2008.08.27 Neuss : "Königsklasse" ohne Königsblau

Der FC Schalke 04 hat durch eine 0:4 (0:1)-Pleite im Qualifikations-Rückspiel beim spanischen Ex-Meister Atletico Madrid die Teilnahme an der Champions League verpasst.

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Jubel beim Torschützen Sergio Agüero

Für Schalke 04 ist der Traum von der Champions League und zweistelligen Millioneneinnahmen geplatzt. Die Königsblauen verpassten durch ein 0:4 (0:1)-Debakel bei Atletico Madrid den Einzug in die "Königsklasse" und müssen sich mit der Teilnahme am UEFA-Cup und mindestens 15 Millionen Euro weniger zufrieden geben. Mit der ersten Niederlage unter dem neuen Trainer Fred Rutten verspielte der Bundesliga-Dritte der vergangenen Saison beim neunmaligen spanischen Meister den 1:0-Vorsprung aus dem Hinspiel.

Wenn am Donnerstag die Gruppen für die Champions League ausgelost werden, sind die Schalker nach ihren Teilnahmen 2001, 2005 und 2007 nur Zuschauer. Einen Tag später erfahren sie dann, auf wen sie in der ersten Runde des UEFA-Cups am 18. September treffen.

Vor 55.000 Zuschauern im ausverkauften Estadio Vicente Calderon machten Olympiasieger Sergio Agüero (19.), der Uruguayer Diego Forlan (51.), der eingewechselte Luis Garcia (82.) und der Argentinier Maxi Rodriguez per Foulelfmeter (87.) mit ihren Toren die Schalker Hoffnungen zunichte. Zu allem Überfluss sah Christian Pander für sein mit dem Strafstoß geahndeten Foul an Simao die Rote Karte (86.).

Unter den Augen seines künftigen Schwiegervaters Diego Maradona erzielte Agüero die überraschende Führung: Nachdem zunächst der Schalker Kapitän Marcelo Bordon nach einem Forlan-Schuss auf der Linie gerettet hatte, traf der argentinische Jungstar nach einer Flanke von Luis Perea zum 1:0. Bis dahin hatten die Schalker gegen verhalten beginnende Madrilenen das Spiel eigentlich noch im Griff gehabt.

Für die Entscheidung sorgte Forlan kurz nach der Pause. Nach einem unnötigen Ballverlust von Fabian Ernst im Mittelfeld ließ der Uruguayer die gesamte Schalker Hintermannschaft schlecht aussehen und überwand Torhüter Mathias Schober zum 2:0. Vor dem dritten Treffer hatte Schober zunächst noch einen Schuss von Agüero abgewehrt, gegen Luis Garcia war er dann aber machtlos.

Ein überraschendes Blitz-Comeback feierte bei den Königsblauen Jermaine Jones. Nur eineinhalb Wochen nachdem er beim Bundesliga-Start gegen Hannover 96 (3:0) einen Syndesmoseriss erlitten hatte, stand der Nationalspieler bereits wieder in der Anfangsformation. Dabei hatte Jones am Tag vor dem Spiel einen Einsatz noch praktisch ausgeschlossen. Verzichten musste Trainer Rutten dagegen auf Rekordeinkauf Jefferson Farfan, dem eher eine schnelle Rückkehr zugetraut worden war. Der Peruaner, der vor zwei Wochen im Hinspiel eine Schultereckgelenksprengung erlitten hatte, war zwar mit nach Madrid geflogen, saß aber nur auf der Tribüne.

Auch Olympiateilnehmer Rafinha, der mit seiner Chinareise für viel Ärger gesorgt hatte, musste zunächst zuschauen. Der Brasilianer kam erst beim Stand von 0:2 in der 65. Minute. In ihrem 105. Europapokal-Spiel boten die Königsblauen über weite Strecken eine schwache Leistung. Bezeichnenderweise musste für die erste brenzlige Situation vor dem Atletico-Tor ein Madrilene sorgen. Perea verfehlte mit einem verunglückten Rückpass nur knapp das eigene Gehäuse (60.). Die erste eigene Schalker Torchance hatte Heiko Westermann in der 70. Minute, als er aus fünf Metern an Torhüter Leo Franco scheiterte. Erst nach dem 0:2-Rückstand wachten die Königsblauen, die auch auf ihre verletzten Stammspieler Manuel Neuer und Orlando Engelaar verzichten mussten, auf und verstärkten ihre Angriffsbemühungen. Das Atletico-Tor geriet nur selten in Gefahr.