2008.08.28 Neuss : Hertha will über Ljubljana zum UEFA-Cup-Jubiläum

Nach dem 2:0-Hinspiel-Sieg strebt Hertha BSC Berlin im Rückspiel der zweiten Qualifikationsrunde gegen NK Ljubljana dem Einzug in den UEFA-Cup entgegen - es wäre das zehnte Mal.

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Der polarisierende Simunic darf wohl gegen Ljubljana ran

Mit verordneter Harmonie zum Erfolg: Bundesligist Hertha BSC Berlin will im Rückspiel der zweiten Qualifikationsrunde heute (18.30 Uhr/live im DSF) gegen den slowenischen Pokalsieger NK Ljubljana seinen zehnten Einzug in den UEFA-Cup perfekt und damit den Ärger vom vergangenen Wochenende um die Reservistenrolle von Josip Simunic vergessen machen. Die Gäste müssen ohne Trainer Alberto Bigon auskommen, der wegen Herzrhythmusstörungen in ein Krankenhaus eingeliefert wurde und in Berlin von Assistenztrainer Igor Benedejcic vertreten wird.

"Wir wollen das Spiel ernst nehmen und uns qualifizieren. Wir sind klarer Favorit", sagte Hertha-Coach Lucien Favre, der nach der öffentlichen Aufstellungs-Kritik von Patrick Ebert mit einem Machtwort vor versammelter Mannschaft reagiert hatte. "Das bleibt intern. Wir können solche Sachen nicht akzeptieren. Das Thema ist aber jetzt erledigt", meinte der Schweizer.

Ebert bekam nach Kritik Geldstrafe aufgebrummt

Mittelfeldspieler Ebert hatte nach dem Bundesliga-Spiel gegen Arminia Bielefeld (1:1) seine Verwunderung über die Nichtberücksichtigung von Simunic geäußert und dafür eine interne Geldstrafe aufgebrummt bekommen. "Der Trainer hat eine klare Ansage gemacht. Er hat das Sagen und macht die Aufstellung", erklärte Hertha-Kapitän Arne Friedrich. "Kritik muss zukünftig intern besprochen werden. Das hat Patrick eingesehen und sich bei der Mannschaft entschuldigt", sagte der Nationalspieler.

Simunic wird gegen die Slowenen, die in der heimischen Liga nach sechs Spielen sieglos auf dem letzten Tabellenplatz rangieren, wohl wieder auflaufen. Favre setzt nach dem beruhigenden 2: 0-Polster aus dem Hinspiel im Jahn-Sportpark, das Berliner Olympiastadion ist wegen eines Konzerts von Popstar Madonna belegt, auf das Rotationsprinzip. "Ich werde drei, vier neue Spieler bringen. Ich bin froh, dass wir endlich einen Konkurrenz-Kampf im Kader haben", erklärte der Coach mit dem Hinweis darauf, dass die Berliner bei einer UEFA-Cup-Qualifikation bis Weihnachten knapp 30 Pflichtspiele absolvieren müssten.

Argentinier Conca bleibt Gesprächsthema

Möglicherweise gehört auch bald der Argentinier Dario Conca zur neuen Hertha-Rotation. Berlins Manager Dieter Hoeneß sprach die vergangenen Tage extra persönlich bei den Bossen von Fluminense Rio de Janeiro vor, um den 25 Jahre alten Mittelfeldspieler für die geschätzte Ablösesumme von drei Millionen Euro loszueisen.

Neue Gerüchte gab es derweil um Hertha-Torjäger Marko Pantelic. Laut russischen Medien bemüht sich UEFA-Cup-Gewinner Zenit St. Petersburg um die Dienste des Serben und bietet angeblich sieben Millionen Euro. Die Sport Bild berichtet zudem, dass auch Galatasaray Istanbul und Sampdoria Genua Interesse hätten. Die Berliner dementierten allerdings, ein Angebot für Pantelic vorliegen zu haben.