Moon Dae Sung (3220) vor dem russischen Schwimm-Olympiasieger Alexander Popow (1903).

Schwarthoff und Hackl scheiterten

Hinter Bokel belegte Volleyballerin Yumilka Ruiz Luaces (Kuba/1571) den vierten Platz und wurde als vierte Sportlerin ebenfalls in die Athletenkommission gewählt. Mehr als 7000 Stimmen wurden abgegeben. Zum neuen Chef der Kommission war bereits zu Beginn der Spiele 200-m-Hallenweltrekordler Frankie Fredericks (Namibia) gewählt worden.

Die dreimalige Olympiastarterin Bokel (1996, 2000 und 2004), seit 2005 Vorsitzende der Athleten-Kommission der Europäischen NOKs (EOC), hatte einen intensiven Wahlkampf geführt. Als Vertreterin einer kleinen Sportart, in der sie 2004 bei Olympia Teamsilber und 2001 den WM-Titel holte, waren ihre Chancen zuvor eher als gering eingestuft worden.

Zuletzt waren deutsche Sportler 2004 (Hürdensprinter Florian Schwarthoff) und 2006 (Rodler Georg Hackl) gescheitert. Von den zwölf für je acht Jahre gewählten Athletenvertretern im IOC fallen acht auf den Sommer- und vier auf den Wintersport.