2008.09.07 Neuss : Flensburg-Handewitt zieht mit Sieg in Minden nach

Vizemeister SG Flensburg-Handewitt hat am zweiten Bundesliga-Spieltag mit einem 36:25-Erfolg in Minden gewonnen. Magdeburg siegte in Dormagen 34:22 und bleibt Tabellenführer.

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Der deutsche Vizemeister siegt in Minden

Schrecksekunde in Wetzlar, Erleichterung beim Titelverteidiger THW Kiel, überraschende Kündigung in Gummersbach: Während Rekordmeister Kiel mit einem 30:24-Sieg bei HBW Balingen-Weilstetten zurück in die Erfolgsspur fand und beim VfL Gummersbach Geschäftsführer Stefan Hecker überraschend seinen Abschied bekannt gab, sorgte ein blutiger Zusammenprall beim 33:26-Erfolg der Füchse Berlin bei der HSG Wetzlar für einen Schock am zweiten Spieltag der Handball-Bundesliga (HBL).

Rote Karte auf dem Weg ins Krankenhaus

"Wir sind kreidebleich geworden und standen alle unter Schock", sagte Wetzlars sportlicher Leiter Rainer Dotzauer, nachdem in der 12. Spielminute HSG-Torwart Zoran Djordjic Füchse-Angreifer Konrad Wilczynski umgerannt hatte. Der serbische Keeper blieb minutenlang bewusstlos liegen und schüttelte sich mit Krampfanfällen. Vom Wetzlarer Mannschaftsarzt musste dem Schlussmann die Zunge aus dem Hals gezogen werden. Bei seinem Abtransport ins Krankenhaus sah Djordjic für seine Aktion noch die Rote Karte.

Doch am Sonntag gab es Entwarnung. "Er ist aus dem Krankenhaus entlassen worden. Bis auf eine Platzwunde und eine Gehirnerschütterung gab es keine Auffälligkeiten", erklärte Dotzauer mit hörbarer Erleichterung. Auch der Berliner Torschützenkönig Wilczynski, dessen Platzwunde am Kopf am Samstag auf dem Hallenboden große Blutflecken hinterließ, hatte Glück im Unglück und erlitt ebenfalls nur eine Gehirnerschütterung.

Aufatmen konnten auch die Kieler. Mit dem ersten Erfolgserlebnis der Spielzeit wurde das überraschende 28:28 gegen Aufsteiger TSV Dormagen zum Auftakt vergessen gemacht. "Es war wichtig, beide Punkte mitzunehmen. Es ist müßig, über Mittwoch noch nachzudenken", sagte THW-Manager Uwe Schwenker. Doch der neue Coach Alfred Gislason, für dessen Team Stefan Lövgren elf Tore erzielte, gab zu: "Ich hatte in Kiel schon glücklichere Tage als die letzten."

Erster Sieg für Gummersbach

Gislasons Ex-Verein Gummersbach erkämpfte sich mit dem 32:30 gegen die HSG Nordhorn ebenfalls den ersten Sieg. Doch nach der Partie überraschte Geschäftsführer Hecker mit seiner Kündigung. "Das Aufgabenfeld, das ich zuletzt hatte, entsprach nicht dem, was ich mir vorstelle", sagte Hecker, der nach drei Jahren im Rheinland laut eigener Aussage ab Oktober als Manager zu Tusem Essen wechselt. Die Essener wollten den Wechsel allerdings noch nicht bestätigen.

Elf Christiansen-Tore für Flensburg

Unterdessen zeigte Tabellenführer SC Magdeburg Dormagen die Grenzen auf. Der SCM fügte dem TSV vor den Augen von Bundestrainer Heiner Brand mit 34:22 die erste Heimniederlage seit März 2005 zu. Wie Magdeburg, FA Göppingen (29:26 bei MT Melsungen) und Berlin hat auch der TBV Lemgo nach dem 33:24-Sieg beim Aufsteiger Stralsunder HV bereits vier Punkte auf dem Konto. Vizemeister SG Flensburg-Handewitt zog am Sonntag nach und setzte sich standesgemäß mit 36:25 (17:11) bei GWD Minden durch, bester Werfer war der dänische Europameister Lars Christiansen mit elf Toren. Dagegen kassierte Essen mit einem 27:34 gegen TV Großwallstadt die zweite Niederlage.

In der HBL spielfrei waren die Rhein-Neckar Löwen, die sich stattdessen erstmals in der Vereinsgeschichte für die Champions League qualifizierten. Nach dem 41:16 im Hinspiel beim luxemburgischen Vertreter HB Düdelingen am Freitag war das Rückspiel am Samstag in Trier mit 46:15 reine Formsache. "Wir haben heute Geschichte geschrieben. In der Champions League zu spielen, ist eines der größten Dinge, die ein Handballer erleben kann", sagte Rückraumspieler Sergej Harbok.