2008.09.08 Neuss : Löw setzt auch in Helsinki auf Offensive

Den Schwung aus Liechtenstein will die deutsche Nationalmannschaft mit nach Finnland nehmen. "Das Spiel wird sicher hart und leidenschaftlich", erwartet Bundestrainer Joachim Löw.

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Gefragt wie immer: Bundestrainer Joachim Löw

Die Pflichtaufgabe locker erledigt, nun soll die Kür folgen: Nach dem 6:0-Sieg gegen Liechtenstein zum Auftakt der Qualifikation für die WM 2010 in Südafrika will die deutsche Nationalmannschaft mit einem Erfolg gegen Finnland am Mittwoch in Helsinki (19.35 Uhr MESZ/live im ZDF) den angepeilten Sechs-Punkte-Start perfekt machen. "Wir wollen das Spiel gewinnen und werden versuchen, in Finnland genauso offensiv zu spielen wie in Liechtenstein", sagte Bundestrainer Joachim Löw, der am Montagnachmittag mit seinem 20-köpfigen Kader in Helsinki Quartier bezog.

Dennoch warnte Löw vor dem Spiel gegen den Weltranglisten-42. vor Überheblichkeit. Die Torgala gegen Fußball-Zwerg Liechtenstein, die allerdings erst zum Ende der Partie richtig deutlich ausfiel, darf für den Vize-Europameister auf dem steinigen Weg nach Südafrika kein Maßstab sein. "Finnland ist eine Klasse besser als Liechtenstein. Das Spiel wird sicher hart, leidenschaftlich und in einer ganz anderen Atmosphäre geführt", meinte der 48-Jährige vor seiner 31. Partie als Bundestrainer.

Keine guten Erinnerungen an Finnland

In ganz schlechter Erinnerung sind beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) zudem noch die beiden Qualifikationsspiele gegen Finnland vor der WM 2002 in Südkorea und Japan. Am 6. Oktober 2001 langte es in Gelsenkirchen nur zu einem müden 0:0. Anschließend musste die deutsche Mannschaft in die Play-off-Spiele gegen die Ukraine. Beim Hinspiel in Helsinki musste die damalige Mannschaft von Ex-Teamchef Rudi Völler sogar einem 0:2-Rückstand hinterherlaufen, ehe Michael Ballack und Carsten Jancker noch das 2:2-Remis sicherten.

Ein Remis wäre mit Blick auf die im Oktober anstehenden Spiele gegen Russland und Wales ohnehin zu wenig. Damit die DFB-Auswahl mit einer weißen Weste gegen Mitfavorit Russland antreten kann, muss muss sich Löw bis Mittwoch zunächst aber erst einmal um seine Sorgenkinder kümmern.

Sowohl WM-Torschützenkönig Miroslav Klose als auch der Bremer Rechtsverteidiger Clemens Fritz stecken in einem Formtief. Während Fritz derzeit der größte Wackelkandidat beim Weltranglisten-Dritten ist und bereits gegen Finnland durch Rückkehrer Andreas Hinkel ersetzt werden könnte, erhielt Klose von Löw eine Stammplatzgarantie.

Wohl mit Klose und Podolski

"Ich denke, er wird spielen. Er ist ein Stürmer mit internationalem Format und wird seine Form auch wieder finden. Wir wissen um seine Qualitäten", sagte Löw, der damit erneut die Münchner Teamkollegen Klose und Lukas Podolski im Angriff aufbieten wird. Nach seinen beiden Treffern gegen Liechtenstein ist vor allem der bei den Bayern unglückliche Podolski heiß auf Finnland. "Auch dort will ich zwei Tore schießen. Ich habe Selbstvertrauen und will auch gegen die Finnen Gas geben", sagte der Ex-Kölner.

Insgesamt ist im deutschen Team trotz der offensiven Worte von Podolski von überbordendem Selbstbewusstsein allerdings noch kaum etwas zu spüren. Vor allem der derzeit überragende Linksverteidiger Philipp Lahm, der gegen die Finnen sein 50. Länderspiel absolviert, hob vor der Partie in Helsinki schon mal mahnend den Zeigefinger.

"Finnland ist ein ganz anderes Kaliber als Liechtenstein. Ich erwarte sie sehr defensiv, deshalb müssen wir auch im zweiten Spiel mit einer konzentrierten Einstellung ins Spiel gehen. Klar ist aber auch, dass wir dieses Spiel unbedingt gewinnen wollen", sagte Lahm, der gemeinsam mit dem zuletzt starken Hamburger Piotr Trochwoski erneut auf der linken Seite für Wirbel sorgen soll.