2008.09.01 Neuss : Pessoas Pferd positiv auf Nonivamide getestet

Rufus, das Pferd des brasilianischen Springreiters Rodrigo Pessoa, wurde nach dem olympischen Einzelfinale positiv getestet. Erleichterung herrscht hingegen im deutschen Lager.

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Rodrigo Pessoas Pferd in Peking gedopt

Bei seinem Olympiasieg 2004 in Athen profitierte Rodrigo Pessoa von der Disqualifikation des Iren Cian O'Connor, vier Jahre später ist der Ex-Weltmeister der Springreiter selbst zum Buhmann geworden. Wie der Weltverband FEI bestätigte, wurde Pessoas Pferd Rufus nach dem olympischen Einzel-Finale am 21. August in Hongkong positiv auf die verbotene Substanz Nonivamide getestet. Pessoa hatte dort Platz fünf belegt.

"Natürlich bin ich traurig. Aber eigentlich will ich nichts dazu sagen, ehe die B-Probe das Ergebnis nicht bestätigt", meinte Pessoa. Dass ausgerechnet er zum Sünder wurde, nachdem er vor vier Jahren bei seinem Olympiasieg von einem Dopingfall profitiert hatte, fand Pessoa nicht pikant.

"Da muss man unterscheiden. Das vor vier Jahren war ein klarer Dopingfall. Bei mir ist noch nicht bekannt, was passiert ist. Doch selbst, wenn es sich um eine verbotene Medikation handelt, ist das mit Doping nicht zu vergleichen", sagte Pessoa, der sich nicht erklären konnte, wie die verbotene Substanz in den Körper seines Pferdes gelangt ist.

Aufatmen im deutschen Lager

Im deutschen Lager herrschte dagegen Erleichterung. Schon am Montagmorgen hatte Generalsekretär Hanfried Haring von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung FN mitgeteilt, dass es neben dem positiven Test bei Christian Ahlmanns Pferd Cöster keinen weiteren deutschen Fall geben werde. "Alle Untersuchungen sind abgeschlossen. Wir sind nicht dabei", sagte Haring.

Nonivamide gehört zu den Capsaicinoiden und wird nach der Art der Behandlung als Doping-Mittel oder als Medikation der Klasse A eingestuft. Sollte der Reiter das Mittel zur Sensibilisierung etwa der Beine seines Pferdes eingesetzt haben, um die Angst des Tieres vor der schmerzhaften Berührung einer Stange zu vergrößern, wird der Vorgang als Dopingfall eingestuft.

Seit dem 23. August befand sich die Probe von Rufus im Veterinär-Labor von Hongkong zur Untersuchung. Eine erste Anhörung Pessoas durch die FEI erfolgte am 28. August. Die Suspendierung vom Turniersport wurde dem Brasilianer am 29. August mitgeteilt.

"Habe mir einen Anwalt genommen"

Die Öffnung der B-Probe ist für den 2. September angesetzt, wenige Tage später wird das Ergebnis erwartet. Sollte die B-Probe den Vorgang bestätigen, wird der Reiter zu einer schriftlichen Stellungnahme aufgefordert und muss sich anschließend vor dem FEI-Tribunal verantworten. "Ich habe mir einen Anwalt genommen und werde mich bei allen weiteren Schritten beraten lassen", sagte Pessoa.

Vor Pessoa und Rufus hatte es in Hongkong fünf positive Fälle gegeben. Neben dem 15 Jahre alten Wallach Cöster von Springreiter Christian Ahlmann aus Marl wurden die Pferde des Norwegers Tony Andre Hansen (Camiro), des Iren Denis Lynch (Lantinus) und des Brasilianers Bernardo Alves (Chupa Chup) positiv auf Capsaicin getestet. Alle vier Reiter werden am Wochenende im FEI-Hauptsitz in Lausanne angehört. Zudem wurde bei dem Pferd Mythilus der amerikanischen Dressurreiterin Courtney King die verbotene Substanz Felbinac nachgewiesen.