2008.08.23 Neuss : Hockeyherren holen drittes Olympiagold

Die deutschen Hockeyherren haben zum dritten Mal olympisches Gold geholt. Christopher Zeller erzielte das goldene Tor beim 1:0 (1:0)-Sieg im Finale gegen Spanien.

bbi1
Die deutschen Hockey-Herren sind Olympiasieger

Die deutschen Hockeyherren haben sich ihren Goldtraum erfüllt. Zwei Jahre nach dem Gewinn der Weltmeisterschaft triumphierte die Auswahl des Deutschen Hockey-Bundes (DHB) auch bei den Olympischen Spielen in Peking. Durch den 1:0 (1:0)-Erfolg über Spanien wurde die Mannschaft als drittes DHB-Team nach 1972 und 1992 Olympiasieger. Christopher Zeller erzielte das goldene Tor in der 16. Minute.

Zweites Gold für Trainer Weise

"Wahnsinn, die Spanier hatten überhaupt keine Chance", sagte Torwart Max Weinhold und schrie seine Freude heraus: "Das ist super, total verrückt." Nach dem Schlusspfiff flogen die Schläger weg, die Spieler lagen sich in den Armen und feierten mit einer Deutschland-Fahne.

"Man muss Olympiasieger werden, damit sich die Leute in 20 Jahren noch an einen erinnern", meinte Max Müller: "Das haben wir uns heute vorgenommen." Die Goldmedaillen überreichte IOC-Vize Thomas Bach.

Erst als zweite Mannschaft nach Pakistan 1984 konnte Deutschland als amtierender Weltmeister auch Olympiasieger werden. Bundestrainer Markus Weise feierte zudem einen einmaligen Triumph: Als erster Coach eines Ballsportteams führte er innerhalb von vier Jahren Frauen und Männer zur Goldmedaille.

Das deutsche Team begann die Partie sehr kontrolliert. Anders als bei den Damen am Tag zuvor im Spiel um den dritten Platz war den Spielern keine Nervosität anzumerken. "Wenn man in der Vorrunde Spanien schlägt und im Halbfinale gegen die Niederlande zurückkommt, dann weiß man, dass Großes drin ist", sagte Tibor Weißenborn, der nach dem Triumph seine Karriere in der Nationalmannschaft beendet: "Diese Chance muss man ergreifen."

Es dauerte länger als eine Viertelstunde, bis der Vize-Europameister erstmals überhaupt in die Nähe des deutschen Schusskreises kam. Da lag der Weltmeister schon 1:0 in Führung. Nach einem Solo von Moritz Fürste über die rechte Seite gab es die zweite Strafecke. Zeller ließ sich die Chance diesmal nicht entgehen, nachdem sein erster Versuch in der fünften Minute noch abgeblockt wurde. "Hey, Goldmedaille, hey", schallte es aus dem deutschen Fanblock der Freunde und Familienangehörigen.

Keeper Weinhold hält Sieg fest

Erst nach dem Rückstand fand Spanien besser ins Spiel, die deutsche Mannschaft zog sich etwas weiter zurück und hoffte auf Konter. Siebenmeter-Held Max Weinhold zeigte aber auch in der 19. Minute bei der ersten Strafecke von Santi Freixa seine Klasse. Der Kölner ließ sich auch in der 22. Minute von David Alegre nicht überwinden.

Im zweiten Durchgang drängte Spanien zwar verstärkt auf den Ausgleich. Die ausgezeichnete deutsche Abwehr stand aber überwiegend sicher. Auf der Gegenseite hatte sie Pech, als Matthias Witthaus mit einem "Stecher" an Torwart Francisco Cortes scheiterte. Auch Philip Witte (61.) fand in dem Keeper seinen Meister. Dadurch wurde die Schlussphase noch einmal spannend, den Olympiasieg ließ sich das Team aber nicht mehr nehmen.

"Wir haben das Gefühl gehabt, dass wir als Team jeden schlagen können", sagte der erst 20 Jahre alte Hamburger Tobias Hauke, der wie Müller erst nach der WM in den Kader gekommen ist: "Deshalb wollten wir das Gold unbedingt, auch wenn es in der Vorrunde mal Zweifel gab."