2008.09.03 Neuss : Ciolek schlägt Kletter-Profis ein Schnippchen

Gerald Ciolek hat die fünfte Etappe der Deutschland-Tour gewonnen. Der Sprinter setzte sich im Schlussanstieg in Winterberg ab. Linus Gerdemann bleibt Gesamtführender.

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Gerald Ciolek gewinnt die fünfte Etappe der Deutschland-Tour

Das Columbia-Team bleibt die dominierende Equipe der diesjährigen Deutschland-Tour. Auf der fünften Etappe düpierte Sprinter Gerald Ciolek die gesamte Kletter-Elite und Linus Gerdemann wehrte alle Attacken auf sein Gelbes Trikot ab.

Bei der letzten Bergankunft der diesjährigen Rundfahrt siegte Ciolek an der Bobbahn von Winterberg völlig überraschend, während Gerdemann auf der mit 218,4km längsten Etappe Platz elf zur erfolgreichen Verteidigung der Führung in der Gesamtwertung reichte.

Gerdemann: "Hatte Angst, mir schlafen die Beine ein"

"Es war sehr, sehr schwer durch das Wetter. Ich hatte Angst, mir schlafen die Beine ein, mir war einfach nur kalt. Jetzt kommt nur noch das schwere Zeitfahren", sagte Gerdemann zu seinem "knüppelharten Tag". Der größte Erfolg seiner Karriere dürfte dem Tour-Etappensieger wohl nur noch beim abschließenden Kampf gegen die Uhr am Samstag in Bremen zu nehmen sein.

Ciolek attackierte am bis zu zwölf Prozent steilen Schlussanstieg etwa 200 Meter vor dem Ziel und düpierte die gesamte Kletter-Elite. "Solche Anstiege liegen mir. Ich musste es auf den letzten Metern nur noch zu Ende bringen", sagte der Sprinter.

Für den früheren U23-Weltmeister war es bereits der vierte Etappensieg bei der Deutschland-Tour, nachdem der Pulheimer bereits im Vorjahr dreimal auf dem obersten Treppchen gestanden hatte. Einen Tag zuvor hatte er noch den Sprintsieg seines Teamkollegen Andre Greipel (Rostock) mustergültig vorbereitet.

Zehn Fahrer ausgestiegen

Platz zwei holte der Schweizer Scott-Profi Rubens Bertogliati vor dem Italiener Leonardo Bertagnolli. Über zehn Fahrer hatten den Strapazen des Rennens bei strömendem Regen und Temperaturen von knapp über zehn Grad zuvor Tribut zollen müssen und die Rundfahrt aufgegeben.

Gerdemann und seine ärgsten Verfolger Thomas Lövkvist aus Schweden sowie der Slowene Janez Brajkovic (Astana) hatten auf dem Schlussanstieg keine Mühe. In der Gesamtwertung liegt der Münsteraner weiterhin 17 Sekunden vor seinem Teamkollegen Lövkvist, Dritter ist 20 Sekunden zurück Brajkovic.

Die Fahrt durch Rothaargebirge und Hochsauerland wurde lange von einer sechsköpfige Spitzengruppe bestimmt, die sich zehn Kilometer nach dem Start abgesetzt hatte. Im Peloton machte niemand ernsthafte Verfolungsversuche. Columbia kontrollierte das Feld und hielt den Rückstand stets bei etwa vier Minuten.

Larsson 20km vor Ziel gestellt

Der Schwede Gustav Larsson löste sich aus der Gruppe, wurde jedoch 20 Kilometer vor dem Ziel als letzter Flüchtling gestellt. Anschließend versuchten es Milram-Profi Peter Velits und der Finne Kjell Carlström. Doch 1500 Meter vor dem Zielstrich war auch diese Flucht beendet.

Am Donnerstag dürfte nach den welligen, aber am Ende flachen 188,8km von Schmallenberg nach Neuss der zweite Massensprint der diesjährigen D-Tour anstehen. Neben dem ersten Sprint-Sieger Greipel macht sich vor allem Ciolek unweit seiner Heimatstadt Pulheim Hoffnung auf einen weiteren Etappensieg.