2008.09.07 Neuss : Doping-Sperre für Brasiliens Reiter aufgehoben

Der Weltreiter-Verband FEI soll die Sperre gegen Brasiliens Springreiter Bernardo Alves vorläufig aufgehoben haben. Das sagte Alves-Anwalt Ulf Walz nach einer Anhörung.

dkl
Die Sperre gegen Bernardo Alves ist vorläufig aufgehoben

Damit war nicht zu rechnen: Der Weltreiter-Verband FEI soll die Sperre gegen den brasilianischen Springreiter Bernardo Alves vorläufig aufgehoben haben, wie Alves-Anwalt Ulf Walz nach einer mehrstündigen Anhörung des Südamerikaners in der Verbands-Zentrale. Der Verband will sich zu dem Vorgang erst Anfang nächster Woche äußern und dann auch erst entscheiden, wie er im Fall des Iren Denis Lynch (Lantinus) vorgeht, dessen Anhörung am Samstag stattfand.

"Die Aufhebung der Sperre war überfällig. Solange die Ermittlungen nicht abgeschlossen sind, darf es kein Berufsverbot geben, wenn keine Flucht-, Verdunklungs- oder Wiederholungsgefahr besteht", sagte Walz dem sid. Alves will am kommenden Wochenende bei der Global Champions Tour (GCT) in Arezzo/Italien schon wieder starten.

Dagegen zeigte sich Walz überrascht, dass es bisher noch kein grünes Licht für Lynch gab: "Der Fall ist viel klarer als der Fall Alves." Lynch habe sein Pferd Lantinus nachweislich nur zur Pflege die Rückenpartie mit dem umstrittenen Mittel eingerieben, weshalb es sich nicht um einen Dopingfall handele.

Bis zum 12. September hat der Verband Zeit, neue Beweise zu sammeln. Alves wiederum kann sich am 19. September noch einmal einlassen, ehe der Fall am 30. September abgeschlossen und über eine Sperre endgültig entschieden wird.

Glaubwürdige Darstellung von Alves

Walz erklärte, dass er bei der Anhörung glaubwürdig darstellen konnte, dass die Beine des Pferdes Chupa Chup von Alves nicht mit Capsaicin behandelt wurden und demnach der Doping-Vorwurf zurückgewiesen werden konnte.

Der Brasilianer ist einer von fünf Springreitern, deren Pferde bei den Olympischen Spielen in Hongkong auf Capsaicin oder eine ähnliche Substanz positiv getestet worden waren und die nun vom FEI-Tribunal vernommen werden.

Zu den beschuldigten Reitern gehört auch Christian Ahlmann (Marl), der sich am 26. September in Lausanne verantworten muss.