2008.09.05 Neuss : U21 ohne Dejagah gegen Nordirland und Israel

Das U21-Nationalteam geht ohne Ashkan Dejagah in die EM-Qualifikationsspiele gegen Nordirland und Israel. Trainer Dieter Eilts: "Die Mannschaft muss an ihr Limit gehen."

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Dejagah (r.) ist gegen Israel und Nordirland nicht dabei

Ausgerechnet für die beiden wichtigen EM-Qualifikationsspiele der deutschen U21-Nationalmannschaft gegen Nordirland und Israel hat Ashkan Dejagah Trainer Dieter Eilts eine Absage erteilt und damit für Unruhe gesorgt. Der Mittelfeldspieler von Bundesligist VfL Wolfsburg zog sich eine Wadenverletzung zu und muss in beiden Spielen heute in Wuppertal (20.15 Uhr) und Dienstag in Duisburg (19.00 Uhr/beide live im DSF) passen. Dejagah hatte mit dem Verzicht auf seine Teilnahme am Hinspiel in Israel bereits für Aufsehen und kontroverse Diskussion bis in höchste politische Kreise gesorgt hatte.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) stellte am Donnerstag klar, dass einzig die Verletzung der Grund für die Absage gewesen sei. "Es ist bedauerlich, weil gerade er vor dem Israel-Spiel besonders im Blickpunkt stand. Doch die medizinische Diagnose ist so eindeutig, dass die Absage unausweichlich war", sagte DFB-Mediendirektor Harald Stenger.

Der Deutsch-Iraner Dejagah hatte im vergangenen Oktober aus Angst um seine Familie auf die Reise nach Israel verzichtet. Erst nach einem Gespräch mit der DFB-Spitze unter Führung von Präsident Theo Zwanziger fiel damals die Entscheidung, dass Dejagah weiter für Deutschland spielen darf.

Dejagah: "Spiel wie jedes andere"

Dejagah selbst hatte noch am Mittwoch in einem Interview auf der DFB-Homepage die Begegnung am kommenden Dienstag als "Spiel wie jedes andere" bezeichnet. Seine Entscheidung damals habe er nur wegen seiner Familie gefällt. "Es ist auf jeden Fall nicht so, dass ich Probleme mit irgendwelchen anderen Menschen habe oder meine Entscheidung politische Gründe hatte", sagte Dejagah.

Der in Teheran geborene und in Berlin aufgewachsene Offensivspieler hatte damals Zwanziger glaubhaft versichern können, dass seine von mehreren Politikern und dem Zentralrat der Juden heftig kritisierte Absage keine antisemitischen Hintergründe hatte. Die iranische Regierung erkennt Israel nicht an und untersagt den Bürgern unter Strafandrohung die Einreise.

Dejagah hatte die Muskelverletzung am Mittwochabend im Training erlitten. Eine Kernspintomographie untermauerte die erste Diagnose. Trainer Dieter Eilts bezeichnete den Ausfall als "bedauerlich". Dejagah hätte sich für beide Begegnungen viel vorgenommen.

Gastgeber Schweden ist gesetzt

Gerade nach dem peinlichen 0:1 in Moldawien - der ersten Pleite nach elf Begegnungen ohne Niederlage - hätte Eilts seinen Leistungsträger in den letzten beiden Vorrundenbegegnungen gut gebrauchen können. Die Sieger der zehn Qualifikationsrunden sowie die vier besten Gruppenzweiten qualifizieren sich für die Play-off-Runde und ermitteln in sieben Begegnungen in Hin- und Rückspiel sieben EM-Starter. Bereits gesetzt ist Gastgeber Schweden, der vom 15. bis 29. Juni 2009 die Titelkämpfe austrägt. Deutschland und Israel liegen derzeit punktgleich (je 13) an der Tabellenspitze.

"Die Mannschaft muss an ihr Limit gehen, um beide Spiele zu gewinnen und sich als Gruppenerster für die Play-offs zu qualifizieren", sagte Eilts, der allerdings weitere Personalsorgen hat. Nach Baris Özbek (Galatasaray Istanbul), Patrick Ebert (Hertha BSC Berlin) und Benedikt Höwedes (Schalke 04) sagte kurz vor Dejagah auch Aaron Hunt von Vizemeister Werder Bremen verletzungsbedingt ab. Zudem fehlt der an Magen-Darm-Infekt erkrankte Torhüter Florian Fromlowitz (Hannover 96). Jan Rosenthal (Hannover 96) ist am Freitag gelbgesperrt. Keeper Ralf Fährmann von Schalke 04 und Sandro Wagner von Zweitligist MSV Duisburg wurden nachnominiert.