2008.08.23 Neuss : Vettel Sechster, Massa erobert Pole Position

Toro-Rosso-Pilot Sebastian Vettel wird beim Großen Preis von Europa in Valencia von der sechsten Startposition ins Rennen gehen. Felipe Massa gewann im Ferrari das Qualifying.

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Bestzeit für Felipe Massa

"Wunderkind" Sebastian Vettel hat in Valencia mit Platz sechs die beste Startposition seiner noch jungen Formel-1-Karriere erobert und Ferrari-Pilot Felipe Massa trotz dessen Pole Position die Show gestohlen. Im zweiten Durchgang, in dem die Fahrer noch nicht mit der Benzinmenge für das Rennen unterwegs sind, fuhr Vettel in seinem Toro-Rosso-Ferrari nämlich sogar die absolut beste Zeit des Tages.

"Da hatte ich erst gedacht, jemand hätte die Tabelle umgedreht", sagte der 21-Jährige aus Heppenheim mit einem breiten Grinsen und war überglücklich über seinen sechsten Platz im Qualifying. "Das ist ein Super-Ergebnis. Wir haben an diesem Wochenende viel mehr richtig gemacht als falsch", sagte Vettel nach der Qualifikation für den Großen Preis von Europa.

Vettel: "Ich bin Realist"

Seine zuvor beste Startposition war der siebte Rang von seinem Debütrennen 2007 in Indianapolis war, damals noch als Ersatzfahrer im BMW-Sauber. Im Toro Rosso hatte Vettel bislang einen achten Startplatz in Silverstone zu Buche stehen. Seine besten Platzierung im Rennen sind bislang Rang vier aus Schanghai im vorigen Jahr und Position fünf in Monte Carlo in dieser Saison. "Ich bin Realist, aber ein Platz in den Punkten sollte schon möglich sein", sagte er mit Blick auf das Rennen am Sonntag (14.00 Uhr/live bei Premiere und RTL).

Vettels früherer Chef Mario Theissen von BMW-Sauber kam nach dessen Glanzleistung spontan zum Gratulieren vorbei. "Ein klasse Job von Sebastian Vettel und Toro Rosso, Kompliment", lobte auch Mercedes-Sportchef Norbert Haug, dessen Schützling Lewis Hamilton (Großbritannien) im McLaren-Mercedes neben Massa in der ersten Reihe steht. "Ich bin sicher, wir sind gut fürs Rennen gerüstet - mal sehen, wer morgen den längsten ersten Turn fährt", sagte Haug.

Vettel war auf dem neuen und schnellen Stadtkurs der beste Deutsche vor BMW-Sauber-Pilot Nick Heidfeld aus Mönchengladbach auf Startplatz acht (1:40,631) und Nico Rosberg aus Wiesbaden im Williams-Toyota (1:40,721) auf Position neun. Toyota-Pilot Timo Glock schaffte es erkältet nicht, an seine starke Leistung vom 2. Platz in Budapest anzuknüpfen, und musste sich mit Position 13 zufrieden geben. Für Adrian Sutil aus Gräfelfing blieb mit seinem Force-India-Ferrari nur der 20. und damit letzte Startplatz.

Massa: "Wir haben ein sehr gutes Auto"

Massa freute sich drei Wochen nach seinem durch einen Motorschaden verhinderten Sieg in Budapest über seine vierte Pole Position in dieser Saison und Nummer 14 seiner Karriere. "Wir haben ein sehr gutes Auto, das haben wir schon oft bewiesen", meinte der Brasilianer: "Die Strecke hier ist sehr schön, aber auch rutschig. Deshalb ist es schwer, eine perfekte Runde zu fahren." Dritter wurde Heidfelds Teamkollege Robert Kubica aus Polen (1:39,392) vor Weltmeister Kimi Räikkönen aus Finnland im zweiten Ferrari (1:39,488). Vor dem 12. von 18 WM-Läufen am Sonntag führt Hamilton in der Gesamtwertung mit 62 Punkten und fünf Zählern Vorsprung vor Titelverteidiger Räikkönen. Massa folgt mit 54 Punkten auf Rang drei vor Kubica (49) und Heidfeld (41).

Der Gladbacher hätte fast wie zuletzt in Budapest erneut den Sprung in die zweite Qualifikations-Runde verpasst. Auf seiner zweiten schnellen Runde lief er auf Glock auf und verbremste sich. Mit erhobener Faust und einigen wütenden Worten im Boxenfunk machte "Quick Nick" seinem Ärger Luft und verhinderte mit einer angehängten weiteren Runde doch noch das frühe Scheitern. "Ich dachte schon an ein Deja-vu, als mir Timo im Weg stand, und fürchtete, mein Rennen sei ruiniert. Zum Glück habe ich dann noch eine schnelle Runde geschafft", sagte Heidfeld.

Im zweiten Durchgang fuhr er spät sogar auf Rang drei und lag damit vor Teamkollege Kubica, daher war er schließlich mit Rang acht nicht ganz zufrieden. "Das ist nicht perfekt, aber mehr war nicht drin. Schließlich spielt auch das Benzingewicht eine Rolle", meinte Heidfeld.