2008.08.29 Neuss : Jelimo und Bolt setzen die Highlights in Zürich

Ein ungefährdeter 100m-Sieger Usain Bolt und die drittschnellste 800m-Zeit aller Zeiten durch die 18 Jahre alte Olympiasiegerin Pamela Jemilo waren die Highlights im Letzigrund.

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Pamela Jelimo im Ziel

Der "goldene Blitz" Usain Bolt hat seine Weltrekordjagd vorübergehend gestoppt, ist der Konkurrenz aber weiter meilenweit voraus. Beim Golden-League-Meeting der Leichtathleten in Zürich feierte der dreifache Sprint-Olympiasieger einen ungefährdeten Sieg, blieb in 9,83 Sekunden bei 0,5m/s Gegenwind jedoch klar hinter seinen 13 Tage alten 9,69 Sekunden vom Olympiafinale in Peking. "Ich spüre eine Erkältung kommen", erklärte der 22-Jährige.

Die überragende Leistung der 5,6 Millionen Euro teuren nacholympischen Starparade vor 26.000 Zuschauern im Letzigrund bot Kenias 800-m-Olympiasiegerin Pamela Jelimo. Mit 1:54,01 Minuten - der besten Zeit seit 25 Jahren - näherte sich die 18-Jährige dem Fabel-Weltrekord der Tschechin Jarmila Kratochvilova bis auf 73 Hundertstelsekunden. Kratochvilova war am 26. Juli 1983 in München 1:53,28 gerannt. Es ist der älteste Leichtathletik-Weltrekord in einer olympischen Disziplin.

Jelimo und Vlasic noch im Jackpot-Rennen

"Er ist jetzt in Reichweite", sagte Jelimo, die nun drittschnellste Läuferin der Geschichte auf dieser Strecke ist. Sie hat die zwei Stadionrunden bisher erst bei zehn Wettkämpfen in Angriff genommen. Jelimo kämpft am kommenden Freitag in Brüssel wie Hochspringerin Blanka Vlasic (Kroatien/2,01) um den Million-Jackpot der Golden League. Gewinnen beide in Belgien, wird das Geld geteilt.

Bolt hatte in Peking außer auf der kürzesten Sprintdistanz auch Gold über die 200m sowie mit der 4x100-m-Staffel Jamaikas gewonnen. Dabei lief er ebenfalls jeweils Weltrekorde (19,30 und 37,10) und schaffte damit als erster das olympische Sprint-Triple mit drei Bestmarken.

Nur sieben der zwölf angetretenen Einzel-Olympiasieger, die in Peking 14 Goldmedaillen gewonnen hatten, waren auch in Zürich sieggreich. Neben Jelimo und Bolt auch Kubas Dayron Robles über 110m Hürden (12,97 Sekunden), Stabhochspringerin Jelena Issinbajewa (Russland) mit 4,88m, Angelo Taylor (USA/400 m Hürden) in 48,07, Speerwerfer Andreas Thorkildsen (Norwegen) mit 90,28m und Doppel-Olympiasieger Kenenisa Bekele in der Jahres-Weltbestzeit von 12:50,18 Minuten über 5000m.

Erfolgreiche Revanche für Wariner

Zwei Peking-Verlierer nahmen erfolgreich Revanche. Jeremy Wariner (USA) besiegte über 400m in 43,82 Sekunden klar seinen Landsmann LaShawn Merritt (44,43), und Lolo Jones (USA) gewann über 100m Hürden in 12,56 Sekunden. Sie hatte in Peking den Sieg aus der Hand gegeben, als sie in Führung liegend in die vorletzte Hürde getreten war.

Die besten deutschen Platzierungen verbuchten Weitspringer Sebastian Bayer (Leverkusen) als Dritter mit 7,97m und die 4x100-m-Staffel ebenfalls auf Platz drei in 38,95 Sekunden.