2008.09.06 Neuss : Hamilton rast in Spa auf die Pole Position

WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton hat sich auch beim Großen Preis von Belgien in Spa die Pole Position gesichert. Neben dem Briten in der ersten Startreihe steht Felipe Massa.

bto
Lewis Hamilton sicherte sich die Pole Position

Der WM-Führende Lewis Hamilton hat im Kampf um die Pole Position in Spa seinen größten Konkurrenten im Titelkampf, Felipe Massa, deutlich in die Schranken gewiesen, Nick Heidfeld dagegen findet langsam den Weg aus seiner Krise. Während der Brite Hamilton im McLaren-Mercedes beim Husarenritt zu seiner fünften Pole in dieser Saison mehr als drei Zehntelsekunden schneller war als Ferrari-Pilot Massa (Brasilien), meldete sich "Quick Nick" als Fünfplatzierter in der Spitzengruppe zurück.

"Ich habe das Maximum herausgeholt. Es ist das ganze Wochenende toll gelaufen", meinte Heidfeld, der im Kampf ums BMW-Sauber-Cockpit für 2009 nach zuletzt schwachen Leistungen beim Großen Preis von Belgien (Sonntag, 14.00 Uhr/live bei Premiere und RTL) dringend einen Befreiungsschlag benötigt.

Heidfeld meldet sich im Konzert der Großen zurück

Bereits am Samstagmorgen hatte der 31 Jahre alte Mönchengladbacher seinen Aufwärtstrend mit der Bestzeit im dritten freien Training angedeutet. "Wir haben bei den Testfahrten in Monza ein paar Kleinigkeiten verbessert, das hat sich ausgezahlt", meinte Heidfeld, der in 1:48,315 Minuten mehr als vier Zehntelsekunden schneller war als sein auf Startplatz acht stehender Teamkollege Robert Kubica. Erst zum zweiten Mal in diesem Jahr geht Heidfeld damit vor dem Polen in ein Rennen.

Gedanken, in den Kampf um den Sieg einzugreifen, macht sich Heidfeld aber nicht. "McLaren-Mercedes und Ferrari sind zu schnell für uns", sagte er. Vor sich in Reihe zwei hat er die beiden Finnen Heikki Kovalainen (1:47,815) im zweiten Silberpfeil und Kimi Räikkönen (1:47,992) im zweiten Ferrari, die aber erneut im Schatten ihrer Teamkollegen standen.

"Es war ein großartiger Tag für mich. Das Team und ich haben keine Fehler gemacht", meinte Hamilton, der nach seiner Bestzeit von 1:47,338 Minuten in seinem 30. Formel-1-Rennen zum 11. Mal auf dem besten Startplatz steht. "Ich hatte eine fast perfekte Runde, aber die hat nicht gereicht", musste Massa (1:47,678) zugeben, der nach seinem Sieg zuletzt in Valencia in der Gesamtwertung vor dem 13. von 18 WM-Läufen sechs Punkte Rückstand auf Hamilton hat (64:70). "Die Plätze eins und drei sind für uns natürlich eine Traumaufstellung", meinte Mercedes-Sportchef Norbert Haug.

Für Hamilton wird es eng

Dagegen wird für Weltmeister Räikkönen der Kampf um seine vielleicht letzte Titelchance schwierig. Der "Iceman", der die drei letzten Rennen in Spa - 2004 und 2005 im Silberpfeil, 2007 im Ferrari - gewonnen hat, liegt nach seinem Ausfall in Valencia mit 57 Punkten schon 13 Zähler hinter Hamilton zurück.

Toro-Rosso-Pilot Sebastian Vettel aus Heppenheim schaffte als Zehnter den Sprung in die Top Ten. Für Timo Glock (Wersau) war in der zweiten Qualifikationsrunde Schluss. Auf Platz 13 war er aber nur 46 Tausendstelsekunden langsamer als Toyota-Teamkollege Jarno Trulli (Italien), der nicht über Rang elf hinauskam.

Zudem war Glock bei seinem siebten Rang zuletzt in Valencia auch von Startplatz 13 ins Rennen gegangen. Nico Rosberg (Wiesbaden) landete im Williams-Toyota auf Rang 15. Als einziger der fünf deutschen Fahrer war Sutil wieder in der ersten Qualifikationsrunde gescheitert. Wenigstens lag er diesmal vor seinem Teamkollegen Giancarlo Fisichella (Italien) und verkürzte im internen Qualifikations-Duell auf 5:8.

Heidfeld: "Ich kenne Jobangst"

Heidfeld hat unterdessen zugegeben, dass er sich angesichts der zuletzt schwachen Ergebnisse Gedanken um seine Zukunft macht. "Ja, ich kenne Jobangst", sagte Heidfeld der Bild Zeitung, er fügte aber hinzu: "Ich war in acht Jahren Formel 1 auch schon schlechter dran. Ich hatte schon zwei Mal die Situation, dass ich über Wochen nicht wusste, wie es weitergeht."

Natürlich beobachte er auch den Fahrermarkt, meinte "Quick Nick", der aber seine Zukunft weiter bei den Münchnern sieht: "Ich gehe davon aus, dass ich bei BMW bleibe. Wir wollen 2009 um die WM fahren. Da wäre es sehr ärgerlich, wenn ich nicht mehr mitmachen könnte."