2008.08.29 Neuss : Lösbare Aufgaben im UEFA-Cup für Bundesliga-Klubs

In der ersten Runde des UEFA-Pokals trifft Hertha BSC Berlin auf St. Patrick's Athletic, Wolfsburg muss gegen Rapid Bukarest ran, Dortmund spielt gegen Udinese Calcio.

jla
Objekt der Begierde: Der UEFA-Pokal

Das Bundesliga-Sextett darf sich große Hoffnungen auf den kollektiven Einzug in die Gruppenphase des UEFA-Cups machen. Bei der Auslosung der ersten Hauptrunde am Freitag in Monte Carlo bekamen die deutschen Klubs lösbare Aufgaben. Den bekanntesten Gegner erhielt dabei Borussia Dortmund, das zunächst zu Hause gegen den italienischen Erstligisten Udinese Calcio antritt.

Während Champions-League-Absteiger Schalke 04 auf Zypern bei Apoel Nikosia antritt und Hertha BSC Berlin zunächst St. Patrick's Athletic aus Irland erwartet, bekommen es der VfL Wolfsburg (gegen Rapid Bukarest), der VfB Stuttgart (bei Tscherno More Warna/Bulgarien) und der Hamburger SV (gegen Unirea Urziceni/Rumänien) mit Teams aus dem ehemaligen Ostblock zu tun. Gespielt wird am 18. September und 2. Oktober, die lukrative Gruppenphase beginnt am 23. Oktober.

"Italienische Klubs sind immer harte Nummern"

"Das ist ein richtig guter Gegner und für die Fans ein sehr attraktives Los", sagte Dortmunds Trainer Jürgen Klopp über den ehemaligen Klub von Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff, der im UEFA-Cup in zwei Duellen mit Bayer Leverkusen 1998/99 einmal gescheitert und 1999/2000 einmal weitergekommen war. "Am besten raffen wir uns zu einer ganz besonderen Leistung auf. Italienische Klubs sind immer harte Nummern. Italien ist ein schönes Land, viele machen dort Urlaub, wir fahren zum Fußballspielen hin", meinte Klopp. BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke ergänzte: "Unsere Chance sehe ich bei 50:50. Sicher haben wir den attraktivsten Gegner aller deutschen Vereine gezogen."

Bei den Berlinern freute man sich unterdessen über die Reise auf die "Grüne Insel". "Das ist das Wunschlos von unserem Trainer Lucien Favre, der auf keinen Fall gegen seinen Ex-Klub FC Zürich spielen wollte", sagte Hertha-Manager Dieter Hoeneß vor den Spielen gegen den achtmaligen irischen Champion und aktuellen Vize-Meister: "Wir gehen in diese Duelle mit der klaren Zielsetzung, dass wir die Gruppenphase erreichen wollen." Favre, der "noch nie in Irland gewesen" ist, warnte aber vor dem Gegner, "weil sie den Tabellenzweiten aus Schweden eliminiert haben."

Auch Schalkes Coach Fred Rutten will Apoel Nikosia keinesfalls auf die leichte Schulter nehmen. "Das ist kein Gegner, den man unterschätzen darf, denn sie haben Roter Stern Belgrad ausgeschaltet. Von daher kann man nicht sagen, dass das ein kleiner Gegner ist", meinte der Niederländer: "Ich kann mich erinnern, dass Ajax Amsterdam mal dort gespielt und sich sehr schwer getan hat." In zwei UEFA-Cup-Duellen gegen Hertha BSC Berlin (2002/03 und 2005/06) hatte Nikosia aber jeweils den kürzeren gezogen.

Veh wird sich Tipps von Matthäus holen

"Um mich über den Gegner zu informieren, werde ich auf jeden Fall mit Lothar Matthäus sprechen", sagte Stuttgarts Trainer Armin Veh. Immerhin hatten die Rumänen aus Warna in der Qualifikation den Matthäus-Klub Maccabi Netanya ausgeschaltet. "Ähnlich wie zuletzt gegen Györ ist auch dieser Kontrahent eine große Unbekannte", meinte Veh. "Wenn wir schon das erste Spiel so konzentriert angehen wie das Rückspiel in Györ, muss diese Aufgabe für uns machbar sein. Uns und unseren Fans steht jedenfalls wieder mal eine weite Reise bevor", sagte VfB-Sportdirektor Horst Heldt.

Beim VfL Wolfsburg warnt Manager-Assistent Pablo Thiam vor dem Comeback im UEFA-Cup vor Bukarest. "Vom Namen her ist Rapid verglichen mit anderen möglichen Gegnern nicht so attraktiv, aber das genau ist die Gefahr", meinte Thiam. Sein Chef Magath meinte: "Dass wir zuerst zu Hause spielen macht die Aufgabe nicht einfacher."

Auch der HSV ist gewarnt. "Wir haben schon einmal schlechte Erfahrungen mit einer rumänischen Mannschaft gemacht. Deshalb werden wir unseren Gegner nicht auf die leichte Schulter nehmen", sagte Teammanager Bernd Wehmeyer in Monte Carlo.